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DAX-Überprüfung steht an: Die Auf- und Absteiger

DAX-Überprüfung steht an: Die Auf- und Absteiger
28.05.2022 09:00:00

Der Kosmetikhersteller Beiersdorf steigt wohl im Juni mal wieder in den DAX auf. Rheinmetall hat dagegen seine Leitindex-Chancen verpulvert. Von Wolfgang Ehrensberger

DAX oder MDAX - der Hamburger Kosmetikkonzern Beiersdorf hat sich zu einem echten Grenzgänger zwischen dem Leitindex und dem Nebenwertesegment entwickelt. Mehrmals wechselte das Unternehmen mit Marken wie Nivea und Tesa in jüngster Zeit die Seiten, wurde von Siemens Energy aus dem DAX verdrängt, kam für Deutsche Wohnen zurück, musste zuletzt im März Daimler Truck weichen.

Und es geht weiter: Bei der ­bevorstehenden Indexüberprüfung der Deutschen Börse Anfang Juni dürfte Beiersdorf erneut den Aufstieg in den DAX schaffen. Davon sind Index­experten wie Luca Thorißen von der Investmentbank Stifel Europe überzeugt. Im Gegenzug müsste der Essenslieferdienst Delivery Hero den Leitindex ­verlassen. Dagegen sind laut Tho­rißen die Aufstiegschancen für den Rüstungskonzern Rheinmetall deutlich gesunken. Die Rheinmetall-Aktie hatte vor allem seit dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs deutlich profitiert und sich damit als aussichtsreicher DAX-Kandidat in Szene gesetzt. Das Papier büßte jedoch seit dem Allzeithoch von 224,90 Euro Ende April deutlich ein und liegt mittlerweile bei 192 Euro. "Rheinmetall müsste in den letzten Handelstagen noch eine echte Rally hinlegen, um es noch in den DAX zu schaffen", sagt Thorißen.

Gefragte Eigenschaften


Dagegen stehen für Beiersdorf die Chancen gut - diesmal auch auf einen längeren DAX-­Aufenthalt. Denn die Aktie konnte sich zuletzt nicht nur dem negativen Börsentrend entziehen, sondern hat sogar zu­gelegt. Defensives Geschäftsmodell, niedrige Verschuldung und hohe Preissetzungsmacht sind im derzeit angespannten Umfeld gefragte Eigenschaften, die auch internationale Investoren verstärkt anlocken könnten.

Auch im MDAX stehen laut Thorißen Wechsel an: Der Wind- und Solarparkbetreiber Encavis könnte das Fintech Hypoport ersetzen, und die Aareal Bank erneut den Einzug ins mittlere Nebenwertesegment schaffen, wofür im Gegenzug der Gabelstaplerhersteller Jungheinrich weichen müsste.

Wahrscheinlichster Neuzugang in den Indizes SDAX und TecDAX ist der Rüstungskonzern Hensoldt. Die ehemalige Airbus-Sparte ist erst seit Herbst 2020 börsennotiert. Für Hensoldt müsste der Laserspezialist LPKF weichen. Doch auch die Tage des Onlinemodehändlers About You im SDAX könnten nach dem jüngsten Kurssturz gezählt sein.

Die Deutsche Börse verkündet die Indexentscheidung am Freitag nächster Woche (3. Juni). Wirksam werden die Änderungen drei Wochen später.

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