Nach einem etwas schwächeren Start konnte sich der DAX am Dienstag zeitweise über der runden Marke von 13.000 Punkten behaupten. Am Nachmittag gab der Leitindex jedoch nach und rutschte ins Minus sowie unter 13.000 Punkte. Laut Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bankgehen dennoch immer wieder Investoren in ausgesuchten Branchen auf Schnäppchenjagd. "Derzeit sind etwa Aktien von Chemieunternehmen gefragt", erklärte er. Mit dem Kauf setzten die Marktteilnehmer auf eine potenzielle Konjunkturerholung. Davon profitierte im DAX vor allem der Kunststoffhersteller Covestro.

Raum für weitere Kursgewinne an den Börsen sieht der Investmentchef bei UBS Global Wealth Management, Mark Hafaele. "Wir weisen auf den positiven Ausblick für Risikoanlagen hin, raten den Anlegern aber, ihre Strategien anzupassen, um ihr Portfolio für die nächste Phase der Erholung zu optimieren." Sorgen wegen der Spannungen zwischen den USA und China sowie der Stillstand bei den Verhandlungen über ein neues Corona-Hilfspaket in den USA rückten in den Hintergrund.

Gold war am Dienstag gefragt. Commerzbank-Experte Carsten Fritsch verwies auch darauf, dass ein Gold gegenüber bislang eher skeptisch eingestellter Großinvestor Anteile am weltweit größten Goldminenproduzenten erworben habe. "Dieser Umstand wird von einigen Marktbeobachtern als zusätzliches Vertrauenssignal für Gold interpretiert und könnte daher weitere Anleger anlocken." Die Anlagegesellschaft Berkshire Hathaway des US-Starinvestors Warren Buffett hatte am Freitag einen Großanteil an der Barrick Gold Corp gekauft.

Unter den Einzelwerten im DAX führten am Dienstag die sehr schwankungsanfälligen Papiere von Wirecard. Besonders gefragt waren außerdem die Aktien von Covestro. Die Zuversicht des Kunststoffherstellers für das dritte Quartal wirkte nach, zumal nun positive Analystenstimmen folgten. Als Schlusslicht ging MTU Aero aus dem Handel.

Was am Dienstag an der Börse außerdem wichtig war


Walmart übertrifft trotz hoher Corona-Kosten Erwartungen
Der größte US-Einzelhandelskonzern Walmart hat in den vergangenen Monaten von der Corona-Krise profitiert. Vor allem der Online-Handel und das Lebensmittelgeschäft liefen gut. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 5,6 Prozent auf 137,7 Milliarden US-Dollar (116,1 Mrd Euro), wie der Konzern am Dienstag in Washington mitteilte. Auf vergleichbarer Fläche lag der Anstieg sogar bei 9,3 Prozent.

US-Baumarktkette Home Depot profitiert von Corona und legt klar zu
Die US-Baumarktkette Home Depot hat im zweiten Quartal von einer gestiegenen Kundennachfrage in der Corona-Krise profitiert und ist deutlich gewachsen. Die Erlöse stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast ein Viertel auf 38,1 Milliarden US-Dollar (rund 32,1 Mrd Euro), wie der Konzern am Dienstag in Atlanta im Bundesstaat Georgia mitteilte.

Rheinmetall sichert sich milliardenschweren Auftrag aus Ungarn
Der Rüstungskonzern und Autozulieferer Rheinmetall hat sich im Militärgeschäft einen milliardenschweren Auftrag aus Ungarn gesichert. Demnach gründet der MDax-Konzern zusammen mit den ungarischen Streitkräften ein Gemeinschaftsunternehmen zur Produktion von Lynx-Schützenpanzern in dem EU-Mitgliedsstaat, wie Rheinmetall am Dienstag in Düsseldorf mitteilte. Eine entsprechende Vereinbarung zur Modernisierung der Armee sei mit der Regierung Ungarns geschlossen worden, hieß es weiter. Das Auftragsvolumen liegt den Angaben zufolge bei mehr als zwei Milliarden Euro. Die Rheinmetall-Aktien legte am Dienstag um eineinhalb Prozent zu.

Etappensieg für Nokia im Mobilfunk-Patentstreit mit Daimler
Im Patentstreit um die Mobilfunktechnik im Auto hat der Netzwerkausrüster Nokia vor Gericht einen Etappensieg gegen Daimler errungen. Das Landgericht Mannheim entschied am Dienstag, dass der Stuttgarter Autobauer mit seinen Fahrzeugen ein bestimmtes Nokia-Patent verletze (2 O 34/19). Daimler müsse dies künftig unterlassen und sei zudem zu Schadenersatz verpflichtet, hieß es weiter. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Daimler kündigte umgehend an, in Berufung zu gehen. Man gehe auch nicht davon aus, dass es in Folge des Urteils zu einem Stopp von Produktion oder Verkauf der betreffenden Fahrzeuge komme, hieß es.

Tele Columbus trotzt Corona-Krise und bekräftigt Prognose - Aktie fällt
Der Kabelnetzbetreiber Tele Columbus hat den Rückgang seiner TV-Erlöse im zweiten Quartal durch Zugewinne im Großkundengeschäft nahezu ausgleichen können. Im zweiten Quartal sanken die Kernerlöse ohne Bauumsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf vergleichbarer Basis um 0,9 Prozent auf 116,4 Millionen Euro, wie das SDax-Unternehmen am Dienstag in Berlin mitteilte. Tele Columbus berichtete von einem "strukturell herausfordernden Umfeld". Das Unternehmen will seine Finanzierung nun auf neue Füße stellen.

Tierbedarf-Onlinehändler Zooplus legt zu und schreibt schwarze Zahlen
Der Tierbedarf-Onlinehändler Zooplus hat im ersten Halbjahr dank gut laufender Geschäfte in der Corona-Krise auch unter dem Strich einen Gewinn erwirtschaftet. Der Überschuss betrug 7,8 Millionen Euro, wie das im Nebenwerteindex SDax notierte Unternehmen am Dienstag in München bei der Vorlage ausführlicher Zahlen mitteilte. Ein Jahr zuvor war noch ein Verlust von 7,1 Millionen Euro zu Buche gestanden.

Wirkstoffforscher Evotec schließt Partnerschaft mit Novo Nordisk
Der Wirkstoffforscher Evotec und der dänische Insulinhersteller Novo Nordisk schließen sich künftig bei der Erforschung und Entwicklung von Therapien gegen chronische Nierenerkrankungen zusammen. Das teilte Evotec am Dienstag in Hamburg mit. Im Zuge dieser Kooperation erhalte Evotec eine in der Höhe nicht genannte Abschlagszahlung, Forschungszahlungen und mehr als 150 Millionen Euro Meilensteinpotenzial je Produkt sowie Umsatzbeteiligungen. Die beiden Unternehmen teilen sich im Rahmen der Vereinbarung die Verantwortlichkeiten während der Wirkstofforschung und der präklinischen Entwicklung auf. Dabei sei Novo Nordisk für die klinische Entwicklung und die Vermarktung der Produkte verantwortlich.

rtr/dpa-AFX/iw