Händler erklärten die Kursverluste mit Aussagen des Chefs der Separatisten in der selbsterklärten Volksrepublik Donezk im Osten der Ukraine, Denis Puschilin. Dieser kündigte an, die Einwohner sollten nach Russland evakuiert werden. Damit solle noch am Freitag begonnen werden. Das setzte auch den Rubel unter Druck. Im Gegenzug stieg der Dollar 0,2 Prozent auf 76,17 Rubel. "Die Nervosität der Anleger ist aktuell extrem groß", fasste NordLB-Stratege Tobias Basse zusammen. "Diese Verunsicherung führt natürlich zu höheren Risikoprämien und belastet somit die Kurse an den internationalen Aktienmärkten."

Die Investoren hofften aber auf Gespräche zwischen Russland und den USA. US-Außenminister Antony Blinken hatte einem Treffen mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow zugestimmt. Dieses soll Ende nächster Woche stattfinden, sofern Russland nicht in die Ukraine einmarschiert. "Das Hin und Her, das politische Börsen ausmacht, dürfte noch eine Weile anhalten", sagte Jochen Stanzl, Marktanalyst vom Broker CMC Markets.

ÖL BILLIGER - IRANISCHES ÖL KÖNNTE ANGEBOT ERWEITERN


Am Ölmarkt gerieten die Preise für Brent und WTI wegen der Aussicht auf womöglich wieder steigende iranische Ölexporte ins Rutschen. Brent verlor rund zwei Prozent auf 91,18 Dollar je Fass. Anfang der Woche war der Ölpreis wegen der Furcht vor Sanktionen gegen russisches Öl noch auf den höchsten Stand seit siebeneinhalb Jahren geklettert.

Im jahrelangen Streit über das iranische Atomprogramm zwischen einer Staatengruppe und der islamischen Republik deutete sich zuletzt eine Lösung an. Einem Entwurf zufolge könnten die Ölsanktionen gegen den Iran nach dessen Verzicht auf die Uran-Anreicherung befristet ausgesetzt werden.

BAYER TOP - ALLIANZ FLOP


Am deutschen Aktienmarkt konnte Bayer mit dem Studienerfolg eines Mittels gegen Prostatakrebs punkten. Die Aktien legten 1,6 Prozent auf 54,95 Euro zu und waren zeitweise so teuer wie seit neun Monaten nicht mehr. Auch die Titel der finnischen Pharmafirma Orion, die das Medikament zusammen mit Bayer entwickelt hat, profitierten von den Nachrichten. Sie schnellten um rund 24 Prozent in die Höhe.

Bergab ging es dagegen für die Aktien der Allianz, nachdem der Versicherungsriese den Anlegern aufgrund von Rechtsstreitigkeiten ein gemischtes Zahlenwerk präsentiert hatte. Die Aktien verloren 3,1 Prozent.

Einen großen Bogen machten Investoren in Paris um den französischen Luxuslederwarenhersteller Hermes. Selbst gesetzte Kapazitätsbeschränkungen bremsten das Wachstum des Konzerns. Die Aktien rauschten um mehr als fünf Prozent in den Keller.

rtr