Das mit Abstand größte US-Kreditinstitut verdiente im ersten Quartal 9,2 Milliarden Dollar - ein Plus von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr und so viel wie noch nie. Die Aktien legten vorbörslich mehr als zwei Prozent zu. Wells Fargo lagen ebenfalls zwei Prozent im Plus, nachdem das Institut seinen Quartalsgewinn um knapp siebzehn Prozent steigerte. Anleger griffen auch bei europäischen Bankenwerten zu: Die Aktien der Deutschen Bank kletterten um 3,8 Prozent auf 7,73 Euro, der europäische Sektorindex stieg um zwei Prozent und erklomm ein Fünf-Monats-Hoch.

Der Verlauf der Bilanzsaison dürfte Experten zufolge auch in den kommenden Wochen den Ton an den Börsen angeben. "Es geht um die Frage, ob die Kursgewinne des ersten Quartals gerechtfertigt waren", fassten die Analysten des Vermögensverwalters Marcard, Stein & Co zusammen. Der Dax hatte in den ersten drei Monaten 9,2 Prozent gewonnen. In Kontrast dazu seien die Konjunkturdaten weiterhin enttäuschend: "Die weltweiten Wachstumsprognosen wurden in der Breite von allen führenden Wirtschaftsinstituten nach unten revidiert und auch die Zentralbanken warnen vor Abwärtsrisiken." Die Gewinnerwartungen der Analysten sehen ebenfalls pessimistischer als noch Ende vorigen Jahres aus.

AUTOWERTE GEFRAGT - EURO EROBERT 1,13ER MARKE ZURÜCK


Es gebe aber auch positive Meldungen, sagte Stefan Bielmeier, Chefvolkswirt von der DZ Bank. "So mehren sich die positiven Signale für die chinesische Konjunktur." Im März waren die Exporte im Reich der Mitte auf ein Fünf-Monats-Hoch gestiegen. Der europäische Automobil-Sektor lag 1,9 Prozent im Plus. China ist als weltweit größter Automarkt für die deutschen Hersteller immens wichtig. Die Aussicht auf weiter steigende Gewinne ermunterte Anleger zum Einstieg bei Fiat Chrysler. Die Aktien stiegen in Mailand um 2,6 Prozent. Der Autobauer stellte für 2019 eine Steigerung des Rekordergebnisses aus dem Vorjahr in Aussicht.

Die Papiere von Carl Zeiss Meditec verteuerten sich um bis zu 7,1 Prozent - so stark wie noch nie in diesem Jahr. Die Medizintechnikfirma hob dank eines starken Zwischenergebnisses ihre Ziele für das Geschäftsjahr 2018/2019 an.

Am Devisenmarkt deckten sich Anleger in Erwartung einer steigenden Nachfrage - vor allem aus Japan - mit Euro ein. Die Gemeinschaftswährung verteuerte sich um 0,5 Prozent auf 1,1311 Dollar. Auslöser hierfür war Experten zufolge der geplante milliardenschwere Verkauf des Flugzeugkredit-Geschäfts der DZ Bank-Tochter DVB an den japanischen Finanzkonzern Mitsubishi UFJ. Zur japanischen Währung stieg der Euro auf ein Drei-Wochen-Hoch von 126,61 Yen.

Aufwärts ging es auch mit dem Ölpreis. Die Sorte BrentLCOc1 aus der Nordsee verteuerte sich um 1,1 Prozent auf 71,61 Dollar je Barrel (159 Liter). Analysten zufolge trieben die Förderbremse der Opec-Staaten und Liefer-Ausfälle wegen der US-Sanktionen gegen Iran und Venezuela erneut die Kurse.

rtr