In der laufenden Berichtssaison konnte unter anderem Dax-Schwergewicht Siemens überzeugen. Auch aus China kamen positive Nachrichten für die Börsen. Der strauchelnde chinesische Immobilienentwickler Evergrande leistete Insidern zufolge Zinszahlungen für eine Anleihe kurz vor Ablauf der Nachfrist. Das lindere die Angst der Anleger vor einer Pleite, sagte Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege vom Broker RoboMarkets. Evergrande-Aktien stiegen in Hongkong um knapp sieben Prozent.

Im Hinterkopf blieb aber die Teuerungsrate in den USA, die im Oktober mit 6,2 Prozent den höchsten Stand seit 31 Jahren erreichte. Vor dem Hintergrund nahmen die Spekulationen auf frühe Zinserhöhungen der US-Notenbank wieder Fahrt auf und schoben die Weltleitwährung an. Der Dollar-Index , der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, stieg um 0,3 Prozent auf ein Eineinhalb-Jahres-Hoch von 95,101 Punkten. Sollten die US-Notenbanker allerdings den Eindruck erwecken, vorerst nicht Handeln zu wollen, könne sich das Blatt schnell wenden, warnte Commerzbank-Analystin Antje Praefcke.

Vor diesem Hintergrund griffen weitere Anleger zu "Anti-Inflationswährung" Gold. Das Edelmetall verteuerte sich um 0,7 Prozent auf 1862 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

DELIVERY HERO UND SIEMENS ÜBERZEUGEN


Zu den Favoriten am deutschen Aktienmarkt zählte Delivery Hero mit einem Kursplus von zwei Prozent. Der Essenslieferant habe ein solides Quartalsergebnis vorgelegt, lobte Analyst Giles Thorne von der Investmentbank Jefferies. Positiv sei zudem die Aussicht auf einen Gesamtjahresumsatz am oberen Ende der angepeilten Spanne.

An die Dax-Spitze schoben sich Siemens, die sich um 3,4 Prozent verteuerten. Der Technologiekonzern habe Quartalsergebnisse über Markterwartungen vorgelegt, lobte Analyst Philip Buller von der Berenberg Bank. Getragen werde dies von der starken Entwicklung der Digitalsparte. Positiv sei auch der Ausblick für 2022.

Westwing steuerten dagegen mit einem Minus von einem Fünftel auf den größten Tagesverlust seit eineinhalb Jahren zu. Vor dem Hintergrund eines abgeschwächten Wachstums warnte das Online-Einrichtungshaus vor einer Anpassung der operativen Gewinnziele für das Gesamtjahr.

Bei K+S ging es mehr als sechs Prozent abwärts. Der Salz- und Düngemittelhersteller kann eine Überprüfung seiner Bilanz durch die deutschen Finanzaufseher noch nicht abhaken, nachdem sich die zuständige Prüfstelle kritisch äußerte.

rtr