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VORSCHAU

DAX-Ausblick: Inflationsrisiken und Wachstumssorgen

DAX-Ausblick: Inflationsrisiken und Wachstumssorgen
22.05.2022 09:00:02

Die Kombination aus Inflationsrisiken und Wachstumssorgen wird Strategen zufolge auch in der neuen Woche an den Nerven der Anleger zehren. "Fallende Dax-Gewinnerwartungen sprechen zumindest bis zum Herbst 2022 für eine anhaltende, nervöse Schaukelbörse am deutschen Aktienmarkt, welche auch die nächste Woche prägen sollte", sagt Commerzbank-Stratege Andreas Hürkamp.

Zwischen Hoffen und Bangen ging es für den Dax in den vergangenen Tagen Auf und Ab. Bei einem Stand von 14.110 Punkten am Freitagnachmittag gewann er auf Wochensicht schlussendlich 0,7 Prozent.

Die anhaltend hohe Inflation bereitet weiterhin Sorge und schwächt bereits die Profitabilität großer US-Einzelhändler. "Sollten sich die schlimmsten Befürchtungen der Anleger in Bezug auf die schwindende Kaufkraft der Verbraucher bestätigen, wäre dies eine Hiobsbotschaft für die Börse", sagt Analyst Konstantin Oldenburger vom Online-Broker CMC Markets. Schließlich sei der Konsument ein wichtiger Faktor, um eine Rezession zu vermeiden.

Martin Lück, Chef-Anlagestratege für Deutschland, Österreich und Osteuropa beim weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock, setzt dennoch weiter auf Aktien. "Hierfür gibt es vor allem drei Gründe: Erstens dürfte ein Großteil der erwarteten Wachstumsschwäche eingepreist sein. Zweitens dürften sich Zinsängste bezüglich Fed und EZB als übertrieben erweisen. Und drittens bleiben die Realzinsen wohl im historischen Vergleich niedrig."

IFO UND FED-PROTOKOLLE IM BLICK


Investoren sind auch angesichts einer angespannten Lage im Energiesektor nervös, nachdem russische Lieferungen wegen des Ukraine-Krieges mehr und mehr wegbrechen. Der Konflikt und seine Folgen werden auch die Debatten der Lenker aus Politik und Unternehmen beim Weltwirtschaftsforum in Davos bestimmen, das bis Donnerstag stattfindet.

Die zahlreichen Belastungsfaktoren dürften den deutschen Unternehmen jedenfalls mehr und mehr auf die Stimmung schlagen. Experten rechnen bei dem am Montag anstehenden Ifo-Geschäftsklima im Mai im Schnitt mit einem Rückgang auf 91,4 von zuvor 91,8 Punkten. Einen Tag nach dem Ifo-Geschäftsklima werden auch die vorläufigen Mai-Zahlen für die Einkaufsmanagerindizes im Euroraum bekanntgegeben. Analysten erwarten, dass der Index für die Industrie weiter auf 55,0 von 55,5 gefallen ist, während der Index für den Dienstleistungssektor leicht auf 57,9 von 57,7 zugelegt hat.

Aus den USA werden Investoren die Teuerungsentwicklung im Auge behalten, nachdem die Verbraucherpreise im April überraschend stark gestiegen waren. Hierzu steht am Freitag der Deflator der privaten Konsumausgaben (PCE) an. Wie die US-Notenbank Fed im Kampf gegen die Inflation hinter den Kulissen agiert, könnte am Mittwoch bei der Veröffentlichung des Protokolls der vergangenen Sitzung ersichtlich werden. Notenbankchef Jerome Powell hatte die US-Bevölkerung zuletzt gewarnt, dass es "auch einige Schmerzen mit sich bringen wird, die Inflation auf zwei Prozent zu senken." Die Währungshüter beschlossen Anfang des Monats einstimmig eine Erhöhung um einen halben Prozentpunkt auf die neue Zins-Spanne von 0,75 bis 1,00 Prozent - der größte Zinssprung seit 22 Jahren. Sie signalisierten, weitere kräftige Schritte nach oben folgen zu lassen.

Bei der Bilanzsaison der Unternehmen gibt es lediglich ein paar Nachzügler, wie beispielsweise BayWa oder TAG Immobilien. Dagegen stehen einige Hauptversammlungen ins Haus. "Die Unternehmensgewinne sind bislang robust, die Unternehmensausblicke bleiben jedoch vage und zeigen das enorme Maß an Unsicherheit", sagt Analyst Frank Wohlgemuth von der National-Bank in Essen.

RUSSLAND DROHT ZAHLUNGSUNFÄHIGKEIT


An den Kapitalmärkten rückt am Mittwoch das Thema Russlands Zahlungsfähigkeit wieder in den Blickpunkt. Denn dann läuft eine Ausnahmeregelung der USA aus, die es Russland erlaubt, im Ausland eingefrorene Devisenreserven zur Bedienung von Anleihen zu nutzen. Am 27. Mai, zwei Tage nach Ablauf der US-Ausnahmeregelung, werden für zwei Staatsanleihen Zinsen in Höhe von 71 Millionen Dollar und 29 Millionen Euro fällig. Sollte Russland nicht zahlen können, gibt es eine 30-tägige Nachfrist. Erst nach deren Ablauf wäre ein Zahlungsausfall offiziell.

Trotz der westlichen Strafmaßnahmen und russischer Gegen-Sanktionen, die den internationalen Zahlungsverkehr erschweren, ist es der Regierung in Moskau bislang gelungen, sämtliche Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen.

rtr

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