BMW bestätigte eine Einigung mit den Händlern, wollte aber keine Details nennen. Es handle sich um den höchsten derartigen Zuschuss bisher in China, sagte Verbandsvertreter Song Tao und verwies auf die Hofbestände, die im vergangenen Jahr einen Höchststand erreicht hätten. Der chinesische Markt, der größte Pkw-Markt der Welt, wächst seit einiger Zeit langsamer, die Preise sind wegen des harten Konkurrenzkampfes unter Druck. Auch andere ausländische Pkw-Bauer wie Toyotoa verhandeln deshalb mit ihren Händlern in China.

Diese hatten sich vor Kurzem bei den Behörden über die hohen Verkaufsziele beschwert, die ihnen von den Herstellern diktiert würden. Den in Boomzeiten geschlossenen Vereinbarungen zufolge müssten die Autohändler den Pkw-Konzernen eine bestimmte Anzahl von Fahrzeugen abnehmen - mehr, als die meist selbstständigen Unternehmer wiederum gewinnbringend verkaufen könnten. Während die Autobauer wie geplant Gewinne in China machen, sind es laut Cada vor allem die Händler, die die Folgen von Nachfrage- und Preisrückgängen ausbaden und Verluste hinnehmen müssen.

Fachleute gehen davon aus, dass sich das Wachstum des gesamten Pkw-Absatzes in China 2014 halbiert haben dürfte; 2013 verbuchte der Markt noch ein Plus von 14 Prozent. Deutsche Oberklasse-Fahrzeuge der rivalisierenden Marken Audi, BMW und Mercedes sind besonders gefragt. Weil zahlungskräftige chinesische Kunden zudem Wert auf hohe Motorisierungen und teure Sonderausstattungen legen, freuen sich die Autobauer dort über hohe Renditen.

BMW teilte in einer Stellungnahme mit, dass viele Autohändler in China im zweiten Halbjahr 2014 den Druck im Markt gespürt hätten. Der Münchner Autobauer habe bereits 2012 wegen fallender Verkaufspreise mit der Unterstützung seiner Händler begonnen, sagte ein hochrangiger Manager eines BMW-Händlers in China. 2013 seien rund drei Milliarden Yuan ausgezahlt worden. Die jetzt vereinbarte Zahlung von 5,1 Milliarden Yuan sei für BMW angesichts seiner starken Cashposition und des erwarteten hohen Ergebnisses unerheblich, heißt es in einer Kurzanalyse von Evercore ISI. Ein wesentlicher Teil sei bereits in den Zahlen der ersten neun Monaten 2014 enthalten. Auch auf 2015 entfällt demnach ein Teil der Zahlungen. Die Einigung mit den Händlern sei positiv und sollte die seit einiger Zeit immer wieder öffentlich geäußerte Kritik aus China beenden, so die Experten von Evercore ISI. An der Börse lag die BMW-Aktie am Nachmittag gut drei Prozent im Minus.

Reuters