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Der Euro-Crash: Warum die Währung auf historische Tiefstände fällt

Der Euro-Crash: Warum die Währung auf historische Tiefstände fällt
05.07.2022 11:50:55

Fast seit Beginn seiner Existenz scheint sich der Euro in der Krise zu befinden. Die Gemeinschäftswährung wird auch jetzt wieder auf die Probe gestellt. Denn Anfang Juli fällt der Euro auf den tiefsten Stand seit 20 Jahren. Was der Euro-Crash für uns bedeutet. Von Marian Kopocz

Am Morgen des 5. Juli 2022 ist der Euro gegenüber dem US-Dollar weiter gesunken. Für einen Euro bekommt man aktuell noch 1,03 US-Dollar - so wenig, wie zuletzt im Dezember 2002. Seit 2009, damals war der Euro noch über 1,50 US-Dollar wert, verliert die europäische Gemeinschaftswährung gegenüber dem Dollar an Wert. Im Zuge der Corona-Krise vermochte der Euro seinen Abwärtstrend zu durchbrechen, doch ein Retest des Widerstands scheiterte, der Euro brach nach unten durch und setzt seinen Abwärtstrend fort. Durch das Unterschreiten der Marke von 1,04 US-Dollar aus dem Jahr 2017, bildet der Euro wohl ein neues tieferes Tief, was für den Euro-Crash aus charttechnischer Sicht nur eines bedeuten kann: Es geht weiter bergab.

Deswegen kommt es zum Euro-Crash


Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert einen Analysten wie folgt: "Es wird für den Euro weiterhin sehr schwierig sein, sich in nennenswerter Weise zu erholen, da sich das energiepolitische Lagebild verschlechtert und die Risiken für das Wirtschaftswachstum deutlich zunehmen", sagte MUFG-Analyst Derek Halpenny.

Zusätzlich erschwerend kommt hinzu, dass die amerikanische Zentralbank Fed ihre Zinsen bereits deutlich stärker angehoben hat als die EZB in der Eurozone. Und die Fed dürfte die Zinsen trotzdem weiterhin stärker anheben als ihre Kollegen in Europa. Denn die EZB zeigte nur schwache Signale in Richtung einer Erhöhung. Weil es in den USA mehr Zinsen gibt, fließt viel Kapital in den Dollar, was die Währung in Übersee aufwertet. Für europäische Exportunternehmen kann ein niedriger Eurokurs helfen, denn so werden Güter und Dienstleistungen in Fremdwährungen günstiger. Doch Verbraucher, die in anderen Währungsgebieten einkaufen oder Urlaub machen, ist ein schwacher Euro nicht förderlich. Auch Unternehmen, die viele Güter in Dollar einkaufen müssen, dürften leiden.

So kann es jetzt weitergehen


Der Euro-Crash ist da. Zwar dürfte die Gemeinschaftswährung nicht zerfallen, so wie viele unken. Doch der Euro verliert immer mehr an Wert. Anleger schauen jetzt ganz genau hin, ob der Euro die wichtige Marke von 1,038 Dollar aus dem Jahr 2017 zurückerobern kann. Bleibt der Euro darunter, so sieht es düster aus. Ein Unterschreiten der Marke von 1,00 Dollar kann dann nicht mehr ausgeschlossen werden.

Für Anleger ist auch wichtig, wie sich der DXY - der Dollar-Index - verhält. Denn er hat große Auswirkungen auf die Renditen von Aktienmärkten und auch Kryptowährungen. Steigt der DXY deutlich, so verlieren Kryptomärkte und Aktienmärkte in der Regel. Und umgekehrt. Dabei setzt der Dollar-Index den US-Dollar ins Verhältnis zu einem Korb aus verschiedenen Währungen. Da der Euro hier mit 57,6 Prozent den Löwenanteil ausmacht, vor dem Japanischen Yen (13,6 Prozent), dem Britischen Pfund (11,9 Prozent), dem Kanadischen Dollar (9,1 Prozent), der Schwedischen Krone (4,2 Prozent) und dem Schweizer Franken (3,6 Prozent), sorgt ein schwacher Euro mitsamt dem Euro-Crash für ein starkes Steigen des DXY. Und dies ist wiederum nicht förderlich für die Börsen.


Bildquelle: BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE

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