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Commerzbank-Aktie: "Commerzbank 2020" wartet auf Blessings Ja-Wort

Commerzbank-Aktie:

WKN: A0ER4S ISIN: US23334L1026 DSW IncShs -A-

28.08.2015 07:43:30

Die Commerzbank braucht nach der Sanierung eine Perspektive für 2020 - und muss wissen, wer sie in die Tat umsetzt. Die Zeit am Kaiserplatz im Frankfurter Bankenviertel drängt, eine Alternative zu Vorstandschef Martin Blessing ist nicht in Sicht. Doch der kann es sich leisten, die Commerzbank auf die Folter zu spannen.

Der Kontrast könnte größer kaum sein: Als der Vertrag von Martin Blessing als Vorstandschef der Commerzbank 2011 zuletzt verlängert wurde, machte die Bank das verschämt auf Seite 271 eines Börsenprospektes publik. Viereinhalb Jahre später hofft und bangt man auf den Fluren der zweitgrößten deutschen Bank, ob der 52-Jährige über Oktober 2016 hinaus weitermachen will - mehr als ein Jahr vorher. Die Commerzbank braucht nach der Sanierung eine Perspektive für 2020 - und muss wissen, wer sie in die Tat umsetzt. Wie man es nicht macht, hat die Deutsche Bank gezeigt, wo John Cryan nun Anshu Jains Strategie Realität werden lässt.

Die Zeit am Kaiserplatz im Frankfurter Bankenviertel drängt, eine Alternative zu Blessing ist nicht in Sicht. Deshalb windet ihm der Aufsichtsrat Girlanden und lässt über die "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" verlauten, man wolle mit Blessing weitermachen. Doch anders als 2011, als sein Ansehen in der Öffentlichkeit am Tiefpunkt war, kann er es sich leisten, die Commerzbank auf die Folter zu spannen. "Die Frage beantworte ich, wenn es so weit ist", ließ Blessing dem Blatt ausrichten. Auch Kritiker wie Aktionärsschützer Klaus Nieding, der noch vor zwei Jahren seinen Rücktritt gefordert hatte ("Bei allem Respekt: Es reicht"), wollen, dass er bleibt: "Blessing und seine Hartnäckigkeit sind unterschätzt worden", sagte der DSW-Chef der Nachrichtenagentur Reuters. "Er ist so oft angezählt und beschimpft worden, dass er es sich nicht nehmen lassen sollte, jetzt die Früchte zu ernten. Ich würde das auch unterstützen."

Für viele in der Bank ist Blessing kaum verzichtbar. In der Satzung gibt es nicht einmal einen Stellvertreter für den Fall, dass der Chef krank, im Urlaub oder gerade verhindert ist. Im Umfeld des Aufsichtsrats gibt man sich gelassen: "Wir rechnen damit, dass er weitermacht. Schließlich hat er uns kein Signal gegeben, dass er geht." Formal kann der neue Vertrag auch erst im November geschlossen werden. Zwei Sitzungen lang hätte der Aufsichtsrat bis dahin noch Zeit, Nägel mit Köpfen zu machen. Anfang September sind die Aufsichtsräte auf Reisen nach Polen, zur Tochter mBank, Ende des Monats steht ihr Strategietreffen an.

Dort ringen die Vorstände meistens nur um die Budgets für das kommende Jahr. Doch diesmal könnte es um mehr gehen. Denn viele Ziele, die Blessing der Commerzbank vor drei Jahren für 2016 gesetzt hat, sind längst abgehakt. Die Privatkundensparte etwa wird aller Voraussicht nach trotz Niedrigzinsen die halbe Milliarde Euro verdienen, die man ihr als Ziel gesetzt hat. Anderes ist auch auf absehbare Zeit nicht zu schaffen, etwa das Renditeziel. "Man tut sich keinen Gefallen, damit weiter durch die Welt zu laufen", sagt ein Analyst, der nicht genannt werden will. Blessing selbst hat angedeutet, dass die Rendite wegen der höheren Kapitalanforderungen niedriger ausfallen dürfte.

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Bildquelle: Lisi Niesner - Reuters

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