EINZELHANDEL

Corona-Krise brockt Einzelhändlern größtes Umsatzminus seit 2007 ein

Corona-Krise brockt Einzelhändlern größtes Umsatzminus seit 2007 ein

WKN: 903869 ISIN: JP3305950002 CORONA CORP

29.05.2020 09:48:21

Die deutschen Einzelhändler haben im April wegen der Geschäftsschließungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie die stärksten Einbußen seit 2007 erlitten. Ihr Umsatz sank um 5,1 Prozent zum März, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte.

Dies sei "der stärkste Umsatzrückgang gegenüber einem Vormonat seit dem Januar 2007". Trotz mittlerweile wieder geöffneter Geschäfte reichen die Einnahmen dem Handelsverband Deutschland (HDE) zufolge wegen der schwachen Kundenfrequenzen bei weitem nicht an das Vorkrisenniveau heran. "Die Krise ist also keinesfalls vorbei", sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth und fordert weitere staatliche Hilfen.

Den größten seit 1994 gemessenen Umsatzeinbruch verzeichnete der Einzelhandel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren: Er zählte 70,9 Prozent weniger in den Kassen als im April 2019. Der sonstige Einzelhandel mit Waren verschiedener Art - wozu etwa Waren- und Kaufhäuser gehören - büßte 39,8 Prozent ein. "Gleichzeitig sorgte die weiterhin starke Nachfrage nach Gütern des täglichen Bedarfs zu erhöhten Umsätzen in anderen Bereichen, etwa in Supermärkten", erklärten die Statistiker.

"SCHLEICHENDER TOD"


So wuchs der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren um 9,5 Prozent zum Vorjahresmonat. Dabei zog der Umsatz bei den Supermärkten, Warenhäusern und Verbrauchermärkten um 11,5 Prozent an. Getoppt wurde das noch vom Internet- und Versandhandel, der ein Umsatzplus von 24,2 Prozent schaffte. "Veränderungsraten dieser Größenordnung sind selbst in dieser Branche ungewöhnlich und somit zu einem erheblichen Teil auf einen Sondereinfluss der Corona-Pandemie zurückzuführen", betonte das Statistikamt.

Der HDE geht davon aus, dass der Nicht-Lebensmittel-Handel von Juni bis Dezember insgesamt rund 15 Milliarden Euro Umsatz verlieren könnte. "Das durch die Corona-Pandemie verursachte Minus würde sich damit auf etwa 40 Milliarden Euro summieren", sagte Hauptgeschäftsführer Genth. Notwendig seien daher weitere staatliche Maßnahmen im Rahmen eines Rettungsfonds, der nicht nur die absoluten Härtefälle umfasse, sondern auch ehemals gesunde Unternehmen auf dem Weg aus der Krise heraus dauerhaft und zielgenau unterstütze. "Andernfalls steht zu befürchten, dass wir in den kommenden Monaten den schleichenden Tod vor allem - aber nicht nur - zahlreicher Mittelständler erleben werden mit allen damit verbundenen Konsequenzen für den Wirtschafts- und Wohnort Stadt", warnte Genth.

rtr


Bildquelle: William Barton/Fotolia

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