"Noch sind wir nicht soweit, um sagen zu können: Das ist die Technologie, die uns die nächsten zehn bis 15 Jahre definitiv begleiten wird. Deswegen ist es wichtig, zu diesem Zeitpunkt mit weltweiten Partnern noch sehr viele Ressourcen in die Zellentwicklung zu investieren."

BMW baut derzeit eine Pilotanlage zur Zellfertigung in der Nähe von München auf, die im Jahresverlauf in Betrieb gehen soll. Dort soll vor allem geforscht werden. BMW-Betriebsratschef Manfred Schoch hatte sich wiederholt für den Aufbau einer eigenen Batteriezellfertigung ausgesprochen. Peter sagte, BMW habe eigene Batteriemontagen in seinen Werken. Bei den dafür nötigen Zellen setze BMW auf Partner in Europa, Asien und Amerika. Der Bedarf für die kommenden Jahre sei sehr ordentlich abgesichert. "Wir beschäftigen uns mit dem Thema permanent, aber es gibt derzeit keinen Grund, von unserer Strategie abzuweichen." Der Ansatz unterscheide sich seiner Einschätzung nach im Übrigen nicht sehr von dem, was andere Autobauer machten, ergänzte Peter. "Wir etablieren mit Partnern die notwendigen Strukturen im Umfeld unserer Werke."

"Ein nächster großer Entwicklungsschritt könnte die Feststoffbatterie sein, aber eher Ende des nächsten Jahrzehnts", betonte Peter weiter. Die Münchner arbeiten bei der Technologie, die höhere Reichweiten verspricht, mit dem US-Unternehmen Solid Power zusammen und haben dazu einen Anteil an dem Startup gekauft.

VW hat den Bau eigener Batteriezellfabriken gemeinsam mit Partnern angekündigt, Daimler hat sich einen Anteil am europäischen Batteriezellhersteller Automotive Cells Company gesichert. BMW arbeitet bei Batteriezellen unter anderem mit Northvolt, dem chinesischen Hersteller CATL und dem koreanischen Unternehmen Samsung SDI zusammen.

Der Hochlauf der Elektromobilität komme schneller voran als noch vor zwei oder drei Jahren angenommen, sagte Peter. "Wir sind gut vorbereitet." Im vergangenen Jahr verkaufte BMW mehr als doppelt so viele Elektroautos wie im ersten Corona-Jahr 2020, für 2022 wird mit einer weiteren Verdoppelung gerechnet. Die Münchner bringen mit elektrischen Versionen des 7er und des X1 zwei weitere Elektroautos auf den Markt, 2023 folgt der volumenstarke 5er. Insgesamt verkaufte die BMW-Gruppe im vergangenen Jahr 2,5 Millionen Autos - der Absatz liege damit nur knapp unter dem Niveau des Vorkrisenjahres 2019, "aber bei besserer Ergebnisqualität", sagte Peter. Die Gewinnmarge werde am oberen Ende der Prognosespanne von 9,5 bis 10,5 Prozent liegen.

Auch für das laufende Jahr seien die Aussichten günstig. Optimistisch stimmten ihn die Auftragsbücher. "Wenn ich mir die Geschichte der vergangenen zehn bis 15 Jahre ansehe, waren die noch nie auf dem Niveau, auf dem sie derzeit sind." BMW-Chef Oliver Zipse hatte zuletzt angekündigt, 6000 neue Mitarbeiter einzustellen. Ab April solle im Stammwerk in München regulär auch an Samstagen gearbeitet werden, um die Nachfrage zu decken, sagte eine Sprecherin. An der Börse kam das gut an. Die Aktie stieg zeitweise um knapp zwei Prozent auf ein Sechs-Jahres-Hoch von 99,30 Euro.

rtr