Auch Craig Erlam, Marktanalyst des Brokerhauses Oanda, erwartet eine Fortsetzung der Rally. "Inflation und Zinssätze sind zwar ein großer Gegenwind, aber die Wirtschaft ist stark, der Arbeitsmarkt ist angespannt und die Verbraucher sind in einer guten Position. Daran könnten sich die Anleger festhalten."

In den vergangenen Tagen kam der Dax jedoch unter dem Strich kaum vom Fleck. Spekulationen auf raschere Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed bereiteten der Jahresanfangsrally ein vorläufiges Ende. "Die Geldpolitik macht ernst und wird in den kommenden Monaten eine gewisse Korrektur an den Aktienmärkten in Kauf nehmen", warnt Anlagestratege Jürgen Molnar vom Brokerhaus RoboMarkets. "Erst wenn an der geldpolitischen Front Beruhigung einkehrt, dürften sich auch die Turbulenzen an den Finanzmärkten wieder legen."

OMIKRON KÖNNTE ANLEGERN STRICH DURCH DIE RECHNUNG MACHEN


Außerdem sollte die rasante Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus nicht unterschätzt werden, warnte Chris Iggo, Chef-Anleger des Vermögensverwalters Axa Investment Managers. "Wir befinden uns mitten in der vierten Pandemiewelle. Auch wenn die Zahl der Krankenhauseinweisungen und Todesfälle dank der Impfungen niedriger ist als bei früheren Wellen, kommt es immer noch zu Störungen. Dies wird kurzfristig einige Abwärtsrisiken für das Wachstum mit sich bringen."

Luca Paolini, Chef-Anlagestratege des Vermögensverwalters Pictet, äußert sich optimistischer. "Omikron mag zwar zu mehr Einschränkungen geführt haben, aber die wirtschaftliche Erholung bleibt dennoch widerstandsfähig. Das bedeutet, dass Aktien nicht anfällig für eine Korrektur zu sein scheinen."

NUR WENIGE US-KONJUNKTURDATEN ERWARTET


Da die Wall Street am Montag wegen des Feiertags Martin Luther King Day geschlossen bleibt, stehen vergleichsweise wenige US-Konjunkturdaten auf dem Terminplan. Am Freitag werden die Frühindikatoren für Dezember veröffentlicht. Analysten erwarten einen Anstieg um 0,8 Prozent zum Vormonat, nach einem Plus von 1,1 Prozent im November.

Diesseits des Atlantiks steht am Dienstag der ZEW-Index, der die Stimmung der deutschen Börsenprofis widerspiegelt, auf der Agenda. Experten sagen für Januar eine Verbesserung auf 32 Punkte von 29,9 Zählern voraus. Außerdem werden deutsche (Mittwoch) und europäische (Donnerstag) Preisdaten bekannt gegeben. "Gerade in Deutschland, aber auch in der Eurozone dürften die Inflationszahlen ab diesem Monat niedriger ausfallen", prognostiziert Robert Greil, Chef-Anlagestratege des Bankhauses Merck Finck. Grund hierfür seien Basiseffekte. Durch vorangegangene Preisanstiege fielen die aktuellen Veränderungen geringer aus.

Das chinesische Wirtschaftswachstum im vierten Quartal werde mit 2,8 Prozent hinter der Markterwartung von 3,6 Prozent zurückbleiben, prognostizierte Commerzbank-Analyst Hao Zhou. "Sieht man vom durch den Ausbruch der Corona-Pandemie massiv beeinträchtigten ersten Quartal des Jahres 2020 ab, wäre dies das bei weitem schwächste Wirtschaftswachstum seit einer langen Zeit." Grund hierfür seien die strengen Pandemie-Beschränkungen und der kriselnde Immobiliensektor. Die Zahlen zum chinesischen Wachstum werden am Montag veröffentlicht.

rtr