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Der Morgen kompakt: Zwölf Themen, die Anleger heute Morgen wissen sollten

Der Morgen kompakt: Zwölf Themen, die Anleger heute Morgen wissen sollten
23.11.2020 07:23:00

Welche Themen sind am Montagmorgen wichtig für die Finanzmärkte? Unter anderem im Blick: Bund und Länder werden voraussichtlich am Mittwoch weiterreichende Corona-Maßnahmen beschließen, Bundesfinanzminister Olaf Scholz plant für das kommende Jahr mindestens 160 Milliarden Euro an neuen Schulden und damit weitaus mehr als bisher bekannt und Hellofresh übernimmt Factor75, einen US-Anbieter von Fertiggerichten.

* VIRUS - Bund und Länder werden voraussichtlich am Mittwoch weiterreichende Corona-Maßnahmen beschließen. In einer Ländervorlage, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt, ist von einer weiteren Schließung von Gastronomie und Freizeiteinrichtungen bis zum 20. Dezember die Rede. Wenn in einem Bundesland die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz jedoch unter 35 fällt, sollen dort Restaurants auch vorher wieder öffnen dürfen. Bis zum Abend blieb jedoch unklar, welche der 16 Landesregierungen die jüngsten Vorschläge mittragen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht davon aus, dass noch in diesem Jahr die ersten Bürger in Impfzentren gegen das Corona-Virus immunisiert werden können.

* HAUSHALT - Bundesfinanzminister Olaf Scholz plant für das kommende Jahr mindestens 160 Milliarden Euro an neuen Schulden und damit weitaus mehr als bisher bekannt. Dabei sind unter anderem rund 39,5 Milliarden Euro als "Corona-Unternehmenshilfen" vorgesehen, wie aus einer Reuters am Sonntag vorliegenden Unterlage für den Haushaltsausschuss des Bundestags hervorgeht. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erhält zudem einen "Zuschuss zur zentralen Beschaffung" eines Impfstoffes in Höhe von knapp 2,7 Milliarden Euro. Wie Reuters an mehreren Stellen der Regierungskoalition aus Union und SPD erfuhr, summieren sich die zusätzlichen Ausgabenpläne im Vergleich zum Etatentwurf Ende September auf rund 70 Milliarden Euro. Damals war Scholz noch von einer Nettokreditaufnahme von 96 Milliarden Euro ausgegangen.

* Die G20-Staaten haben bei ihrem virtuellen Gipfel eine engere Zusammenarbeit bei der Corona-Pandemie-Bekämpfung und beim Klimaschutz verabredet. Die Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Industrie und Schwellenländer bekannten sich auch zu gemeinsamen Anstrengungen, um den Wirtschaftseinbruch zu überwinden. Zudem billigten sie die Vereinbarung der G20-Finanzminister für eine Umschuldungsinitiative für die ärmsten Staaten der Welt.

* SIEMENS steigt mit der DEUTSCHEN BAHN ins Geschäft mit wasserstoffbetriebenen Zügen ein. Ein elektrischer Regional-Triebzug mit Brennstoffzellen soll 2024 im Raum Tübingen in Baden-Württemberg in den Probebetrieb gehen, wie die Partner am Montag ankündigten. "Unsere Wasserstoffzüge können langfristig Dieselfahrzeuge ersetzen", sagte der Chef der Siemens-Zugsparte, Michael Peter, im Reuters-Interview.

* DAIMLER-Betriebsratschef Michael Brecht kritisiert im "Handelsblatt" das Management des Autobauers. "Der Vorstand schießt übers Ziel hinaus. Die Belegschaft ist doch nicht der Feind", sagte er. Der jüngste Streitpunkt sei der Plan, mit dem chinesischen Partner Geely ab 2024 in hohen Stückzahlen Vierzylinder-Benzinmotoren in Fernost statt in Europa zu bauen, so die Zeitung.

* VOLKSWAGEN - Die britische Tochter Bentley hat die Lagerkapazitäten massiv ausgeweitet, um die Folgen eines drohenden harten Brexit abzumildern. "Wir horten wie ein Eichhörnchen vorm Winter. Früher hatten wir gerade einmal Teile für zwei Tage am Lager. Jetzt haben wir das auf fünf bis zehn Tage ausgeweitet", sagte Bentley-Vorstandschef Adrian Hallmark der "Automobilwoche". "Das bindet eine Menge Liquidität und kostet uns viel Geld. Aber es ist allemal günstiger, als wenn wir die Produktion stoppen."

* FLUGGESELLSCHAFTEN - Die Bundesregierung will einem Zeitungsbericht zufolge ein neues Konzept für den in der Corona-Krise schwer gebeutelten Luftverkehr entwickeln. Ziel sei es, dass die Branche mit dem Ostergeschäft 2021 wieder Geld verdiene, berichtete das "Handelsblatt" vorab unter Berufung auf Regierungskreise. Gemeinsam mit Bundesländern und Luftverkehrsverbänden solle eine Strategie entwickelt werden, mit der sich der Luftverkehr zügig wieder erholen könne. Ziel sei es, mit anderen Staaten sogenannte "sichere Korridore" zu definieren, um Langstreckenflüge wieder zu ermöglichen und die Einreisebeschränkungen aufzuheben. Auch könnten Quarantäneregeln zugunsten von Testkonzepten ersetzt werden.

* HELLOFRESH übernimmt Factor75, einen US-Anbieter von Fertiggerichten. Der Gesamtkaufpreis beläuft sich auf bis zu 277 Millionen Dollar in bar, 100 Millionen davon sind erfolgsabhängig. Mit dem Vollzug der Transaktion werde innerhalb der nächsten Monate gerechnet.

* BIONTECH - Der Corona-Impfstoff des Mainzer Biotechunternehmens und des US-Pharmakonzerns PFIZER könnte einem Medienbericht zufolge bereits in den kommenden Tagen eine Zulassung in Großbritannien erhalten. Die britischen Aufsichtsbehörden seien kurz davor, mit einer offiziellen Bewertung des Mittels zu beginnen, berichtete der "Telegraph" am Sonntag unter Berufung auf Regierungskreise. Der Nationale Gesundheitsdienst NHS sei angewiesen worden, sich für eine Verabreichung ab dem 1. Dezember bereitzuhalten. Das Gesundheitsministerium in London äußerte sich nicht dazu, ab wann mit ersten Impfungen begonnen werden könne. Am Freitag hatten die beiden Unternehmen bei der US-Arzneimittelbehörde FDA beantragt. Die FDA will am 10. Dezember darüber beraten, ob sie grünes Licht für den Impfstoff gibt.

* MODERNA - Der Pharmakonzern will für eine Dosis seines Covid-Impfstoffes von Regierungen zwischen 25 und 37 Dollar verlangen. "Das ist ein fairer Preis, wenn man bedenkt, wie hoch die Kosten für das Gesundheitssystem sind, wenn ein Mensch schwer an Covid-19 erkrankt", sagte Konzernchef Stephane Bancel der "Welt am Sonntag". "Es geht uns nicht um den maximalen Gewinn."

* BREXIT - Der britische Finanzminister Rishi Sunak will ungeachtet der steigenden Staatsverschuldung infolge der Corona-Krise nicht zum rigiden Sparkurs früherer Jahre zurückkehren. Er werde "keine Sparmaßnahmen" ankündigen, sagte er dem Fernsehsender Sky News mit Blick auf seine für Mittwoch geplante Vorstellung der Haushaltspläne. Stattdessen werde es Mehrausgaben im öffentlichen Dienst geben - "und zwar eine ziemlich beträchtliche Erhöhung".

* Die EZB wird nach Angaben ihres Chefökonoms Philip Lane ihr Notfall-Anleihekaufprogramm fortsetzen, so lange die Corona-Pandemie für Störungen bei der normalen Wirtschaftsaktivität sorgt. "Wir werden das Programm nicht beenden, bis bestimmte Bedingungen erfüllt sind", zitiert die französische Zeitung "Les Echos" Lane.

rtr

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