Die Coronavirus-Pandemie mag am Abklingen sein. Auf Veranstaltungen wie Aktien-Konferenzen hat Covid-19 aber nach wie vor einen großen Einfluss. So fand beispielsweise die alljährliche branchenübergreifenden US-Konferenz der Berenberg Bank in diesem Jahr wieder virtuell statt und nicht am üblichen Veranstaltungsort Tarrytown bei New York.

Aus den Nachbesprechungen zu den Präsentationen der Gesellschaften haben wir fünf Firmen herausgepickt, bei denen das Management laut Berenberg Bank Optimismus verbreitete und bei denen die Aktien mit Kaufempfehlungen von Seiten der deutschen Privatbank versehen sind.

Letztlich bot es sich dabei an, uns bei der Selektion auf Vertreter aus dem Gesundheitssektor zu fokussieren. Auch weil Anleger an einigen dieser Titel gerade besonders viel Interesse zeigen. Nachfolgend berichten wir, was die Vorstandsvertreter jeweils zu den eigenen Geschäften und Aussichten zu berichten hatten. Die Kaufempfehlungen der Berenberg Bank zu diesem Quintett birgt dabei in der Spitze 47 Prozent an Aufwärtspotenzial gemessen an den aktuellen Notierungen.

Bevor es mit der Berichterstattung losgeht, vorab noch ein kurzer Hinweis dazu, wie die Berenberg Bank derzeit allgemein die Marktaussichten beurteilt. Die zuständigen Analysten bezeichneten jüngst die Aktienmärkte als heiß und bei einem typischen durchschnittlichen historischen Kursverlauf signalisiere die Saisonalität auch eine Pause. In einigen Fällen blinkten sogar die Verkaufssignale.

Absolut gesehen seien die Aktienmärkte überzogen hoch bewertet, aber relativ zur Liquidität, den Zentralbankbilanzen, den Zinssätzen oder dem Bargeld seien Aktien in Sachen weiterhin als gut bis sehr gut einzustufen. Zumindest gelte diese Einschätzung so lange, wie die Liquiditätsunterstützung anhalte und sich das Gewinnwachstum je Aktie stark erhole. Wobei man genau das bei der Berenberg Bank zunächst für wahrscheinlich hält.

Trotz der angespannten absoluten Bewertungen erschienen Aktien, Technologie und Mega-Caps im Vergleich zu Anleihen weiterhin günstig. Es sei derzeit auch noch schwer vorstellbar, welche Nadel den Markt derzeit zum Platzen bringen könnte. Technologie- und Mega-Cap-Aktien schienen jedenfalls fundamental gut unterstützt zu sein. Insgesamt gebe es Unterstützung für einen weiteren Aufwärtstrend in den kommenden sechs bis zwölf Monaten, angesichts einiger Warnsignale sollten Anleger in nächster Zeit aber auf der Hut bleiben.

Qiagen-Aktie



Auf der Konferenz vertreten waren auch das Diagnostikunternehmen Qiagen. Die Berenberg Bank traut den Aktien des Unternehmens einen Kursanstieg auf 56,00 Euro zu. Verglichen mit der Schlussnotiz vom Freitag von 39,42 Euro verspricht das einen Anstieg von rund 42 Prozent.

Wie es von Seiten der zuständigen Analysten heißt, hielt der Finanzvorstand Roland vor den Delegierten der Berenberg Conference USA eine optimistische Präsentation zu den Geschäftsaussichten für 2021 und darüber hinaus. Die Vorhersage für ein Umsatzwachstum auf Basis konstanter Wechelskure von 18-20 Prozent in diesem Jahr beinhaltet bereits die Erwartung einer Normalisierung der COVID-19-bezogenen Nachfrage im zweiten Halbjahr.

Obwohl die Normalisierung bei PCR-Tests (Polymerase-Kettenreaktion Sackers) in den USA schneller als erwartet eingetreten sei, bleibe die COVID-19-bezogene Nachfrage außerhalb Amerikas (56 Prozent des Umsatzes) robust. Das Unternehmen erlebe auch eine starke Erholung der Nachfrage im Bereich Life Sciences und eine besser als erwartete Erholung im Routinegeschäft (das nicht COVID-19-bezogene Geschäft stieg im ersten Quartal um 16 Prozent).

Sacker vertrat die Ansicht, dass das Unternehmen über ein sehr umfassendes Portfolio verfügt, um den Anforderungen der Krise gerecht zu werden (z. B. Probenextraktion, Low-Plex- und Multiplex-Tests, Sequenzierungspanels, Wassertests sowie Antikörper- und Antigentests). Der Finanzchef räumt jedoch ein, dass die Nachfrage nach diesen Lösungen nachlassen wird, wenn die Krise besser unter Kontrolle ist. Das Augenmerk liegt weiterhin auf der Umsetzung der Hauptwachstumstreiber, von denen der Konzern glaubt, dass sie das Geschäft mittelfristig wieder zu dynamischem Wachstum führen werden.

So habe Qiagen Erstens im Bereich Sample Technologies eine starke Position bei manuellen Workflows für Kunden mit geringeren Testvolumina und bei automatisierten Workflows für Kunden mit hohen Testvolumina. QuantiFERON-TB bleibe ebenfalls ein wichtiger Treiber und habe im bisherigen Jahresverlauf eine deutliche Erholung erfahren. Optimistisch schätze das Management auch die Aussichten für die beiden neuen Plattformen QIAstat-Dx und NeuMoDx ein.

In Sachen Profitabilität zeigte sich der Finanzvorstand zuversichtlich, dass Qiagen die Pandemie mit strukturell höheren Margen als zuvor verlassen wird. Er erwartet, dass die Bruttomargen im Jahr 2022 steigen und sich die F&E-Ausgaben stabilisieren werden. Ob die EBIT-Margen jedoch auf dem aktuell hohen Niveau von 34 Prozent gehalten werden können, werde auch ein wenig von der Umsatzentwicklung im nächsten Jahr abhängen.

In Bezug auf den Kapitaleinsatz erklärte Sackers, der Konzern habe in der Vergangenheit Aktienrückkäufe getätigt und sei offen dafür, dies auch in diesem Jahr wieder zu tun. Das Unternehmen hoffe dabei, dass jede Aktivität in diesem Bereich den Investoren das Vertrauen in die mittel- bis langfristigen Wachstumsaussichten des Konzerns demonstriere.


Shop Apotheke Europe-Aktie



Flagge gezeigt hat bei der Konferenz auch die Shop Apotheke Europe NV. Bei dem Online-Versandhändler hat die Berenberg Bank das Kursziel im Zuge einer Kaufempfehlung auf 230,00 Euro festgelegt. Da der Titel den Xetra-Handel am Freitag mit Kursen von 156,90 Euro beendete, ergibt sich daraus theoretisch die Chance auf einen Anstieg von 46,6 Prozent.

Was die Ergebnisschätzungen angeht, rechnet die deutsche Privatbank in diesem Jahr noch mit einem Minus von 0,21 Euro. 2022 und 2023 sollen daraus dann aber Gewinne von 1,19 Euro bzw. von 2,88 Euro herausspringen.

Das genannte Kursziel impliziert beim Verhältnis von Unternehmenswert zum Umsatz einen Multiplikator von 3,5 für 2021, der gemessen an den Prognosen für 2023 auf 2,3 falle. Das Unternehmen biete von 2020 bis 2025 eine durchschnittliche jährliche Umsatzwachstumsrate von 24 Prozent. Dem Online-Apothekenmarkt steht man aufgrund der immer noch niedrigen Penetrationsraten (insbesondere bei verschreibungspflichtigen Medikamenten), der positiven Stückkosten (hochwertige Artikel, relativ niedrige Versandkosten und niedrige Retourenquoten) und der hohen Eintrittsbarrieren weiterhin positiv gegenüber.

Wie die Analystin Charlotte Friedrichs berichtet, war der Grundton eines Kamingesprächs mit dem Shop Apotheke-Finanzvorstand Jasper Eenhorst zuversichtlich und beruhigend. Die Aktie habe aufgrund von Gerüchten über mögliche Verzögerungen bei der Einführung des elektronischen Rezepts in Deutschland eine volatile Phase durchlaufen. Eenhorst habe aber betont, dass die Erwartung der Shop Apotheke, dass die verpflichtende Einführung des elektronischen Rezepts zum 1. Januar 2022 erfolgen wird, unverändert geblieben sei. Die Prognose des Unternehmens für 2021 enthält keinen Beitrag aus elektronischen Rezepten und das gilt auch für die diesjährigen Ergebnisschätzungen der Berenberg Bank.

Vor dem Hintergrund eines herausfordernden Marktumfelds im Bereich der rezeptfreien Medikamente (OTC) und des Gegenwinds durch das Bonusverbot für verschreibungspflichtige Medikamente (Rx) habe Shop Apotheke im ersten Quartal ein beeindruckendes Umsatzwachstum von 22,5 Prozent verzeichnet. Für das 2. Quartal erwarte das Management keine signifikante Veränderung des Marktumfelds, da die Sperrungen anhielten und die Nachfrage nach Erkältungs- und Grippemitteln sowie Allergieprodukten weiterhin schwach sei. Shop Apotheke habe im ersten Quartal 2021 rund 0,5 Millionen neue Kunden gewonnen und verfüge nun über einen Kundenstamm von 6,8 Millionen Kunden.

Die Investoren konzentrierten sich laut Friedrichs in der Diskussion auf die Kundengewinnungskosten. Shop Apotheke sehe in einer Reihe von europäischen Ländern ein vielversprechendes Potenzial für eine höhere Online-Penetration und man habe darauf hingewiesen, dass die Kundengewinnungskosten weiterhin günstig seien. Im Bereich der Rx-Arzneimittel habe Eenhorst von einer guten Kundenbindung auch nach Einführung des Bonusverbots gesprochen und er sehe mittelfristig eine Online-Penetration von rund zehn Prozent, ähnlich wie in Schweden.


Bayer-Aktie



Vom Chemie- und Pharmakonzern Bayer waren bei der Konferenz Bayer Finanzvorstand Wolfgang Nickl sowie Oliver Maier, Leiter Investor Relations, mit am Ball. Doch bevor wir auf deren Botschaften eingehen, zunächst kurz der Hinweis, dass die Berenberg Bank hier ein Kaufvotum mit einem Kursziel von 74,00 Euro versehen hat. Da der Titel am Freitag mit 55,9 Euro aus dem Xetra-Handel ging, birgt diese Vorgabe ein Aufwärtspotenzial von gut 32 Prozent.

Analyst Sebastian Bray erinnert in seiner Nachbesprechung zunächst daran, dass das 56 Milliarden Euro schwere Life-Science-Unternehmen in den Endmärkten Healthcare, Agriculture und Consumer Health tätig ist. Der Tenor des Kamingesprächs sei positiv ausgefallen, der Finanzchef habe bestätigt, dass Bayer einen "recht guten Start ins Jahr" gehabt habe. Der größte Unsicherheitsfaktor bleibe der Ausgang der Vergleichsverhandlungen für die Multidistrict Litigation im Zusammenhang mit Glyphosat in den USA.

Nickl gab ansonsten einen Überblick über die Investitionen, die Bayer tätigt, um sicherzustellen, dass das Unternehmen sein Ziel von 7,0-7,5 Euro beim Gewinn je Aktie bis 2024 (2021: 5,6- 5,80 Euro) und langfristiges Wachstum über dieses Jahr hinaus erreichen kann. Bei einem Umsatz von 41 Milliarden Euro gibt das Unternehmen demnach 2,7 Milliarden Euro pro Jahr für F&E im Bereich Pharma aus, zwei Milliarden Euro im Bereich Crop (doppelt so viel wie der nächste Wettbewerber) und den Rest im Bereich Consumer Health.

Optimistisch geben sich die Verantwortlichen auch hinsichtlich der Entwicklung des eigenen Pharma-Portfolios ab 2024, wenn die Patentabläufe von Xarelto und Eylea beginnen, sich wesentlich auszuwirken. Und zwar geht man davon aus, dass auf einen Umsatzrückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich im Jahr 2024 eine Rückkehr zum Wachstum ab 2025 folgen wird. Denn erstens könnten die Patent-"Klippen" für Xarelto und Eylea aufgrund der Staffelung des Exklusivitätsverlustes in verschiedenen Regionen eher "Patentdellen" sein. Und zweitens glaubt man, dass sowohl kurzfristige Produkteinführungen als auch mittelfristige Produkteinführungen sehr erfolgreich sein können.

Das Management setzt darauf, dass von Kosteneinsparungen wesentliche positive Impulse ausgehen und man ist dabei zuversichtlich, den Inflationsdruck kontrollieren zu können. Bei der Nettoverschuldung bleibe das Zile bis 2024 eine Spanne von 28-30 Milliarden Euro (2021: 35-36 Milliarden Euro).

Das genannte Kursziel von 74,00 Euro war am 13. Mai um sechs Euro angehoben worden, wobei das im Rahmen von angehobenen Ergebnisschätzungen passierte. Die neuen Prognosen zum Gewinn je Aktie für die Jahre 2021 bis 2023 lesen sich wie folgt: 6,25 Euro. 6,75 Euro und 6,96 Euro. Auf letztgenannter Basis ergibt sich ein geschätztes KGV von gut acht. Für Bray sind die Aktien des DAX-Vertreters im Branchenvergleich günstig bewertet.


BioNTech-Aktie



Bei den Aktien von BioNTech kann sich die Berenberg Bank derzeit einen Anstieg bis auf 235,00 Dollar vorstellen. Das heißt, laut diesem Ansatz haben die Anteilsscheine des Biotechunternehmens annähernd 20 Prozent Luft nach oben, wenn man die Vorgabe mit der Nasdaq-Schlussnotiz von 195,69 Dollar vom Freitag vergleicht.

Der Corinavirus-Impfstoffhersteller war auf der Konferenz durch den Chief Strategy Officer des Unternehmens, Ryan Richardson, vertreten. Im Mittelpunkt des Kamingesprächs standen laut Analyst Zhiqiang Shu das kommerzielle Potenzial des COVID-19-Impfstoffs BNT162 und die Entwicklung der breiten Onkologie-Pipeline von BioNTech. Das Unternehmen habe sich während der gesamten Sitzung zuversichtlich gezeigt und dabei erklärt, dass man glaubt, dass die neuen Daten und die Erweiterung der Produktionskapazitäten die kommerziellen Möglichkeiten seines COVID-19-Programms weiterhin unterstützten. Ermutigt durch den Erfolg von BNT162 werde BioNTech die Entwicklung anderer Programme im Bereich Infektionskrankheiten und Onkologie beschleunigen.

Im April 2020 ging BioNTech bekanntlich eine Partnerschaft mit Pfizer ein, um einen mRNA-Impfstoff für COVID-19 zu entwickeln. Seitdem der Impfstoff im Dezember letzten Jahres eine Notfallzulassung erhalten hat, arbeiten die Unternehmen an der Erweiterung der Produktionskapazitäten, um die weltweite Nachfrage zu decken. BioNTech hat kürzlich mitgeteilt, dass im Jahr 2021 drei Milliarden Dosen ausgeliefert werden sollen, von denen 1,8 Milliarden bereits unter Vertrag sind. BioNTech deutete während des Chats an, dass weitere Verträge in der Diskussion seien. Zusätzliche Chancen ergäben sich aus potenziell mehr Dosen in China, die vom Partner Fosun vermarktet würden, sofern sie zugelassen werden. Außerdem würden im Laufe des Jahres zusätzliche klinische Daten zu Auffrischungsimpfungen und variantenspezifischen Impfungen erwartet.

Das Unternehmen sieht auch eine langfristige Chance für seinen Impfstoff COVID-19, da Auffrischungsimpfungen erforderlich sein könnten. Neuere Daten haben demnach gezeigt, dass die Immunität nach der Impfung abnimmt. Dies sei wichtig für die Langlebigkeit der kommerziellen Möglichkeiten für den COVID-19-Impfstoff. In der Tat seien mehrere Verträge für Dosen über das Jahr 2021 hinaus angezeigt worden. Die EU habe signalisiert, dass sie einen Vertrag unterzeichnen werde, der 900 Millionen Dosen im Jahr 2022 bestätigt, und im Jahr 2023 optional 900 Millionen Dosen beinhalte.

Richardson habe sich auch zuversichtlich gezeigt, auf der Grundlage des erfolgreichen COVID-19-Impfstoffprogramms andere Infektionskrankheitsprogramme zügig vorantreiben zu können. Bei den neun präklinischen Programmen sei das Grippeimpfstoffprogramm an Pfizer auslizenziert und BioNTech habe Anspruch auf Meilensteinzahlungen und Tantiemen. Eine Phase-1-Studie beginne im 3. Quartal. Shu erwartet, dass das Unternehmen die Erlöse aus dem COVID-19-Impfstoff nutzen wird, um andere Impfstoffprogramme in die Klinik zu bringen.

Mehrere Onkologieprogramme befinden sich in der späten Entwicklungsphase; viele weitere werden in diesem Jahr in die Klinik kommen. Das Unternehmen sei ermutigt durch die vorläufigen klinischen Daten aus seinem CAR-T-Zell-Therapieprogramm. In den nächsten fünf Jahren erwarte BioNTech mehrere Krebsmedikamente, die zugelassen werden oder sich in der späten Entwicklungsphase befinden.

BioNTech baut seine globale Präsenz aus und baut ein Powerhouse der Immuntherapie auf. Das Unternehmen wird laut Richardson nach Möglichkeiten suchen, seine Pipeline und seine globale Präsenz weiter auszubauen, auch durch Lizenzvereinbarungen. Während Pfizer ein wichtiger strategischer Partner für BioNTech bleiben werde, sei das Management zuversichtlich, dass man in der Lage ist, Medikamente selbst zu entwickeln und aus seinen Produktions- und kommerziellen Fähigkeiten Kapital zu schlagen.


CureVac-Aktie



Vom Biopharma-Unternehmen CureVac mit rechtlichem Sitz in den Niederlanden und Zentrale in Tübingen nahmen Vorstandschef Franz-Werner Haas und Investor Relations-Leiterin Sarah Fakih an der Konferenz teil. Die Berenberg Bank hat bei diesem an einem Covid-19-Wirkstoff arbeitenden Unternehmen zwar eine Kaufempfehlung ausgesprochen. Allerdings bewegt sich das Kursziel mit 123,00 Dollar nur um 6,6 Prozent über der Schlussnotiz von 115,34 Dollar vom Freitag.

Die Diskussion zu CureVac konzentrierte sich laut Analyst Zhiqiang Shu sich vor allem auf das Impfstoffprogramm COVID-19. Das Management sei optimistisch, dass das Ergebnis der Phase-3-Studie eine mögliche bedingte Marktzulassung unterstützen wird. Darüber hinaus seien die Verantwortlichen der Ansicht, dass die Entwicklung eines Impfstoffs der zweiten Generation wichtig für die langfristigen kommerziellen Möglichkeiten sein werde. Das Potenzial von mRNA-Medikamenten in anderen therapeutischen Bereichen sei ebenfalls diskutiert worden.

Die globale Phase-3-Studie zur Evaluierung von CVnCoV sei auf dem besten Weg, um im zweiten Quartal Daten präsentieren zu können. Das Management warne vor einem einfachen Vergleich mit anderen zugelassenen mRNA-Impfstoffen aufgrund des Auftretens von Varianten. Bei der Veröffentlichung der ersten Interimsdaten plane CureVac, COVID-19-Fälle sowie deren verursachende Varianten zu berichten. Dieser Datensatz solle die rollierende Einreichung bei der Aufsichtsbehörde EMA vervollständigen, die im Februar begonnen habe. CureVac sehe das Potenzial eines Booster-Marktes; die Daten aus den laufenden Studien sollten Aufschluss über die Notwendigkeit und Häufigkeit einer Booster-Dosis geben. Wie bei der letzten Telefonkonferenz bekannt gegeben, sollen Ergänzungen zur Phase-2a-Studie in Südamerika ebenfalls hilfreiche Daten zur Unterstützung einer möglichen Zulassung liefern.

In Zusammenarbeit mit GlaxoSmithKline entwickele CureVac außerdem einen Impfstoff der zweiten Generation gegen COVID-19, der bei einer noch niedrigeren Dosis wirksam sein könnte und gegen mehrere Virusstämme multivalent sein könnte, was der Bedrohung durch zukünftige Varianten entgegenwirken könnte. Dieser Impfstoff basiere auf der unveränderten mRNA-Technologie von CureVac mit technischer Unterstützung von GlaxoSmithKline. Während der Impfstoff der ersten Generation in erster Linie die europäischen Märkte bedienen werde, solle der Impfstoff der zweiten Generation in den USA eingeführt werden. Darüber hinaus habe das Management darauf hingewiesen, dass die Durchführung einer COVID-19-Impfstoffstudie in einer Post-Pandemie-Ära eine Strategie beinhalten könnte, die eine Nicht-Unterlegenheitsbewertung gegenüber zugelassenen Impfstoffen beinhalte.

Das Management habe bestätigte, dass die Produktionsziele von 300 Millionen und einer Milliarde Dosen in den Jahren 2021 bzw. 2022 weiterhin Bestand haben. Das Unternehmen baue weiterhin ein CDMO-Netzwerk auf, um die Produktion zu unterstützen, sobald der Impfstoff grünes Licht von der EMA erhält. Das Management betonte laut Shu, dass mRNA-Impfstoffe hochgradig skalierbar seien und die variablen Produktionskosten niedrig sein sollten, sobald die Kapazitäten aufgebaut seien.

Das Management habe sich positiv über das Potenzial der mRNA-Technologie in verschiedenen Krankheitsindikationen geäußert. Innerhalb der eigenen Pipeline werde das Unternehmen das Krebsmedikament CV8102, eine nicht-kodierende RNA, die das Immunsystem stimulieren soll, weiter in die klinische Phase bringen. Weitere Daten werden im Laufe dieses Jahres erwartet. Ein potenzieller Grippeimpfstoff sowie ein Tollwutimpfstoff in der klinischen Phase befinden sich in der aktiven Entwicklung. Das Management erinnerte die Delegierten daran, dass die GSK 2020-Kooperation fünf mRNA-Programme für Infektionskrankheiten umfasst.