Der Dax übersprang am Freitag erstmals seit sechs Wochen die psychologisch wichtige 11.000er Marke und stieg um zwei Prozent auf 11.139 Prozent. Der EuroStoxx50 legte ähnlich stark auf 3124 Zähler zu. Die Terminkontrakte auf die US-Indizes signalisierten Eröffnungsgewinne der Wall Street.

Dem "Wall Street Journal" zufolge will US-Finanzminister Steven Mnuchin bei der nächsten Verhandlungsrunde mit der Pekinger Regierung Ende Januar eine Aufhebung der Strafzölle auf chinesische Einfuhren vorschlagen. Der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer lehne dies aber ab. Dies sei keine Überraschung, da er als Hardliner bekannt sei, schrieben die Analysten der Danske Bank. Mnuchin gelte als kompromissbereit. "Dennoch werten wir die Nachricht als weiteres Zeichen, dass eine Einigung näher rückt. Die Märkte scheinen das ebenso zu sehen."

Zu den Profiteuren dieser Spekulationen gehörten die Autobauer. Der europäische Branchenindex stieg um 2,4 Prozent. Die Fahrzeug-Hersteller BMW und Daimler sowie der Zulieferer Continental gehörten mit Kursgewinnen von bis zu 3,6 Prozent zu den größten Gewinnern.

PFUND-ANLEGER WARTEN AUF "PLAN B"



Am Devisenmarkt nahmen einige Pfund-Anleger Gewinne mit. Dadurch verbilligte sich die britische Währung um 0,4 Prozent auf 1,2935 Dollar. Investoren setzten aber auch nach dieser turbulenten Woche im Unterhaus darauf, dass ein ungeordneter Brexit vermieden wird, sagte Anlagestratege Tapas Strickland von der Bank NAB. "Vor diesem Hintergrund wird sich das Pfund wohl an die 1,30er Marke heranrobben."

Die britische Premierministerin Theresa May war mit ihrem Brexit-Deal im Parlament zunächst gescheitert, hatte ein anschließendes Misstrauensvotum aber überstanden. Am Montag will die Regierungschefin ihren "Plan B" für den Austritt aus der EU vorlegen.

RYANAIR NACH GEWINNWARNUNG IM SINKFLUG



Bei den Aktienwerten rückte Ryanair ins Rampenlicht. Der Billigflieger senkte wegen niedrigerer Ticket-Preise zum zweiten Mal binnen drei Monaten seine Geschäftsziele. Die Aktie fiel daraufhin in Dublin um bis zu 5,2 Prozent auf ein Vier-Jahres-Tief von 9,55 Euro. Die Fluggesellschaft werde langfristig allerdings zu den Gewinnern des harten Wettbewerbs in der Branche zählen, sagte Analyst Gerald Khoo von der Investmentbank Liberum. Die aktuelle Kursschwäche sei daher eine Kaufgelegenheit. Im Sog von Ryanair gaben die Titel des Rivalen EasyJet 1,6 Prozent nach.

Auch Telecom Italia verprellte Investoren mit einem pessimistischen Ausblick. Außerdem ging der Gewinn ersten Berechnungen zufolge zurück. Die Papiere des italienischen Ex-Monopolisten fielen daraufhin um bis zu 9,3 Prozent auf 0,48 Euro. Offenbar wolle sich das Unternehmen realistischere Ziele setzen, schrieb Analyst Jerry Dellis von der Investmentbank Jefferies. Schließlich seien die Markterwartungen in den vergangenen Wochen bereits gesunken.

rtr