Bitcoin setzte dagegen seinen Höhenflug fort und stieg um bis zu acht Prozent auf ein Rekordhoch von 48.214,99 Dollar. Damit rückt die psychologisch wichtige Marke von 50.000 Dollar in Reichweite. Den Startschuss für die aktuelle Rally gab die Bekanntmachung von Tesla, 1,5 Milliarden in die Bitcoin investiert zu haben. Viele Firmen säßen auf hohen Bargeld-Beständen, die ihnen wegen der ultra-niedrigen Zinsen nichts einbrächten, sagte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. Selbst wenn sie dem Tesla-Beispiel folgend weniger als ein Prozent dieses Geldes in Bitcoin steckten, könnte dies die Kurse in neue Höhen katapultieren. "Schließlich gibt es nur ein begrenztes Angebot an Bitcoin."

ITALIENISCHE ANLEIHEN BLEIBEN GEFRAGT


Zur positiven Grundstimmung an den europäischen Börsen trage außerdem die Aussicht auf eine italienische Regierung unter Führung des ehemaligen EZB-Chefs "Super Mario" Draghi bei, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. "Noch ist nicht sicher, ob er eine Mehrheit hinter sich versammeln kann. Sicher ist nur, dass eine von Draghi geführte Regierung sehr pro-europäisch wäre."

Daher griffen weitere Anleger zu italienischen Anleihen. Dies drückte den Risikoaufschlag der zehnjährigen Titel zu vergleichbaren Bundespapieren auf den niedrigsten Stand seit rund fünfeinhalb Jahren.

Auch am Rohstoffmarkt waren die Optimisten in der Überzahl. Sie setzten auf frischen Wind für die Weltwirtschaft durch die geplanten Corona-Staatshilfen in den USA. Zusätzlichen Auftrieb erhielten sie vom schwächelnden Dollar, sagte Commerzbank-Analyst Daniel Briesemann. Die Abwertung der Weltleitwährung, die in Aufschwungphasen als "sicherer Hafen" weniger gefragt ist, macht Rohstoffe für Investoren außerhalb der USA attraktiver.

Dies verhalf dem wichtigen Industriemetall Kupfer zu einem Kursplus von 1,2 Prozent auf 8132 Dollar je Tonne. Gold verteuerte sich um 0,6 Prozent auf 1841 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) und die Ölsorte Brent aus der Nordsee um bis zu 1,2 Prozent auf 61,27 Dollar je Barrel (159 Liter). Das ist der höchste Stand seit 13 Monaten. Investoren setzten darauf, dass das Überangebot rascher verschwinden werde als gedacht, sagte Analyst Phil Flynn vom Brokerhaus Price Futures.

MEDIAMARKT/SATURN-MUTTER CECONOMY AUF TALFAHRT


Abwärts ging es dagegen für Ceconomy. Die Aktien der MediaMarkt/Saturn-Mutter fielen um mehr als sechs Prozent. Der Elektronikhändler warnte vor Belastungen bei einer möglichen Verlängerung der Pandemie-Beschränkungen im deutschen Heimatmarkt.

Auch die Titel von Ocado flogen aus den Depots, obwohl der Online-Supermarkt wegen der Pandemie-bedingt gestiegenen Nachfrage seinen operativen Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr um 69 Prozent auf umgerechnet 83 Millionen Euro steigern konnte. Der Verlust der Sparte International Solutions, in der Partnerschaften mit stationären Lebensmittelhändlern wie Casino gebündelt sind, sei aber auch kräftig gestiegen, gab Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com zu bedenken. "Ocado investiert weiter in Wachstum." Die Aktien der Firma verloren in London zwei Prozent.

rtr