Der immer weiter eskalierende Krieg in der Ukraine und die Furcht vor einer Rezession bei gleichzeitiger Inflation sorgten dennoch für genügend Abwärtsdruck.

Der Dax fiel am Vormittag zeitweise um bis zu fünf Prozent auf den tiefsten Stand seit November 2020. Am Nachmittag verlangsamte der Leitindex seine Talfahrt merklich und drehte sogar kurzzeitig ins Plus. Dann bröckelte er aber im Zuge einer schwächeren Eröffnung der New Yorker Wall Street wieder ab und verlor letztlich 1,98 Prozent auf 12 834,65 Punkte. Der MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen büßte 1,79 Prozent auf 28 342,73 Zähler ein.

Was am Montag an der Börse außerdem wichtig war


Netflix stoppt Russland-Geschäft
LOS GATOS - Nach der russischen Invasion in die Ukraine stellt Netflix den Betrieb in Russland ein. Bereits vor einigen Tagen hatte der Videostreaming-Riese angekündigt, er werde entgegen den Vorschriften keine russischen TV-Sender über die Plattform verfügbar machen. Jetzt zieht der US-Konzern den Stecker: Angesichts der Situation werde der Dienst ausgesetzt, sagte eine Netflix-Sprecherin am Sonntag.

KPMG und PwC trennen Russland-Geschäft ab
NEW YORK - Die großen Wirtschaftsprüfer KPMG und PwC trennen sich von ihrem Russland-Geschäft. Die bisherigen russischen Mitgliedsunternehmen werden aus ihren globalen Verbünden ausscheiden, teilten die Buchhaltungsriesen in der Nacht zum Montag mit. "Als Folge der Invasion der russischen Regierung in die Ukraine haben wir entschieden, dass PwC unter diesen Umständen keine Mitgliedsfirma in Russland haben sollte", erklärte das zuvor als PricewaterhouseCoopers bekannte Unternehmen. Zu den PwC-Kunden in Russland gehörten bisher unter anderem die Sberbank und der Ölkonzern Gazprom .

Puma schließt seine Läden in Russland
HERZOGENAURACH - Der Sportartikelhersteller Puma schließt seine Läden in Russland. Der operative Betrieb werde "vorübergehend eingestellt", teilte das Unternehmen am Samstag in Herzogenaurach mit. Puma betreibt in dem Land mehr als 90 Läden, die Mitarbeiterzahl gab der Sportartikelhersteller zuletzt mit über 900 an. Die Gehälter würden weiter gezahlt, hieß es. Zudem liefere Puma keine Produkte mehr nach Russland.

Vivawest statt Gazprom: Schalke findet neuen Sponsor
GELSENKIRCHEN - Der FC Schalke 04 ist bei der Suche nach einem Nachfolger für den bisherigen Hauptsponsor Gazprom vorerst fündig geworden. Wie der Fußball-Zweitligist am Samstag mitteilte, ziert der Schriftzug des Wohnungsunternehmens Vivawest ab sofort das königsblaue Trikot. Über die Details der neuen, temporären Partnerschaft vereinbarten beide Seiten Stillschweigen.

Bremerhavener Lloyd Werft an Rönner-Zech-Gruppe verkauft
BREMERHAVEN - Die Bremerhavener Lloyd Werft ist an die Rönner-Zech-Gruppe verkauft worden. Wie Rechtsanwalt Christoph Morgen am Samstag mitteilte, wurde der Kaufvertrag am späten Freitagabend unterschrieben. Morgen ist Insolvenzverwalter der Muttergesellschaft MV Werften in Mecklenburg-Vorpommern. "Zwei Tage lang haben wir mit unterschiedlichen Bietern intensive Verhandlungen geführt", hieß es. "Uns sind beide Konzepte umfangreich dargestellt worden. Am Ende hat die Rönner-Zech-Gruppe den Zuschlag erhalten." Bei den neuen Besitzern handelt es sich um den Bremer Bauunternehmer Kurt Zech und den Bremerhavener Stahl- und Schiffbauunternehmer Thorsten Rönner. Das Bundeskartellamt muss dem Kauf noch zustimmen, was zeitnah erwartet wird.

OMV prüft Ausstieg aus russischem Gasfeld/Abschreibungen auf Nord Stream 2
WIEN/KIEW/MOSKAU - Der Angriff Russlands auf die Ukraine lässt auch den teilstaatlichen österreichischen Ölkonzern OMV seine Russland-Strategie überdenken. In Russland werde es künftig keine Investitionen mehr geben, die 24,99-Prozent-Beteiligung am Erdgasfeld Juschno Russkoje werde "strategisch überprüft", heißt es in einer Mitteilung am Samstagabend nach einem Vorstandsbeschluss: "Diese Überprüfung beinhaltet alle Optionen, einschließlich Möglichkeiten einer Veräußerung oder Ausstiegs". OMV hatte den Anteil 2017 vom deutschen Kraftwerksbetreiber Uniper für rund 1,7 Milliarden Euro übernommen.

Tui-Großaktionär Mordaschow ordnete Beteiligung neu
HANNOVER/MOSKAU - Der russische Tui -Großaktionär Alexej Mordaschow hat seine Anteile an dem Reisekonzern noch kurz vor Verhängung der EU-Sanktionen neu geordnet. Von seiner bisher 34-prozentigen Beteiligung, die er über die Firma Unifirm im EU-Land Zypern gehalten hatte, übertrug er einen Anteil von 4,1 Prozent zu seiner russischen Holding Severgroup, wie Tui am späten Freitagabend in Hannover mitteilte. Seine Anteile an Unifirm, die er über zwei Tochtergesellschaften gehalten hatte, verkaufte er an eine Firma namens Ondero Limited auf den britischen Jungferninseln. Beides geschah demnach am 28. Februar.

Auch Zara-Mutter Inditex schließt alle Läden in Russland
MADRID - Nach dem Rückzug zahlreicher großer Firmen stellt nun auch der Zara-Mutterkonzern Inditex wegen des Ukraine-Krieges den Betrieb in Russland bis auf Weiteres ein. Man schließe vorübergehend alle 502 Läden in Russland, teilte das spanische Unternehmen am Samstag mit. "Unter den gegenwärtigen Umständen kann die Kontinuität des Betriebs und der Geschäftsbedingungen in der Russischen Föderation nicht garantiert werden", hieß es.

Paypal klemmt Russland ab
SAN JOSE - Der Bezahldienst Paypal stoppt seine verbliebenen Dienste in Russland angesichts des Angriffskrieges in der Ukraine. Davon betroffen sind unter anderem internationale Überweisungen. Das inländische Geschäft hatte der US-Konzern bereits Mitte 2020 eingestellt. "Paypal unterstützt das ukrainische Volk und verurteilt gemeinsam mit der internationalen Gemeinschaft Russlands gewaltsame militärische Aggression in der Ukraine", sagte Firmenchef Dan Schulman in einer Stellungnahme am Samstag. Das Unternehmen wird in Russland noch für eine eingeschränkte Zeit Guthaben-Abhebungen von Paypal-Konten zulassen.

Smartphone-Marktführer Samsung stoppt Lieferungen nach Russland
SEOUL - Der Elektronikriese Samsung hat wegen des russischen Einmarsches in die Ukraine seine Lieferungen nach Russland gestoppt. Der südkoreanische Konzern ist Marktführer bei Speicherchips, Smartphones und Fernsehern. In Russland sind seine Geräte stark gefragt. Bei Smartphones etwa lag Samsungs Marktanteil nach Zahlen der Analysefirma IDC bei 34 Prozent.

Baumärkte mit Einbußen nach Ausnahmejahr 2020 - aber Aufwärtstrend
KÖLN - Nachdem die Nachfrage nach Latten, Werkzeugen und Gartengeräten im ersten Corona-Jahr stark angezogen hatte, mussten Deutschlands Baumärkte im Jahr 2021 einen Dämpfer hinnehmen. Der Umsatz sei im Vergleich zu 2020 um 8,2 Prozent auf 20,3 Milliarden gesunken, teilte der Branchenverband BHB am Montag in Köln mit. Zu der Branche gehören auch Gartenfachmärkte.

ITB/Tui: Positiver Buchungstrend hält an - 'hoher Nachholbedarf'
HANNOVER/BERLIN - Der Ukraine-Krieg scheint die Nachfrage nach Urlaubsreisen in Deutschland bislang nicht zu dämpfen. Der Reisekonzern Tui Deutschland sieht nach eigenen Angaben zur Zeit keine grundsätzliche Veränderung im Buchungsverhalten. Laut einer Umfrage ist die Urlaubsreiselust die Menschen in Deutschland groß nach zwei Jahren Corona-Pandemie mit teils massiven Reisebeschränkungen.

dpa-AFX