Hauptversammlung: SAP kassiert Denkzettel nach Kritik an Managerbezahlung



Die Aktionäre haben dem Aufsichtsrat des Softwarekonzerns SAP wegen der neuen Regeln zur Managerbezahlung einen Schuss vor den Bug verpasst. Die SAP-Kontrolleure wurden auf der Hauptversammlung am Mittwoch mit einer hauchdünnen Mehrheit von 50,49 Prozent des anwesenden Aktienkapitals entlastet. Im Vorfeld des Treffens in der Mannheimer SAP-Arena hatte es Kritik an der Intransparenz des neuen Vergütungssystems für die Managerboni gegeben und auch an deren Höhe. Aufsichtsratschef Hasso Plattner verteidigte die Millionenzahlungen mit dem Argument, SAP müsse gegenüber der US-Konkurrenz wettbewerbsfähig sein. "Ich möchte betonen, dass in unserer Branche noch ganz andere Gehälter gezahlt werden", sagte Plattner.

Der Firmenpatriarch musste sich zudem vorsichtige Fragen nach seiner Zukunft angesichts seines Alters von 73 Jahren gefallen lassen. Er kündigte an, auch für ein neues Mandat "bei guter Gesundheit" nach 2019 noch einmal zur Verfügung zu stehen. "Allerdings nicht volle fünf Jahre." Der Mitbegründer und Großaktionär der SAP spielt eine wichtige Rolle bei dem sich gerade auf die Cloud-Technologie umstellenden Walldorfer IT-Konzern.

Hauptversammlung: Aktionäre lassen VW wegen "Dieselgate" nicht vom Haken



Volkswagen wird die Schatten des Dieselskandals nicht los. Die finanziellen Lasten haben die Wolfsburger zwar weitgehend im Griff, die Gewinne sprudeln wieder. Doch Investoren, Aktionäre und Kunden sehen den Autokonzern nach wie vor in einem schlechten Licht. VW habe seinen Aktionären bereits viele schlaflose Nächte bereitet, sagte Deka-Fondsmanager Andreas Thomae am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Hannover

"Um es klar zu sagen: Einen schriftlichen Abschlussbericht von Jones Day gibt es nicht und es wird ihn auch nicht geben", betonte Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch.

Der einflussreiche Aktionärsberater Hermes EOS appellierte an die Konzernspitze, in Absprache mit der US-Justiz zumindest eine Zusammenfassung der Ermittlungsergebnisse von Jones Day zu veröffentlichen.

Konzernchef Matthias Müller hielt dem entgegen, die wesentlichen Erkenntnisse aus Sicht der US-Behörden lägen seit Veröffentlichung des 'Statement of Facts' durch das amerikanische Justizministerium auf dem Tisch.

Hauptversammlung: Aktionäre lesen Linde für Vorgehen bei Praxair-Fusion die Leviten



Aktionärsschützer und große Investoren haben dem Linde-Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle auf der Hauptversammlung die Leviten gelesen. Sie unterstützten die geplante Fusion von Linde mit dem US-Gasekonzern Praxair zwar grundsätzlich als sinnvoll, äußerten aber die Sorge, dass die Linde-Aktionäre und die Beschäftigten dabei den Kürzeren ziehen. "Wir haben eher das Gefühl, dass wir uns ein bisschen unter Wert verkaufen", sagte Daniela Bergdolt, Vizepräsidentin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), am Mittwoch in München. Mehrere Banken kündigten an, Reitzle die Entlastung zu verweigern.

Hauptversammlung: E.ON-Chef Teyssen strapaziert Geduld der Aktionäre



E.ON-Chef Johannes Teyssen gerät nach dem Rekordverlust 2016 bei den Aktionären unter Druck. "Herr Teyssen, Ihre bisherige Bilanz als Vorstandsvorsitzender ist durchwachsen, in sieben Jahren schrieb E.ON nur drei Mal schwarze Zahlen", kritisierte Portfolio-Manager Thomas Deser vom Großinvestor Union Investment am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Essen. "Sie brauchen jetzt dringend Erfolge! Das Geschäftsmodell der neuen E.ON ist kein Selbstläufer." Der einst größte deutsche Versorger hatte im vergangenen Jahr einen Rekordverlust von 16 Milliarden Euro eingefahren.

Teyssen will die Aktionäre mit steigenden Dividenden bei Laune halten. Für das laufende Jahr werde der Konzern die Ausschüttung auf 30 Cent je Aktie nach zuletzt 21 Cent erhöhen, bekräftigte der Manager vor den knapp 1000 Aktionären in der Grugahalle.

Für den 57-Jährigen kommt es nun darauf an, die Wende zu schaffen. Er hat noch einen Vertrag bis Ende 2018. Der E.ON-Chef habe noch nicht den Nachweis erbracht, dass die jetzige Strategie die richtige ist, kritisierte der Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Thomas Hechtfischer.

Hauptversammlung: Düngemittelkonzern K+S nimmt Strategie unter die Lupe



Der Salz- und Düngemittelhersteller K+S stellt seine Strategie auf den Prüfstand. "Dass man dabei das gesamte Unternehmen und seine Aussichten innerhalb und außerhalb der bisherigen Arbeitsgebiete betrachtet, ist zwingend", sagte der scheidende Vorstandschef Norbert Steiner am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Kassel.

Finanzchef Burkhard Lohr erklärte, dass sich die Konzentration auf zwei Säulen bislang für das Unternehmen ausgezahlt habe.

Draghi will trotz Schäuble-Kritik an Geldschwemme festhalten



Die EZB will ihrer Politik des billigen Geldes trotz der Kritik von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble treu bleiben. "Es ist noch zu früh, einen Erfolg zu verkünden", sagte EZB-Chef Mario Draghi am Mittwoch bei einem Auftritt im niederländischen Parlament. Trotz aufgehellter Konjunkturperspektiven und abnehmender Risiken sei weiter ein "sehr substanzieller" Konjunkturimpuls nötig. Allerdings könnte sich die Tür für eine tendenziell straffere Linie bald einen Spalt weit öffnen. Draghi signalisierte, dass die EZB den Zinsausblick den besseren Konjunkturaussichten anpassen dürfte.

Griechische Bond-Renditen auf tiefstem Stand seit Jahren



Dank der nachlassenden Furcht vor einer Pleite Griechenlands decken sich Anleger wieder mit Anleihen des hoch verschuldeten Staates ein. Dies drückte die Rendite der zehnjährigen Titel am Mittwoch auf ein Zweieinhalb-Jahres-Tief von 5,616 Prozent. Ein 2012 aufgelegtes und bis 2027 laufendes Papier rentierte mit ebenfalls 5,616 Prozent sogar so niedrig wie noch nie. "Es herrscht Erleichterung, dass Griechenland seine Hilfszahlungen erhält, um über den Sommer zu kommen", sagte Anlagestratege Martin van Vliet von der ING Bank.

Katar stockt Deutsche-Bank-Anteil vorerst nicht auf



Die Herrscherfamilie von Katar will sich fürs erste mit einer Beteiligung von weniger als zehn Prozent an der Deutschen Bank begnügen. Das Emirat habe bei der deutschen Finanzaufsicht BaFin keinen Antrag gestellt, seinen Anteil an Deutschlands größtem Geldhaus auf über zehn Prozent aufzustocken, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Sie widersprachen damit einem Bericht der Agentur Bloomberg. Die BaFin und die Deutsche Bank wollten sich zu dem Thema nicht äußern.

Höhere Energiekosten und schlechtes Wetter bremsen HeidelbergCement



Der Baustoffkonzern HeidelbergCement hat im ersten Quartal von einer besseren Nachfrage vor allem in Nordamerika und Europa profitiert. "Wir haben unsere starke operative Entwicklung im ersten Quartal fortgesetzt und weitere Synergien realisiert", sagte Unternehmenschef Bernd Scheifele am Mittwoch vor Beginn der Hauptversammlung. Allerdings bremsten höhere Energiekosten, schlechte Wetterbedingungen und ein gestiegener Wettbewerbsdruck vor allem in Indonesien und Ghana. Die Ziele für das Gesamtjahr bestätigte der HeidelbergCement-Chef.

Dax schließt mit sechstem Schlusskurs-Rekord in sieben Tagen



Der Dax schloss am Mittwoch 0,1 Prozent im Plus bei 12.757,46 Punkten.

rtr/dpa-AFX