Damit reicht es für die Ingolstädter nur zum dritten Platz. Die Krone geht in diesem Jahr an BMW: Die Münchner haben 2,2 Millionen Autos der Kernmarke verkauft, Daimler kam mit einem Absatzminus von fünf Prozent auf 2,05 Millionen Fahrzeuge auf den zweiten Platz.

Allein im vierten Quartal brach der Audi-Absatz um gut ein Drittel ein - noch stärker als bei der Konkurrenz in Stuttgart. Nach dem ersten Halbjahr hatte Audi noch auf Rekordkurs gelegen. Audi-Vertriebschefin Hildegard Wortmann sprach von einem herausfordernden Jahr: "Wenngleich die Halbleiterversorgung auch in den kommenden Monaten angespannt bleiben wird, gibt uns das kräftige Wachstum bei den Auslieferungen der E-Modelle Rückenwind für die weitere entschlossene Umsetzung unserer Roadmap." Zugleich verwies sie auf den hohen Auftragseingang sowie einen Rekord-Auftragsbestand.

Die Autoindustrie weltweit hat seit über einem Jahr mit der Knappheit von Computerchips zu kämpfen. Audi musste wie viele andere Hersteller die Produktion immer wieder anhalten. BMW hatte die Versorgung mit Halbleitern besser im Griff. Ein Grund dafür ist nach Einschätzung von Analysten die besseren Beziehungen der Münchner mit ihren Lieferanten.

Zu spüren bekam Audi die Halbleiterknappheit vor allem in China: In der Volksrepublik verkaufte das Unternehmen 701.289 Fahrzeuge, das sind 3,6 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Für Europa meldete Audi ein Minus von 0,4 Prozent, vor allem wegen einer Schwäche auf dem Heimatmarkt Deutschland, wo es um 15,6 Prozent abwärts ging. In Deutschland spielten neben dem Halbleiterengpass auch Sondereffekte wegen einer Mehrwertsteuersenkung in der zweiten Jahreshälfte 2020 eine Rolle. In den USA wurden dagegen fünf Prozent mehr Autos an die Kunden übergeben.

Kräftig aufwärts ging es zudem bei rein elektrisch angetriebenen Autos: 81.894 dieser Fahrzeuge wurden verkauft, das entspricht einem Plus von 57,5 Prozent. Audi hat angekündigt, bis 2025 mehr als 20 vollelektrische Modelle im Angebot zu haben. Ab 2026 sollen zudem keine neuen Verbrenner mehr auf den Markt kommen.

Bislang machen die drei deutschen Hersteller das Rennen im Premiumsegment immer unter sich aus. Doch der US-Elektroautopionier Tesla ist ihnen mit starkem Wachstum auf den Fersen. Analysten sagen für dieses Jahr, wenn das erste Werk der Kalifornier in Europa in Grünheide bei Berlin anläuft, einen Absatz von rund anderthalb Millionen Autos voraus.

rtr