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Anlegern drohen Sommergewitter an den Börsen

Anlegern drohen Sommergewitter an den Börsen
26.06.2022 09:00:55

Der Sommer könnte Experten zufolge für Investoren ungemütlich werden. "Neben der Verunsicherung hinsichtlich der weiteren konjunkturellen Entwicklung der Weltwirtschaft könnte auch die Saisonalität den Anlegern einen Strich durch die Rechnung machen", warnt Analyst Christian Henke vom Brokerhaus IG. Traditionell neige der Aktienmarkt in den Sommermonaten zur Schwäche.

Auch Norman Villamin, Chef-Anleger der Vermögensverwaltung der Privatbank UBP prognostiziert für Anleger schwierige Zeiten. "Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession ist gestiegen, insbesondere in Europa." Er gehe aber davon aus, dass die Weltwirtschaft an einer echten Rezession vorbeischramme.

NACHHALTIGE ERHOLUNG ODER STROHFEUER?


Marko Behring, Chef der Vermögensverwaltung bei der Fürst Fugger Privatbank, sieht dennoch Chancen für eine Rally am Aktienmarkt, da die Kurse stark gefallen seien. "Wir gehen von einer kurzfristigen Gegenbewegung aus, die bis in den Juli hinein auch wieder höhere Kurse mit sich bringen könnte." Dabei würde es sich aber um eine sogenannte Bärenmarktrally handeln, also einen Kursaufschwung, der einen längerfristigen Abwärtstrend kurz unterbricht. Der Bär symbolisiert an der Börse die Pessimisten.

In den vergangenen Tagen kam der Dax unter dem Strich kaum vom Fleck. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus allerdings auf fast 19 Prozent. Damit steht der deutsche Leitindex vor seinem größten Halbjahresverlust seit elf Jahren.

KONSUMENTENSTIMMUNG BESONDERS BEACHTET


Wegen der Rezessionsängste spielt die Stimmung der Verbraucher eine immer wichtigere Rolle für Investoren. Sollten die Konsumenten wegen der gestiegenen Preise nur einen Teil ihrer Ersparnisse aus der Pandemie ausgeben, bliebe das nicht ohne Folgen für das Wachstum, warnte Analyst Jörg Angele vom Vermögensverwalter Bantleon. Am Dienstag gibt der GfK-Index Auskunft über die Kauflaune der deutschen Verbraucher. Am Mittwoch folgen vergleichbare Zahlen für die Euro-Zone. Bei Ersterem erwarten Experten einen Rückgang auf minus 27,5 Punkte.

Am Donnerstag und Freitag stehen die Inflationsdaten aus Deutschland und der Euro-Zone auf dem Terminplan, von denen sich Investoren Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der Europäischen Zentralbank (EZB) versprechen. Hier sagen Analysten erneute Zuwächse auf acht beziehungsweise 8,3 Prozent im Jahresvergleich voraus. "Der EZB werden die Verbraucherpreisdaten kaum gefallen", sagt Commerzbank-Analyst Christoph Weil. "Denn damit ist ihre erst vor drei Wochen veröffentlichte Inflationsprojektion für 2022 bereits wieder überholt."

In den USA richtet sich die Aufmerksamkeit der Börsianer vor allem auf die Konsumausgaben am Donnerstag. Die Kauflaune der US-Verbraucher gilt als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft.

rtr

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