INTERVIEW

Banken-Professor Burghof: Warum die Deutsche Bank doch frisches Kapital braucht

Banken-Professor Burghof: Warum die Deutsche Bank doch frisches Kapital braucht

WKN: 514000 ISIN: DE0005140008 Deutsche Bank AG

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19.02.2019 - 17:24
28.09.2016 12:41:00

Die krisen-geschüttelte Deutsche Bank hate heute Spekulationen um eine mögliche Kapitalerhöhung zurückgewiesen. Experten sehen das freilich ganz anders. Nach Einschätzung des Bankenexperten Prof. Hans-Peter Burghof von der Uni Hohenheim kommt die Deutsche Bank um einen entsprechenden Schritt kaum herum. Von Thomas Schmidtutz



Bei der Deutschen Bank brennt es lichterloh. BÖRSE ONLINE sprach mit dem Inhaber des Lehrstuhls für Bankwirtschaft und Finanzdienstleistungen an der Uni Hohenheim, Prof. Hans-Peter Burghof, über die Lage bei Deutschlands größtem Geldhaus, mögliche Staatshilfen und die Herkulesaufgabe von Deutsche-Bank-Boss John Cryan.



Herr Prof. Burghof, bei der Deutschen Bank sind am Montag erneut Gerüchte um eine mögliche Kapitalerhöhung aufgeflammt. Braucht die Deutsche Bank frisches Geld?


Eigentlich sollte jedes Geldhaus über einen Kapitalpuffer verfügen, der über jeden Zweifel erhaben ist. Alleine die Tatsache, dass über einen möglichen Kapitalbedarf bei der Deutschen Bank spekuliert wird, wäre also schon ein Hinweis, dass die Deutsche Bank frisches Geld benötigt.


Die Spekulationen über einen möglichen Kapitalbedarf halten sich ja nun hartnäckig. Also braucht die Deutsche Bank frisches Kapital?


Wenn es Fragezeichen hinter dem Eigenkapitalpuffer gibt - und diese Fragezeichen gibt es ja - dann ist die Antwort: Ja.

Von welcher Höhe reden wir hier?


Das ist angesichts der aktuellen Lage kaum zu kalkulieren...

...weil zum Beispiel in den USA derzeit noch gar nicht absehbar ist, ob die Deutsche Bank tatsächlich eine Strafe von umgerechnet rund 14 Milliarden Euro wegen Tricksereien auf dem Immobilienmarkt zahlen muss, oder ob es doch weniger werden?


Ja. Die Höhe der Rechtsrisiken ist derzeit völlig unkalkulierbar. Dazu kommt, dass die Ertragslage für die Deutsche Bank wie für andere deutsche Geldhäuser derzeit schwierig ist. Denken Sie nur an die Niedrigzinspolitik der EZB und das rasante Wachstum der Online-Banken.

Auf Seite 2: Staatshilfe für die Deutsche Bank: Ja oder Nein?



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Bildquelle: Kai Pfaffenbach/Reuters

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