Ähnlich gute Gewinnaussichten wie dieMagnificent Seven - und eine bereitere Streuung über verschiedene Investmentthemen. Das versprechen sich die Strategen von Pictet von den „Terrific 20“. Was das bringt und welche Aktien dazugehören.

Die „Magnificent Seven“ waren das Lieblingsnarrativ der vergangenen Jahre: sieben Tech-Giganten, die den US-Aktienmarkt scheinbar im Alleingang nach oben zogen. Dieses Bild hat ein paar Risse bekommen. Gar nicht mal, weil die großen Sieben plötzlich „out“ wären, sondern weil hinter ihnen andere in Sachen Gewinnwachstum aufholen.

Pictet Asset Management spricht deshalb neben den „Glorreichen 7“ (Alphabet, Amazon, Apple, Meta, Microsoft, Nvidia, Tesla) schon von den „Terrific 20“.

Warum der Mythos der Sieben zu Ende geht

Die „Glorreichen 7“ haben der Börse in den vergangenen Jahren klar ihren Stempel aufgedrückt. Auch wenn einzelne – wie Tesla – zwischendurch mal den Anschluss verloren: In den vergangenen drei Jahren entfielen 50 Prozent der gesamten Performance des S&P 500 auf diese sieben Aktien. Doch die Strategen von Pictet stellen die Frage, ob es an der Börse nicht noch weitere Renditetreiber gibt.

Die „Terrific 20“ – was macht sie so „ausgezeichnet“?

Die „Terrific 20“ sind eine Gruppe von Mega-Caps, deren Aktienkursentwicklung über die vergangenen fünf Jahre mit der der „Glorreichen 7“ mithalten konnte. Doch während letztere vor allem vom KI-Boom getrieben werden, kommen die Terrific 20 nicht allein aus dem Tech-Bereich, sondern auch aus Branchen wie Konsum, Finanzen, Industrie und Energie.

Laut Pictet lagen ihre Aktienrenditen im Jahr 2025 im Schnitt sogar um etwa 12 Prozent über denen der „Glorreichen 7“.

Das sind die „Terrific 20“ (1-10)

- Broadcom

- JPMorgan

- IBM

- Berkshire Hathaway

- Visa

- Netflix

- ExxonMobil

- Mastercard

- Costco

- Walmart

Walmart (WKN: 860853)

Das sind die „Terrific 20“ (11-20)

- Oracle

- AT&T

- GE Aerospace

- Home Depot

- Wells Fargo

- Bank of America

- Palantir Technologies

- Chevron

- Philip Morris International

- Goldman Sachs.

Die Kehrseite: Es gibt auch mehr Bewertungsrisiken

So schön es ist, dass Anleger mit den Terrific 20 auf mehr Marktbreite setzen können: Es gibt auch ein Problem: Ihre Gewinne müssen nun auch der starken Kursentwicklung aus 2025 folgen. Doch die Treiber dahinter sind völlig unterschiedlich. Das fällt bei den Magnificent Seven leichter.

Zumal auch die Terrific 20 – wie sehr viele US-Aktien – bereits hoch bewertet sind. Pictet selbst räumt ein, dass die „Terrific 20“ bei Kennzahlen wie Gewinnwachstum oder Rentabilität „noch nicht geliefert“ hätten. Und das könnte zu Problemen führen.

Tatsächlich ist ihre Bewertung in nur zwei Jahren um 60 Prozent gestiegen, ihr Anteil am Gesamtgewinn des S&P 500 sank jedoch sogar von knapp 20 Prozent (vor zehn Jahren) auf 15 Prozent. Hinzu kommt, dass die Magnificent Seven immer noch ein höheres Gewinnwachstum versprechen als die Terrific 20: Seit 2020 sind die Gewinnerwartungen für die Mag-7 pro Jahr um 26 Prozent gestiegen, die der Terrific 20 jedoch nur um 15 Prozent. Das macht sie anfällig, falls die Wirtschaft ins Stocken gerät.

Dann doch lieber die „Forgotten 50“?

Während die „Terrific 20“ die neue Wachablösung an der Spitze sein könnten, denken die Pictet-Strategen bei den „Forgotten 50“ langfristiger. Hier gehe es vor allem um den Bewertungsabschlag und weniger um die Qualität.

Welche Unternehmen zu diesen 50 „Vergessenen“ gehören, erklären wir Ihnen morgen.

(Noch) nicht das Ende der Magnificent Seven

Pictet schreibt explizit, die Analyse bedeute nicht, dass die „Glorreichen 7“ vom Radarschirm der Anleger verschwinden. Schließlich seien sie in ihren Branchen marktführend und spielten eine wichtige Rolle beim Aufbau der KI-Infrastruktur. Investoren sollten aber gerade die aktuelle Sektorrotation nutzen, um eine Diversifikation jenseits des KI-Themas und über die klassischen US-Mega-Caps hinaus zu prüfen. Dabei können die Terrific 20 nur ein erster Schritt sein.


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