Technologie-Aktien haben seit einiger Zeit einen schweren Stand. Anstehende Zinserhöhungen belasteten die hoch bewerteten Titel zeitweise sehr deutlich. In Europa hätten sich Wachstumswerte aus dem Technologiebereich gegenüber Value-Aktien, also unterbewerteten Substanzwerten, auf Monatssicht so schlecht wie niemals zuvor seit Mitte 1997 entwickelt, stellte Volkswirt Carsten Klude von M.M.Warburg fest. Angesichts der Tatsache, dass die Zinsen beziehungsweise die Zinserwartungen in früheren Phasen, in denen die Geldpolitik vor einem Kurswechsel stand, deutlich stärker gestiegen seien, scheine dieses Mal die Reaktion an den Kapitalmärkten übertrieben zu sein.

Was am Donnerstag an der Börse außerdem wichtig war


Puma erzielt trotz Lieferkettenproblemen Rekordumsatz - Aktie gefragt
Die Geschäfte von Puma haben am Ende eines starken Jahres weniger Schwung verloren als befürchtet. Die Nachfrage nach Sportmode und anderen Sportwaren bleibt hoch. Den weltweiten Lieferkettenproblemen wegen der Folgen coronabedingter Fabrikschließungen konnte der Adidas-Rivale ein gutes Stück weit trotzen. Bei Umsatz und operativem Ergebnis erzielte Puma 2021 Rekordwerte. Der Kurs der Aktie legte am Donnerstag deutlich zu.

Unilever will Gebot für GSK-Sparte nicht erhöhen - Anleger froh
Die Übernahme der Konsumgütersparte von GlaxoSmithKline durch den Konsumgüterriesen Unilever könnte an unterschiedlichen Preisvorstellungen beider Konzerne scheitern. Der britische Lebensmittel- und Kosmetikhersteller will sein Angebot nicht erhöhen, der Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) hält jedoch die bisherige Offerte für zu gering. An der Börse zeigten sich Unilever-Aktionäre erleichtert.

Softwarespezialist Suse übertrifft Erwartungen
Der Softwareanbieter Suse hat mit einem überraschend starken Schlussquartal das vergangene Geschäftsjahr über den eigenen Erwartungen und denen der Analysten abgeschnitten. Im bereits laufenden neuen Geschäftsjahr 2021/22 will der Linux-Softwarespezialist weiter wachsen. Börsianer bezeichneten den Ausblick als verhalten, der anfängliche Schub für die im SDax notierte Aktie im frühen Handel am Donnerstag verpuffte denn auch schnell.

American Airlines macht deutlich weniger Verlust
Trotz neuer Probleme aufgrund der sich schnell verbreitenden Omikron-Virusvariante hat die Fluggesellschaft American Airlines ihren Verlust deutlich verringert. In den drei Monaten bis Ende Dezember lag das Minus unterm Strich bei 931 Millionen Dollar (821 Mio Euro), wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Finanzgeschäfte bescheren Versicherer Travelers Gewinnplus im Katastrophenjahr
Der US-Schadenversicherer Travelers hat im Jahr 2021 trotz hoher Hurrikan- und Tornado-Schäden einen Gewinnsprung hingelegt. Dank hoher Gewinne aus Kapitalanlagen stieg der Überschuss um mehr als ein Drittel auf fast 3,7 Milliarden US-Dollar (3,3 Mrd Euro), wie das Unternehmen am Donnerstag in New York mitteilte. Vor allem Private-Equity-Beteiligungen trieben das Kapitalanlageergebnis um mehr als ein Drittel nach oben. Andererseits kam dem Konzern die Auflösung von Schaden-Rückstellungen aus Vorjahren zugute. Im vierten Quartal schnitt der Versicherer nun deutlich besser ab als von Analysten im Mittel erwartet.

Lieferdienst Deliveroo erfüllt eigene Prognose - Aktie legt zu
Dank eines Endspurts im Schlussquartal hat der Essenslieferant Deliveroo ein selbstgestecktes Jahresziel erreicht. Der Bruttotransaktionswert (Gross Transaction Value, GTV) auf Pro-forma-Basis und bei konstanten Währungskursen sei verglichen mit dem Vorjahr um 70 Prozent gestiegen, teilte der britische Konzern am Donnerstag in London mit. Das Management um Firmenchef Will Shu hatte sich ein Wachstum von 60 bis 70 Prozent vorgenommen. Die Deliveroo-Aktie legte nach den Nachrichten am Morgen in London zeitweise um sechs Prozent zu. Zuletzt lag ihr Kurs noch mit rund zwei Prozent im Plus bei 172,98 britischen Pence. Ihr Rekordhoch von fast 400 Pence vom vergangenen August ist aber immer noch weit entfernt.

rtr/dpa-AFX