* Unmittelbar vor der Sommerpause und dem Auslaufen der Wahlperiode haben Union und SPD letzte Streitpunkte bei den geplanten Energie- und Klimabeschlüssen ausgeräumt. Das teilten die Fachpolitiker beider Bundestagsfraktionen mit. SPD-Fraktionsvize Matthias Miersch sprach von einer "Brücke für einen schnelleren Ausbau" der Solar- und Windkraft. Unions-Fraktionsvize Stephan Stracke bezeichnete es als großen Erfolg, dass der Ersatz alter Windkraftanlagen erleichtert werde. Bei der Genehmigung soll künftig entscheidend sein, ob durch eine neue Anlage zusätzliche Belastungen entstehen.

* Gegen BAYER ist in den USA nach langer Pause wieder eine Klage wegen des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat vor Gericht eingereicht worden. Der Kläger Michael Langford macht die jahrzehntelange Verwendung des glyphosathaltigen Bayer-Herbizids Roundup für seine Krebserkrankung verantwortlich, wie seine Anwälte am Montag mitteilten. 2007 wurde bei dem Mann aus Kalifornien demnach Non-Hodgkin-Lymphom diagnostiziert, später entwickelte er weitere Krebsarten. Die Klage wurde bei einem kalifornischen Gericht in San Franciso eingereicht, ein Gerichtstermin steht noch nicht fest.

* BMW will Vorstandsmitglied Milan Nedeljkovic zufolge die Herstellungskosten deutlich kappen. "Wir werden bis 2025 die Produktionskosten pro Fahrzeug um 25 Prozent senken - gemessen an dem Niveau von 2019", sagte Nedeljkovic dem "Handelsblatt". Dies solle über die Digitalisierung von Planungsprozessen, eine schlankere Logistik sowie eine bessere Auslastung der bestehenden Werke geschehen, hieß es. Zudem sollen die Kapazitäten in allen Weltregionen deutlich aufgestockt werden. "Wir wollen vor 2030 eine Produktionskapazität von drei Millionen Autos pro Jahr erreichen." In diesem Jahr dürften die Verkäufe nach dem Corona-Einbruch wieder auf 2,5 Millionen Stück zulegen.

* DRÄGERWERK - Der Medizintechnik-Konzern erhöht seine Prognose für das Gesamtjahr. Der Auftragseingang in den ersten Monaten 2021 habe die Erwartungen übertroffen, so dass nun im laufenden Geschäftsjahr nur noch ein währungsbereinigter Umsatzrückgang zwischen zwei und sechs Prozent prognostiziert werde, teilte Dräger mit. Zuvor hatte der Konzern mit einem Rückgang von sieben bis elf Prozent gerechnet. In Folge der besseren Umsatzentwicklung erhöhte Dräger auch die Prognose für die Ebit-Marge. Diese werde zwischen acht und elf Prozent liegen anstatt fünf bis acht Prozent.

* ADLER - Die insolvente Modekette hat offenbar einen neuen Eigentümer gefunden. Die Berliner Logistikgruppe Zeitfracht ist nach Angaben von Adler bereit, das Unternehmen aus Haibach bei Aschaffenburg zu übernehmen und mit dem dringend benötigten frischen Kapital zu versorgen. Man sei "in fortgeschrittenen Verhandlungen" über ein verbindliches Übernahmeangebot, das nach der für Anfang Juli erwarteten Eröffnung des Insolvenzverfahrens wirksam werden könnte, erklärte Adler Modemärkte. Die Aktionäre sollen nach dem Insolvenzplan aber leer ausgehen. Zeitfracht werde mit der Kapitalspritze Alleineigentümer.

* NETFLIX - Die Produktionsfirma Amblin Partners des US-Regisseurs Steven Spielberg wird mehrere Filme pro Jahr für den Streamingdienst produzieren. Daneben werde der Regisseur von "Schindlers Liste" und "E.T." weiter Streifen für Universal Pictures drehen, hieß es in einer Erklärung von Amblin zu der mehrjährigen Vereinbarung mit Netflix.

* USA - Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) sieht die Konjunktur und den Arbeitsmarkt weiter auf einem guten Weg. Es gebe eine deutliche Wirtschaftserholung von den Folgen der Corona-Pandemie, sagte US-Notenbank-Chef Jerome Powell in vorab veröffentlichten Auszügen seiner Rede vor einem Kongressausschuss am Dienstag. Er wiederholte zudem seine Aussage, dass die Teuerungsrate nur vorübergehend höher sein dürfte. Zudem zeigte er sich erneut besorgt, dass die Verwerfungen auf dem Arbeitsmarkt am stärksten den Niedriglohnsektor, Afroamerikaner und Hispanics treffen. Er rechnet ingesamt jedoch mit der Schaffung weiterer Stellen. Die Pandemie stelle dennoch weiterhin Risiken für die Konjunktur dar. Die Fed werde "alles tun, um die Wirtschaft so lange zu unterstützen, bis die Erholung abgeschlossen ist".

* DEUTSCHLAND/STEUERN - Die Steuereinnahmen von Bund und Ländern lagen auch im Mai deutlich im Plus. Sie summierten sich auf gut 50 Milliarden Euro, das sind 19,1 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, wie aus dem Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums hervorgeht. Der Mai 2020 - kurz nach Ausbruch der Coronavirus-Krise - war noch von vielen Sonderhilfen für die Wirtschaft geprägt, etwa Steuerstundungen für Unternehmen. Im Vergleich zum Mai 2019, also vor der Pandemie, beträgt das Minus noch immer 4,6 Prozent.

rtr