Enttäuschende Konjunkturdaten aus China haben den DAX am Montag belastet. Noch in der Vorwoche hatte sich der deutsche Leitindex auf fast 15.600 Punkte hochgearbeitet. China hatte im dritten Quartal mit einem Wirtschaftswachstum von 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr deutlich an Fahrt verloren. Experten hatten im Schnitt mit einem etwas stärkeren Wachstum gerechnet. Nach einem Rekordzuwachs im ersten Quartal ist es der bisher schwächste Wert im laufenden Jahr.

In einem von anziehender Inflation und steigenden Energiepreisen dominierten Marktumfeld legten in Europa Energie- und Bankenwerte besonders deutlich zu. Letztere profitierten von höheren Renditen am Anleihemarkt, während die weiter steigenden Preise für Öl und Energie die Inflationssorgen der Investoren zunehmen ließen.

DAX-Gewinner war zu Wochenbeginn die Hellofresh-Aktie mit einem Plus von mehr als zwei Prozent. Schlusslicht im Börsenbarometer war die Porsche Holding. Das Papier wurde mit einem Abschlag von 3,7 Prozent gehandelt.

Was am Montag an der Börse außerdem wichtig war


Teamviewer zieht Konsequenzen aus Kurssturz - Finanzvorstand geht
Der Softwareanbieter Teamviewer sucht nach dem Absturz seiner Aktie einen neuen Finanzvorstand. Der bisherige Finanzchef Stefan Gaiser verlasse das Unternehmen mit Ablauf seines Vertrags im Jahr 2022 im gegenseitigen Einvernehmen. "Um einen reibungslosen Übergang sicherzustellen, hat der Aufsichtsrat bereits den Prozess für die Suche nach einem Nachfolger eingeleitet", teilte das im MDax notierte Unternehmen am Sonntagabend in Göppingen mit. Vorstandschef Oliver Steil darf dagegen bleiben. Sein Vertrag werde bis Oktober 2024 verlängert.

Rückversicherer erwarten Preisanstieg nach Flutkatastrophe
Die zwei großen deutschen Rückversicherer erwarten steigende Preise in ihrer Branche. Sowohl die Munich Re als auch die Hannover Rück machten dafür am Montag die Flutkatastrophe des Sommers verantwortlich, die in Deutschland und mehreren Nachbarländern verheerende Schäden angerichtet hat. Ein weiterer Faktor ist nach Einschätzung beider Unternehmen der Anstieg der Inflationsrate. Sprunghaft gestiegene Preise für Baumaterial dürften auch den Wiederaufbau zerstörter Häuser in den Überschwemmungsgebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen verteuern.

Philips senkt nach schwachem Quartal Prognose
Probleme in der Lieferkette und die Folgen eines Produktrückrufs machen dem Medizintechnikkonzern Philips schwer zu schaffen. Im dritten Quartal gingen Umsatz und der operative Gewinn so deutlich zurück, dass der Vorstand sich zu einer Prognosesenkung gezwungen sieht. An der Börse gab die Aktie 0,34 Prozent nach.

Siemens gliedert Geschäft mit großen Motoren aus
Siemens gliedert sein Geschäft mit großen Motoren aus und stellt es rechtlich auf eigene Füße. Ob Siemens Large Drives Applications (LDA) damit für einen Verkauf oder eine Partnerschaft vorbereitet wird, wie das "Handelsblatt" (Montag) berichtete, wollte ein Konzernsprecher in München nicht kommentieren. "Wir wollen dem Geschäft zusätzliche Eigenständigkeit und unternehmerische Freiheiten geben, damit es sich noch besser auf seine Märkte und Kunden fokussieren kann", sagte er.

Sixt sagt weiter steigende Mietwagenpreise voraus
Die Mietwagenpreise in Deutschland werden nach Einschätzung des Marktführers Sixt weiter steigen, weil den Vermietern Neufahrzeuge fehlen. "Es wird eine weiterhin hohe Nachfrage bei gleichzeitiger Verknappung des Angebots geben", sagte Sixt-Vorstand Nico Gabriel dem Branchenblatt "Automobilwoche" laut Vorabmeldung vom Sonntag. Demnach erwartet er für die kommenden Monate deutliche Preissteigerungen. Zudem seien die Preise von Neuwagen in zehn Jahren um knapp 30 Prozent gestiegen, was ebenfalls höhere Tarife nach sich ziehe.

Nach Mängeln an Boeing-Jet: Airbus gibt Entwarnung
Nach neuen Bauteil-Mängeln Boeings Langstreckenjet 787 "Dreamliner" gibt der europäische Rivale Airbus für seine Maschinen Entwarnung. Zwar habe Airbus wie sein US-Konkurrent Produkte von dem italienischen Hersteller MPS bezogen, teilte ein Sprecher am Freitagabend in Toulouse mit. Dabei handle es sich aber lediglich um Oberflächentechnik für Aluminium-Teile und nicht um Titan-Teile wie bei Boeing. Zuvor hatte bereits der italienische Zulieferer Leonardo mitgeteilt, keine Titan-Teile von MPS an Airbus geliefert zu haben.

rtr/dpa-AFX/ak