Zwischen Regulierungssorgen und Sippenhaft mit der Wall Street


Anleger am Krypto-Markt sehen sich nach wie vor mit zahlreichen Unsicherheitsfaktoren konfrontiert. Neben der schwelenden Unsicherheit rund um Stablecoins ist es die Furcht vor sich verstärkenden Regulierungsmaßnahmen, welcher Börsianer umtreibt. Zudem bleibt die Abhängigkeit mit der Wall Street weiterhin zu groß.

Mittelabflüsse von Tether übersteigen die Marke von 10 Milliarden Dollar


Seit dem Kollaps des Stablecoins TerraUSD (UST) haben Investoren bei dem bekanntesten an den Fiatgeld gekoppelten Coin Tether mittlerweile über 10 Milliarden Dollar abgezogen. Das Vertrauen in derartige Anlageformen bzw. Stablecoins scheint stark beschädigt.

Aufsichtsbehörden rund um den Globus haben ihre Bedenken geäußert. Die durch den Zusammenbruch von UST ausgelöste Panik hat insbesondere die Aufmerksamkeit auf weitere Stablecoins wie etwa Tether gelenkt. Die Investoren sorgen sich, dass die bereits angelegten Daumenschreiben schon bald weiter festgezogen werden könnten. Nach wie vor steht das Börsenjahr 2022 ganz im Zeichen einer Regulierung. Die Probleme rund um Stablecoins und der damit einhergehende Schaden färbt auf die gesamte Branche ab.

EZB-Chefin Christine Lagarde warnt vor Investment in Krypto Assets


Die Chefin der Europäischen Zentralbank hat sich für eine Regulierung von Krypto Assets ausgesprochen und gleichzeitig vor den Risiken eines Investments gewarnt. In einem Interview gegenüber dem niederländischen Fernsehen sagte sie, dass sie sich Sorgen um die Menschen machen "die die Risiken nicht verstehen, die alles verlieren und schrecklich enttäuscht sein werden, weshalb ich glaube, dass dies reguliert, werden sollte".

Gleichzeitig betonte sie ihre Zweifel in puncto Wert der Digitalanlagen. "Meine sehr nüchterne Einschätzung ist, dass Kryptowährungen nichts wert sind, dass sie auf nichts basieren, dass es keinen zugrunde liegenden Vermögenswert gibt, der als Sicherheitsanker fungiert."

An einem "digitalen Euro" wolle die EZB jedoch weiterhin festhalten.

Technische Konstellation bleibt fragil - Ruhe vor weiterem Sturm?


Dass Schnäppchenjäger sich bis heute immer noch fernhalten, spricht für eine schwelende Unsicherheit und fehlenden Beweggründen, um im Krypto Markt wieder Fuß zu fassen. Die teilweise immer noch stark überverkaufte Gemengelage fungiert offensichtlich nicht als Lockmittel. Überzeugte Marktteilnehmer bleiben Mangelware und halten sich lieber hinter der Seitenlinie auf.

Ausgehend vom Rekordhoch bei rund 69.000 Dollar im November hat der Bitcoin mittlerweile mehr als 50 Prozent seines Wertes verloren. Vor allem die Aussicht auf steigende Zinsen in den USA gilt als eines der zentralen Belastungsfaktoren für den Markt. Bis heute ist nicht klar, wie stark die US-Notenbank Fed das Zinsniveau anpassen muss, um die Inflation in den Griff zu bekommen. Auch hierzulande erwägt die Europäische Zentralbank (EZB) mittlerweile einen ersten Zinsschritt im Juli. Die Zeiten des "billigen Geldes" scheinen mehr oder weniger dem Ende erklärt worden zu sein. Damit fehlt Bitcoin und Co eines der zentralen Kurstreiber aus den vergangenen zwei Jahren.