Damit wurden die momentan schwachen Wirtschaftsdaten nicht zum Stimmungskiller an der Börse. So sank am Vormittag der Ifo-Geschäftsklimaindex auf das tiefste Niveau seit 2014. Die Commerzbank sieht im fortgesetzten Rückgang des Ifo-Geschäftsklimas und insbesondere des Dienstleistungsindexes einen Anhaltspunkt für ein gestiegenes Rezessionsrisiko. Chefvolkswirt Jörg Krämer urteilt in einem Kommentar: "Der Rückgang des Ifo-Geschäftsklimas ist ebenso wie der Auftragseingänge mittlerweile ähnlich ausgeprägt wie vor einigen Rezessionen der zurückliegenden vierzig Jahre."

Im DAX führt Wirecard mit einem Plus von 4 Prozent die Gewinnerliste an. Gemessen an den jüngsten Kurseinbrüchen ist das allerdings nur eine kleine Erholung. Wirecard-Chef Markus Braun geht von einer nachhaltigeren Erholung aus. Operativ laufe es für Wirecard weiterhin sehr stark. Zu den in der Financial Times erhobenen Vorwürfen sagte Braun, die interne Untersuchung sei weitestgehend abgeschlossen: "Deshalb kann ich heute schon sagen, dass an den Vorwürfen nichts dran ist."

Auf der anderen Seite brechen Sartorius um 2,6 Prozent ein. Auf die wie erwartet ausgefallenen Gesamtjahreszahlen 2018 und die Prognose für 2019 folgte Kursrally von 30 Prozent, weshalb für erste Analysten nun aus fundamentaler Sicht das erreichte Bewertungsniveau nicht mehr gerechtfertigt.

VW wiederum ließ nach Vorlage der Zahlen für 2018 eine eindeutige Richtung vermissen. Nachdem sie zunächst mit in der Spitze 149,44 Euro positiv darauf reagiert hatten, rutschen sie anschließend ins Minus. Zuletzt standen sie 0,35 Prozent tiefer bei 146,06 Euro und waren damit im moderat vorrückenden Dax im hinteren Drittel.

Der Autobauer hatte eine bereinigte operative Gewinnmarge (Ebit-Marge) von 7,3 Prozent ausgewiesen. Am Markt prognostiziert worden waren 7,1 Prozent. Die Marge sei das Wichtigste, sagte ein Händler in einer ersten Reaktion.

Die Papiere waren 2015 nach Bekanntwerden des Dieselskandals bis auf unter 90 Euro abgestürzt und hatten sich dann bis Anfang des vergangenen Jahres mühsam nach oben gearbeitet mit in der Spitze etwas mehr als 190 Euro. Dabei half, dass es im Tagesgeschäft für den Konzern nach wie vor ordentlich läuft und nach Ansicht von Analysten weiter große Einsparmöglichkeiten bestehen.

Seit dem Sommer 2018 pendelt der Volkswagen-Kurs in einer Seitwärtsspanne zwischen 131 und 160 Euro, während der europäische Autosektor in dieser Zeit deutlich nachgab. Die Branche steht wegen der Diskussion um die Zukunft des Diesels und der drohenden US-Zöllen unter Druck.

Was am Freitag an der Börse sonst noch wichtig war



EU droht Telefonica Deutschland wegen Verstößen nach E-Plus-Übernahme mit Strafe


Der Mobilfunk-Anbieter Telefonica Deutschland (O2) soll laut der EU-Kommission nach der Übernahme des Rivalen E-Plus gegen Auflagen verstoßen haben. Wenn dies zutrifft, könnte die Behörde von dem Unternehmen eine Geldstrafe von bis zu 10 Prozent des Jahresumsatzes verlangen, wie sie am Freitag in Brüssel mitteilte. Telefonica Deutschland hat 2018 einen Umsatz von 7,3 Milliarden Euro erzielt.

BGH äußert sich erstmals zum Diesel: Abschalteinrichtung ist Mangel


Anlass für die Mitteilung ist die kurzfristige Absage einer Verhandlung am 27. Februar. An diesem Tag sollte eigentlich über die erste Klage im Zusammenhang mit dem Dieselskandal verhandelt werden, die es bis zum BGH geschafft hat. Dieser Termin ist laut BGH aufgehoben. Der klagende Autokäufer habe seine Revision zurückgenommen, weil sich die Parteien verglichen hätten.

Kraft Heinz schockt Anleger mit Milliardenverlust und Dividendenkürzung


Der Nahrungsmittelkonzern Kraft Heinz ist 2018 wegen einer 16 Milliarden US-Dollar hohen Abschreibung auf den Wert von Marken und Sparten tief in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich stand 2018 ein Minus von 10,3 Milliarden Dollar (rund 9,1 Mrd Euro) nach einem Gewinn von knapp 11 Milliarden Dollar im Vorjahr, wie das 2015 fusionierte Unternehmen am späten Donnerstagabend in Pittsburgh und Chicago mitteilte. Neben den Abschreibungen kämpfte Kraft Heinz mit einem stagnierendem Umsatz und steigenden Kosten, die auf das operative Ergebnis drückten.

Daimler und BMW starten Aufbau von Mobilitätsdienst


Nutzer von Carsharing und Mitfahrdiensten bekommen künftig ein gemeinsames Angebot der sonst konkurrierenden Autobauer Daimler und BMW . Damit wollen die Unternehmen ihre weltweite Position auf dem umkämpften und wachsenden Markt ausbauen. Die Konzerne investieren mehr als eine Milliarde Euro, um ihre bestehenden Angebote zu erweitern und zu verzahnen, wie sie am Freitag in Berlin zum offiziellen Start des Zusammenschlusses mitteilten. Sie bringen demnach eine Kundenbasis von mehr als 60 Millionen aktiven Nutzern mit.

Britische Airlines dürfen bei ungeregeltem Brexit vorerst weiterfliegen


Entwarnung für die Urlaubssaison: Auch bei einem ungeregelten Brexit sollen der Flugverkehr in Europa weitgehend intakt und Sicherheitsstandards gewahrt bleiben. In beiden Punkten haben sich EU-Unterhändler auf befristete Notfallmaßnahmen für den Fall geeinigt, dass Großbritannien Ende März ohne Vertrag aus der Europäischen Union ausscheidet. Beides muss noch formal vom Rat der Mitgliedsstaaten und dem EU-Parlament bestätigt werden.

Teslas Model 3 verliert wichtige Kaufempfehlung wegen Beschwerden


Rückschlag für Tesla : Das einflussreiche US-Verbrauchermagazin Consumer Reports hat seine Empfehlung für den Hoffnungsträger Model 3 des E-Autobauers nach weniger als einem Jahr schon wieder einkassiert. Zur Begründung verwiesen die Tester am Donnerstag auf Beschwerden von Besitzern über lose sitzende Außenteile des Fahrzeugs und defekte Scheiben. An der Börse gerieten Teslas Aktien daraufhin spürbar unter Druck.

Societe Generale erwägt Stellenabbau im Investmentbanking


Die französische Bank Societe Generale (SocGen) will ihren Sparkurs verschärfen und dafür informierten Kreisen zufolge viele Stellen im Investmentbanking streichen. Die Bank könnte demnach Hunderte oder sogar Tausende Arbeitsplätze im globalen Kapitalmarktgeschäft, aber auch in der Finanz- und Personalabteilung kürzen, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen am Freitag berichtete.