Die Finanzkrise von 2008 war im Vergleich zum aktuellen Kampf gegen die Corona-Pandemie wahrscheinlich ein Kindergeburtstag. Ging es damals im Wesentlichen um die Stabilität von Banken, Wirtschaft und schließlich Staatshaushalten, geht es diesmal für viele Menschen neben dem wirtschaftlichen auch ums konkrete physische Überleben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach diese Woche mit Blick auf die Corona-Krise von der größten Herausforderung seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945. Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron sieht seine Nation gar im Krieg gegen das Virus, das die Welt befallen hat. Die Börsen sind auf Talfahrt, die Umsätze vieler Unternehmen brechen ein, und Beschäftigte sorgen sich um ihre Arbeitsplätze.

Wie ernst Bund und Länder die Lage sehen, zeigen nicht nur die geschlossenen Schulen, Kindergärten und Läden sowie die Beschränkungen des öffentlichen Lebens, um die Verbreitung der Seuche zu bremsen. Der Ernst der Lage wird auch daran sichtbar, wie schnell die Bundesregierung und immer mehr Bundesländer milliardenschwere Hilfsprogramme auflegen, um die negativen Folgen der Pandemiebekämpfung für Unternehmen, Arbeitnehmer und Selbstständige so gering wie möglich zu halten.

Kredite und Bürgschaften


Bereits Ende vergangener Woche hatten Bundesfinanzminister Olaf Scholz und Wirtschaftsminister Peter Altmaier ein umfassendes Kredit- und Bürgschaftsprogramm vorgestellt, das Unternehmen stabilisieren soll. Zu dem Paket gehören Kredite und Kreditabsicherungen durch die staatliche Förderbank Kf W, deutlich mehr Einsatz der Bürgschaftsbanken sowie mehr Flexibilität beim Stunden von Steuerzahlungen. Zudem wurde die Möglichkeit der Betriebe, auf Kurzarbeit zurückzugreifen, ausgebaut.

Am Donnerstag dieser Woche wurde bekannt, dass die Bundesregierung nun auch ein Hilfspaket im Umfang von mindestens 40 Milliarden Euro auflegt, das sich an die bis zu fünf Millionen Solo-Selbstständigen sowie an Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten richtet. Ein Teil der Summe soll nicht als Kredit, sondern als direkter Zuschuss fließen. So etwas hatte zuvor nur Bayern eingeführt. Damit soll die Liquidität der Kleinstbetriebe sichergestellt werden, die unter Umsatzeinbußen leiden, aber weiter zum Beispiel ihre Miete zahlen müssen.

Derweil bereiten Volkswirte die Republik darauf vor, dass die Konjunktur wegen Corona womöglich noch stärker einbricht, als sie es im Zuge der Finanzkrise Ende der Nullerjahre getan hat. Das Institut für Weltwirtschaft in Kiel hält 2020 einen Einbruch des Bruttoinlandsprodukts um bis zu neun Prozent für möglich.