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Der Erfinder des Drogeriemarkts: Wie Dirk Roßmann zum Milliardär wurde

Der Erfinder des Drogeriemarkts: Wie Dirk Roßmann zum Milliardär wurde

WKN: A14QMG ISIN: JP3832900009 PLATZ Co.,Ltd.

15.06.2019 04:40:00

Er ist als Erfinder der Discountstrategie im Drogeriehandel Milliardär geworden. Aber es war kein einfacher Weg: Dirk Roßmann kam von ganz unten und musste diverse Rückschläge verkraften. Heute ist Rossmann der zweitgrößte deutsche Drogeriemarkt. Von Peter Balsiger

Dirk Roßmann kam 1946 im vom Krieg stark zerstörten Hannover zur Welt. Die Eltern betrieben in der Stadt eine 20 Quadratmeter große Drogerie. "Ich bin zwischen Trümmern aufgewachsen. Meine Eltern waren nicht heiter und zuversichtlich - die Verhältnisse waren unendlich schwer", erinnerte sich Roßmann später.

Der schmächtige, sensible Junge besuchte erst die Mittelschule. "Aber meine Lehrer meinten, ich sei geistig überfordert, sodass sie meine Mutter davon überzeugten, mich auf die Volksschule zu schicken", erzählte er in einem Interview mit der "Zeit". "Zugegeben, ich war auch etwas unstet. Durch Zufall fand ich damals ein Buch von Arthur Schopenhauer. Ich wusste, wenn ich diesen großen Philosophen verstehe, muss ich mir um meine Intelligenz keine Sorgen machen."

Als Dirk zwölf Jahre alt war, starb sein Vater. Erst später erfuhr er, dass es nicht sein leiblicher Vater war. Die Mutter musste nun die Drogerie allein weiterführen. "Wir waren bettelarm, lebten in allerkleinsten Verhältnissen." Bereits früh zeigte Roßmann unternehmerisches Geschick. "Schon als Steppke mit 13, 14 Jahren hatte ich den Einfall, Waren aus unserer Drogerie mit dem Fahrrad zu verteilen und zu verkaufen - die zehn Prozent Marge durfte ich behalten. Da habe ich bestimmt 700 Mark im Monat verdient."

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Die Schule ödete ihn an. Sie bestand für ihn aus Zucht, Ordnung und Langeweile. Für ein Studium, wie es der zwei Jahre ältere Bruder Axel absolvierte, fehlte das Geld und auch das Interesse. Nach der Grundschule machte Roßmann eine Drogistenlehre und arbeitete ab 1962 zunächst in der elterlichen Drogerie.

Mit 18 Jahren wurde er zur Bundeswehr eingezogen, obwohl er gegen den Einberufungsbescheid geklagt hatte. "Mein Vater war tot, meine Mutter krank, mein Bruder studierte, und ich musste allein die Familie und die Großeltern ernähren." Er verweigerte in der Kaserne den Dienst und kletterte zum Zeichen des Protests in der Ausgehuniform auf eine 20 Meter hohe Eiche auf dem Bundeswehrgelände. Er stieg erst herunter, als absehbar war, dass man ihn nicht weiter behelligen würde.

Es war seine erste große Bewährungsprobe. "Für mein Selbstbewusstsein war dieser Kampf extrem wichtig gewesen, so hatte ich mir bewiesen: Ich kann mich durchsetzen, wenn ich es will", schrieb er in seiner Biografie.

Als die sozialliberale Bundesregierung zu Beginn der 70er-Jahre beschloss, die Preisbindung für Drogeriewaren abzuschaffen, erkannte Roßmann seine große Chance: Selbstbedienungsläden existierten damals im Einzelhandel nur für Lebensmittel, nicht aber für Drogerieartikel. "Hohe Umsätze, die erzielte man nicht durch den herkömmlichen Verkauf über den Tresen. ‚Selbstbedienung‘ war das Zauberwort. Ich beschloss, einen eigenen Laden zu eröffnen. Einen, der ganz anders und etwas völlig Neues sein sollte."

Auf Seite 2: Das Geschäft des Lebens


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Bildquelle: NOVUM/Walter Schmidt/Dirk Rossmann GmbH

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