Die Begeisterung für deutsche Aktien ist offensichtlich. Ordentliche Unternehmensgewinne, üppige Dividendenrenditen, starke Exporte und ein solider Binnenkonsum haben den DAX deutlich nach oben gehievt. Niedrige Zinsen bescheren den Unternehmen günstige Finanzierungskonditionen und der Anlagenotstand zwingt Investoren förmlich Aktien zu kaufen. Risiken werden derzeit eher ausgeblendet. Vom US-Präsidenten Trump gab es zuletzt zwar weniger Feindseligkeiten gegen exportstarke Länder wie China, Deutschland, Japan oder Mexiko zu hören, nichtsdestotrotz kann man den Polit-Amateur aber weiterhin als unkalkulierbares Risiko interpretieren.

Derzeit denkt die US-Regierung zum Beispiel darüber nach, eine methodische Veränderung bei der Berechnung der US-Handelsbilanz vorzunehmen. Diese würde dann das Defizit der USA künftig größer darstellen als bislang. Die dahinterstehende Absicht dürfte klar sein: Stimmung machen gegen Länder, die von kreditfinanziertem Konsum weniger halten als das "Land der unbegrenzten Möglichkeiten". Auch saisonale Faktoren wie das seit Jahrzehnten stark beanspruchte Börsenmotto "Sell in May and go away" könnten die Begeisterung für deutsche Aktien bremsen.

Außerdem lassen die anstehenden Wahlen in den Niederlanden, Frankreich und in Deutschland eine vorsichtige Strategie durchaus sinnvoll erscheinen. Für so manche Überraschung negativer Art könnten auch folgende Themenkomplexe sorgen: Brexit, Italiens Bankenkrise und Griechenlands Finanzsorgen. Man muss ja nicht auf einen baldigen Crash oder Trendwechsel nach unten spekulieren, aber ein bisschen Vorsicht walten lassen macht angesichts der unsicheren Gemengelage durchaus Sinn. Mit dem nachfolgenden Capped-Reverse-Bonuszertifikat gewinnen Anleger, falls der DAX bis Mitte Dezember abwärts oder seitwärts tendieren sollte. Selbst moderate DAX-Gewinne würden die maximale Renditechance nicht gefährden, schließlich ist die Barriere weit über dem aktuellen Indexniveau angesiedelt.

Auf Seite 2: Charttechnik





Charttechnik



Unter charttechnischen Aspekten befindet sich der DAX seit mittlerweile acht Jahren in einem intakten Aufwärtstrend. Markante technische Korrekturen blieben jedoch nicht aus. Über 2.000 Punkte verlor der Leitindex in der zweiten Jahreshälfte 2011 und über 3.500 Zähler ging es über einen Zeitraum von zwölf Monaten im Frühjahr 2015 bergab. Im Herbst 2016 drehte die langfristige 200-Tage-Linie nach oben, was in der Chartlehre als eindeutig positiver Umstand gewertet wird. Obwohl sich der DAX innerhalb eines Jahres um mehr als ein Drittel verteuert hat, zeigt der Timingindikator Relative-Stärke-Index mit über 60 Prozent noch keine überkaufte Lage an.

Im aktuellen Kursbereich von 11.800 Zählern verläuft eine signifikante Widerstandszone, die sich im Sommer vergangenen Jahres schon einmal als "Spaßbremse" erwiesen hat. Ab 12.000 DAX-Zählern wird die charttechnische Luft ebenfalls dünner, schließlich wurde im Frühjahr 2015 das derzeitige Rekordhoch knapp unter 12.400 Zählern markiert. Charttechnische Unterstützungszonen sind ebenfalls auszumachen. Die beiden nächsten verlaufen im Bereich von 11.000 und 10.400 Zählern.

Auf Seite 3: Konditionen und Kennzahlen





Herumgedrehtes Bonusprinzip



Das Wichtigste vorweg: Bei einem Capped-Reverse-Bonus-Zertifikat wurde das herkömmliche Bonusprinzip umgedreht. Um bei diesem Zertifikat den Bonusbetrag zu erhalten, darf der DAX die höher angesiedelte Barriere während der Laufzeit auf keinen Fall berühren oder überschreiten. Bei dem ausgesuchten Capped-Reverse-Bonus-Zertifikat der DZ Bank (ISIN: DE 000 DGN 8V6 2) bedeutet dies: Sollte der Leitindex bis einschließlich 15. Dezember 2017 zu keinem Zeitpunkt die Barriere von 130 Euro berühren oder überschreiten, erhält der Anleger am 25. Dezember 2017 pro Zertifikat den Maximalbetrag von 100 Euro.

Damit bietet das Papier eine (Reverse) Bonuschance von 12,2 Prozent (15,0 Prozent p.a.). Zugleich beläuft sich der Risikopuffer, also der Abstand zwischen aktuellem Aktienkurs und Barriere, gegenwärtig auf über 20 Prozent. Wer also eine DAX-Rally um weitere 20 Prozent ausschließen kann, eröffnet sich mit dem Zertifikat eine interessante Renditechance. Wichtig zu wissen: Konstruktionsbedingt weist das Zertifikat aktuell ein hohes Aufgeld von über 50 Prozent aus. Dies führt dazu, dass Anlegern beim Verletzen der Barriere überproportionale Verluste drohen. Zur Begrenzung potenzieller Kursverluste sollten bei dem Zertifikat ein Stoppkurs bei 73,00 Euro und ein Zielkurs von 99,50 Euro beachtet werden.


Produktempfehlung



Produkt: Capped-Reverse-Bonus-Zertifikat auf den DAX

ISIN: DE 000 DGN 8V6 2

Emittent: DZ Bank

Laufzeit (Zahltag): 15.12.2017 (22.12.17)

Bonuslevel (Cap): 6.000,00 Punkte

Basispreis: 8.000,00 Punkte

Barriere: 14.300,00 Punkte

Bonusrendite (p.a.): 12,2 % (15,0 %)

Risikopuffer: 20,7 %

Aufgeld (p.a.): 53,4% (67,2 %)

Kurs aktuell (Basiswert): 11.831,00 Punkte

aktueller Kurs des Zertifikats: 89,09 Euro

Stoppkurs (Zertifikat): 73,00 Euro

Zielkurs (Zertifikat): 99,50 Euro

Disclaimer: Investment des Tages - Wichtige Informationen



In der Rubrik "Investment des Tages" veröffentlichen wir Anlageideen für Privatinvestoren. Die vorgestellten Zertifikate bieten Gewinnchancen im zweistelligen Prozentbereich und verfügen in der Regel über einen komfortablen Risikopuffer. Die vorgestellten Wertpapiere sollen Alternativen aufzeigen, wie man auch in Seitwärts- oder begrenzten Abwärtstrends attraktive Renditechancen wahrnehmen kann. Über Erfolg oder Misserfolg entscheidet aber dennoch stets die Entwicklung des zugrundeliegenden Basiswerts. Dabei kann es sich um eine Aktie, einen Index oder einen Rohstoff handeln. Geht die Spekulation nicht auf, können unter Umständen hohe Verluste entstehen.

Mit dem Zertifikat zielt der Anleger zum Kaufzeitpunkt zunächst einmal darauf ab, das Papier bis zur Fälligkeit zu halten. Um potenzielle Kursverluste zu begrenzen, werden jedoch in der Regel Stopp-Loss-Marken vorgeschlagen. Diese liegen in der Nähe wichtiger charttechnischer Marken. Die vorgestellten Zertifikate stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Eine Haftung wird nicht übernommen.

Grundsätzlich handelt es sich bei Zertifikaten um Inhaberschuldversprechen einer Bank. Die Bonität des Emissionshauses fließt in die Kennzahlen des Finanzprodukts mit ein. Bei einer Insolvenz des Emittenten könnte es im Extremfall sogar zu einem Totalverlust kommen.