UMFRAGE

Chinas Geldpolitik stößt an ihre Grenzen

Chinas Geldpolitik stößt an ihre Grenzen
14.05.2015 09:30:00

Die chinesische Zentralbank hat am Wochenende zum dritten Mal innerhalb eines halben Jahres die Leitzinsen gesenkt. Damit reagiert sie auf die schwachen Wachstumszahlen: So hatte das Bruttoinlandsprodukt der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt im ersten Quartal nur noch um sieben Prozent zugelegt - das geringste Plus seit sechs Jahren. Von Wolfgang Ehrensberger

Die im Asset Manager Barometer Mai von BÖRSE ONLINE befragten führenden deutschen Vermögensverwalter rechnen mit weiteren geldpolitischen Lockerungen. 78 Prozent gehen davon aus, dass die Zentralbank weitere Stützungsmaßnahmen ergreifen wird. Allerdings glauben 80 Prozent der Teilnehmer, dass diese Maßnahmen die Wachstumsrate nicht wieder auf das bis vor Kurzem angestrebte Niveau von acht Prozent hieven werden. Viele Teilnehmer sehen darin jedoch auch eine Normalisierung hin zu einer entwickelten Wirtschaft. Die Börse Shanghai reagierte nach den jüngsten Zinssenkungen mit Kurssprüngen um drei Prozent.

"Österreichs Garantien sind wertlos"

Was die Einschätzung der aktuellen Wirtschaftslage in Deutschland angeht, lag das Asset Manager Barometer im Mai um 2,3 Prozent unterhalb des Vormonatswerts. Der Prognosewert für die kommenden zwölf Monate ging sogar um acht Prozent zurück. Seit dem steilen Anstieg zu Jahresbeginn hat sich das Barometer inzwischen auf hohem Niveau stabilisiert.

Die Vermögensverwalter befassten sich in der Mai-Umfrage auch mit dem umstrittenen Schuldenmoratorium für die Abwicklung der Kärntner Skandalbank Hypo Alpe Adria. Dabei sollen die Gläubiger trotz Landesgarantien einen Schuldenschnitt akzeptieren. Rund die Hälfte der Befragten kündigte an, ihre Investments in staatlich garantierte Anleihen nun grundsätzlich zu überprüfen. Allerdings wollen nur fünf Prozent Investments aus Österreich abziehen. "Landesgarantien mit juristischen Winkelzügen aufzuheben hat Österreich einen erheblichen Vertrauensschaden zugefügt", sagt Bert-Ardo Spelter vom Portfolioverwalter ICFB. "Die Angst ist berechtigt, dass hier ein Präzedenzfall für andere Staaten geschaffen wird." Uwe Eilers vom Verwalter Geneon rät Kunden sogar, keine Gelder mehr bei Banken zu parken, die der österreichischen Einlagensicherung unterliegen. "Österreichische Garantien sind wertlos."

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