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Berentzen-Aktie: Mit dieser Strategie könnte der Kurs nach oben zeigen - das sollten Anleger wissen

Berentzen-Aktie: Mit dieser Strategie könnte der Kurs nach oben zeigen - das sollten Anleger wissen
25.12.2019 13:00:00

Apfelkorn machte den Getränkehersteller einst bekannt. Nun sollen eine Produktoffensive im Premiumbereich sowie gesündere Durstlöscher neue Kunden und steigende Kurse bringen. Von Peer Leugermann

Berentzen will die Alten. Während junge Menschen mit dem bekannten Apfelkorn des Getränkeherstellers feiern, haben Ältere das Partygetränk oft eher als Kopfschmerzverursacher in Erinnerung. Darüber hinaus stagniert der Pro-Kopf-Konsum von Spirituosen bei jährlich 5,4 Liter. Daher will der Schnapsbrenner neue Kundengruppen gewinnen. Die hochprozentigen Getränke stehen immerhin für rund 58 Prozent der Umsätze, Deutschland ist mit Abstand der größte Absatzmarkt. Ein weiteres Drittel der Einnahmen spielen alkoholfreie Getränke ein, für den Rest sorgen automatische Fruchtsaftpressen für Gastronomie und Handel.

Statt mehr trinken die Menschen lieber besser. Seit 2013 steigen die Preise für Spirituosen um 1,0 bis 2,7 Prozent pro Jahr. Die Emsländer stoßen daher in den Premiumbereich vor. Mit "Berentzen Signature" wurden drei Fruchtliköre auf Basis von Obstbränden eingeführt. Die neuen Produkte sollen Kunden ansprechen, die nicht mehr mit Apfelkorn anstoßen mögen. Ähnliches gilt für die limitierte "Korn2Korn"-Reihe, den Rum "Tres Países", "Norden Dry Gin" oder geplante Whiskeysorten. Zudem greift der Premiumtrend auch bei Handelsmarken. Hier ist Berentzen der größte deutsche Anbieter. So wird etwa der Premium-Gin "Ruby of Rangoon", den der Discounter Lidl verkauft, am Berentzen-Standort in Minden gebrannt. Die Sparte steht für gut 70 Prozent der Umsätze mit alkoholischen Getränken. Lebensmittelhändler fragen die edleren Tröpfchen immer stärker nach. Gleichzeitig sind in dem Bereich laut Berentzen deutlich höhere Margen möglich.

Gesundes Wachstum


Dass der Trend die sinkenden Volumina in den unteren Preissegmenten nicht voll kompensiert, stört Firmenchef Oliver Schwegmann daher weniger. Für ihn ist die Rohertragsmarge wichtiger, weshalb Artikel mit niedrigeren Gewinnspannen schrittweise aus dem Angebot entfernt werden. In den ersten neun Monaten 2019 konnte die Rohertragsmarge so bereits um 120 Basispunkte auf 46,6 Prozent gesteigert werden. Ab 2020 sollen sich die Maßnahmen im Ergebnis niederschlagen.

Dazu tragen auch alkoholfreie Erfrischungen bei. Ein Wachstumstreiber hier ist "Mio Mio", eine Reihe mit matehaltigen Getränken. In den ersten neun Monaten 2019 stieg der Absatz um 36 Prozent. Das zweistellige Wachstum soll anhalten, denn Berentzen schwimmt mit dem Getränk auf der Welle der gesundheitsbewussten Ernährung. Mio Mio ist das erste alkoholfreie Produkt, das Berentzen deutschlandweit verkauft. Wirklich stark ist der Vertrieb jedoch erst in Nord- und Ostdeutschland, die Marktdurchdringung in Süddeutschland hinkt noch hinterher. Ein neu organisierter Vertrieb soll den Rückstand aufholen und das Absatzgebiet vergrößern.

Auch die Kräuterlimonade "Kräuterbraut" soll deutschlandweit etabliert werden und dabei vom Mio-Mio-Verkaufsnetz profitieren. Und auch die Saftpressen sollen wieder zum Wachstum beitragen. Neben Produktinnovationen wie Geräten, die leichter zu reinigen sind, soll ein beigelegter Rechtsstreit mit dem Vertriebs­partner in den USA die Verkäufe bald anschieben.


Bildquelle: Berentzen-Gruppe, BÖRSE ONLINE

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