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Daimler-Aktie vor den Zahlen: Was Anleger wissen müssen

Daimler-Aktie vor den Zahlen: Was Anleger wissen müssen

WKN: 710000 ISIN: DE0007100000 Daimler AG

52,40 EUR
0,43 EUR 0,83 %
22.02.2019 - 11:22
06.02.2019 05:30:00

Mit einem 2019er-KGV von sechs zählt Daimler hinter Lufthansa und VW zu den fundamental gesehen günstigsten Papieren im DAX. Eigentlich könnten Anleger beim Autobauer beherzt einsteigen. Ausgebremst wird die Kauflaune seit Monaten allerdings durch einige Belastungsfaktoren, die wohl auch am Mittwoch auf die Agenda rücken. Von Franz-Georg Wenner

Die Ausgangslage für Daimler könnte durchaus schlechter sein: Von allen Premiumherstellern erzielt Mercedes-Benz noch immer den höchsten durchschnittlichen Verkaufspreis pro Fahrzeug. Beim Absatz haben die Schwaben zuletzt sogar Audi und BMW überholt. Dank einer Modelloffensive und erfolgreicher Reorganisation des China-Geschäfts läuft es gut, rund 55 Prozent den Konzernumsatzes entfallen auf den Pkw-Bereich. Daimler ist zudem weltweiter Marktführer im Lkw-Segment und kann so Skaleneffekte beim Einkauf, der Produktion und Entwicklung nutzen mit positiven Auswirkungen auf die Marge.



Ein weiterer Punkt, der häufig vergessen wird, betrifft die Aktionärsstruktur: Als einziger europäischer Automobilhersteller ist kein großer Staats- oder Familienaktionär an Bord. Kuwait und Vermögensverwalter wie Blackrock halten jeweils weniger als zehn Prozent. Dies erhöht den Druck auf das Management, möglichst hohe Renditen zu erzielen.


Dennoch sieht die Aktie nur die Rücklichter. Bereits seit April 2018 läuft der Kurs unter der 200-Tage-Linie, ausgehend vom Hoch im Januar 2018 steht der Kurs derzeit gut 30 Prozent tiefer. Der DAX hat im gleichen Zeitraum "nur" 17 Prozent verloren. Etwas Mut macht nur die kräftige die Erholung seit dem Dezember-Tief von gut 15 Prozent, der DAX schaffte nur die Hälfte. Startet 2019 somit die lang ersehnte Aufholjagd?

Risikofaktor Donald Trump



Wohl eher nicht. Für das wichtigste Pkw-Segment bleibt das Umfeld schwierig. Im vergangenen Jahr musste Daimler bereits im Juni und Oktober die Ergebniserwartungen nach unten nehmen. Zwar werden sich einige Sonderfaktoren wie behördliche Verfahren im Dieselstreit, Rückstellungen aufgrund eines Kühlmittels und Zulieferprobleme sowie die WLTP-Umstellung im neuen Jahr nicht mehr so deutlich negativ auswirken wie 2018. An den grundsätzlichen Herausforderungen hat sich aber wenig geändert. Im Bereich Forschung und Entwicklung stehen mit den Mega-Themen autonomes Fahren und E-Mobilität milliardenschwere Investitionen an.

Dazu kommen geopolitische Risiken aufgrund der Handelsspannungen zwischen den USA und China und möglicherweise auch bald noch stärker zwischen den USA und Europa. US-Präsident Donald Trump hat sich bereits mehrfach die deutschen Autobauer vorgeknöpft. Wegen dem Konflikt schwächelte zuletzt bereits Chinas Konjunktur - das Land ist der wichtigste Einzelmarkt für den deutschen Konzern. Im vergangenen Jahr sind die Neuwagenverkäufe erstmals seit zwei Jahrzehnten wieder gefallen. Auch der große amerikanische Automarkt droht zu schwächeln.

Gewinnschätzungen auf Talfahrt



Das Potenzial für Absatz- und Umsatzwachstum erscheint daher begrenzt, nur die Preise dürften im Premiumsegment vergleichsweise stabil bleiben. Nachdem Daimler im Oktober bereits die Guidance für 2018 nach unten genommen hat, liegt die Messlatte tief. Für 2018 wird ein kleines Umsatzplus auf 165 Milliarden Euro erwartet. Nach 8,7 Prozent Ebit-Marge in 2017 rechnen Analysten für 2018 mit sieben Prozent, 2019 könnten es sogar nur 6,9 Prozent werden. Erst ab 2020 ist wieder mit einer Belebung zu rechnen, dies gilt auch für die Zahl der weltweit verkauften Fahrzeuge. Kräftig abwärts zeigt der Trend bei den Gewinnschätzungen: Pro Aktie wurden für 2018 im September noch 8,60 Euro erwartet, aktuell sind es 7,34 Euro. 2019 sollen es 8,10 Euro werden. Vor diesem Hintergrund spiegelt auch das KGV von etwa sechs eher die hohe Skepsis wider und keine Schnäppchengelegenheit. Bereits seit einigen Jahren liegt die Kennzahl im einstelligen Bereich.

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Bildquelle: Regis Duvignau/Reuters, BÖRSE ONLINE

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