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Der Morgen kompakt: Zwölf Themen, die Anleger heute Morgen wissen sollten

Der Morgen kompakt: Zwölf Themen, die Anleger heute Morgen wissen sollten
14.01.2021 07:23:00

Welche Themen sind am Donnerstagmorgen wichtig für die Finanzmärkte? Unter anderem im Blick: Trump muss sich als erster Präsident der US-Geschichte einem zweiten Amtsenthebungsverfahren stellen, in China ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen so stark gestiegen wie seit über zehn Monaten nicht mehr und im Bundestag-Untersuchungsausschuss zum milliardenschweren Bilanzskandal bei Wirecard nehmen die Abgeordneten heute die Rolle der Banken unter die Lupe.

* USA - Donald Trump muss sich als erster Präsident der US-Geschichte einem zweiten Amtsenthebungsverfahren stellen. Das Repräsentantenhaus stimmte für eine Anklage gegen den Republikaner im Zusammenhang mit dem Sturm auf das Kapitol vergangene Woche. Über die eigentliche Amtsenthebung muss nun der Senat entscheiden, was frühestens kommende Woche passieren dürfte. Unklar ist, ob die Kritiker des Präsidenten in der Kongresskammer dafür genügend Stimmen zusammenbringen können. Trumps Amtszeit geht am Mittwoch kommender Woche zu Ende. Eine Verurteilung auch nach dem Termin könnte dazu führen, dass er nie mehr ein öffentliches Amt bekleiden darf. Damit wäre auch eine Bewerbung für die Präsidentschaftswahl 2024 hinfällig.

* ITALIEN - Mitten in der Coronavirus-Pandemie ist die Regierungskoalition in Italien geplatzt. Der kleine Koalitionspartner Italia Viva von Ex-Ministerpräsident Matteo Renzi kündigte seine Unterstützung auf und zog seine beiden Ministerinnen aus dem Kabinett ab. Damit hat die seit 2019 vom parteilosen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte geführte Regierung keine ausreichende Mehrheit mehr im Parlament. Es liege nun an Conte über die nächsten Schritte zu entscheiden, sagte Renzi. Er sei für jedwede Diskussion offen. Neuwahlen werde es vermutlich nicht geben.

* VIRUS/CHINA - In China ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen so stark gestiegen wie seit über zehn Monaten nicht mehr. Binnen 24 Stunden wurden 138 neue Covid-19-Fälle bekannt, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte. Tags zuvor waren es noch 115. Unterdessen ist ein internationales Team von Wissenschaftlern unter der Leitung der Weltgesundheitsorganisation WHO in der chinesischen Stadt Wuhan angekommen. Dort sollen die Ursprünge für das neuartige Coronavirus untersucht werden, das die weltweite Pandemie ausgelöst hat, wie das staatliche Fernsehen berichtet.

* KONJUNKTUR - Die deutsche Wirtschaft ist 2020 wegen der Corona-Pandemie voraussichtlich so kräftig eingebrochen wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dürfte um 5,1 Prozent und damit erstmals seit elf Jahren geschrumpft sein, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters unter 24 Volkswirten ergab. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht heute seine erste Schätzung dazu. Ein stärkeres Minus hatte es zuletzt 2009 mit damals 5,7 Prozent gegeben, 2019 stieg das BIP noch um 0,6 Prozent.

* WIRECARD - Im Bundestag-Untersuchungsausschuss zum milliardenschweren Bilanzskandal bei dem Finanzdienstleister nehmen die Abgeordneten heute die Rolle der Banken unter die Lupe. Sie wollen herausfinden, warum die Institute dem inzwischen kollabierten Unternehmen Kredite gewährt haben, obwohl es in Medien zahlreiche Berichte über mögliche Bilanzfälschungen bei Wirecard gab. Prominentester Zeuge ist Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing. Auch Ex-Commerzbank-Chef Martin Zielke sowie der Risikochef der Commerzbank, Marcus Chromik, sind in den Bundestag geladen. Zudem werden Manager der LBBW , der BayernLB sowie Goldman Sachs und der staatlichen Förderbank KfW befragt.

* DRÄGERWERK - Der Medizintechnikkonzern wächst dank der hohen Nachfrage nach seinen Beatmungsgeräten und Atemschutzmasken in der Corona-Krise kräftig. Im Gesamtjahr 2020 schnellte der Umsatz nach vorläufigen Zahlen verglichen mit 2019 um mehr als 22 Prozent auf 3,41 Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Das operative Ergebnis (Ebit) vervielfachte sich auf eine Spanne von 385 bis 395 (Vorjahr: 66,6) Millionen Euro, der Auftragseingang erhöhte sich um 35,7 Prozent.

* Die LBBW will in den kommenden Jahre kräftig sparen, wie Vorstandschef Rainer Neske der Börsen-Zeitung sagte. Bis Ende 2024 wolle die Landesbank gegenüber 2019 ihre Kosten um 100 Millionen Euro reduzieren sowie 700 Stellen abbauen.

* TESLA - Die US-Bundesbehörde für Straßen- und Fahrzeugsicherheit (NHTSA) hat den Autobauer zum Rückruf Zehntausender Fahrzeuge aufgefordert. Grund sei ein Fehler in der Infotainment-Einheit (Media Control Unit), der ein Sicherheitsrisiko darstelle, wie die Behörde mitteilte. Betroffen seien 158.000 Autos der Reihen Model S und Model X.

* SNAP - Nach Twitter hat mit Snapchat ein weiteres soziales Netzwerk den scheidenden US-Präsidenten Donald Trump dauerhaft ausgesperrt. Dessen Account bei dem Messengerdienst werde eingestellt, wie eine Sprecherin des Betreibers Snap mitteilte. Diese Entscheidung erfolge "im Interesse der öffentlichen Sicherheit und auf der Grundlage seiner Versuche, Fehlinformationen, Hassreden und Anstiftung zur Gewalt zu verbreiten".

* YOUTUBE hat laut ALPHABET-Chef Sundar Pichai in den USA Hunderte Videos mit politischen Inhalten seit der Bestätigung des Wahlergebnisses in der vergangenen Woche von der Videoplattform entfernt. Dies gab Pichai auf dem Digitalforum "Reuters Next" bekannt, ohne weitere Details zu nennen.

* PARLER - Die bei Anhängern von US-Präsident Donald Trump beliebte Twitter-Alternative geht gerichtlich gegen die Sperrung ihrer Plattform auf den Servern von Amazon vor. In der Klageschrift forderte das Unternehmen, dass Amazon Web Services die Abschaltung zurücknehme und den Dienst wieder online nehme.

* SENNDER - Das Berliner Logistik-Startup sieht sich nach der jüngsten Kapitalspritze mit mehr als eine Milliarde Dollar bewertet. "Das ist ein Meilenstein", sagte Firmen-Mitgründer David Nothacker zu Reuters. Bei Investoren wie Accel, Lakestar, HV Capital, Project A und Scania sammelte das 2015 gegründete Unternehmen 160 Millionen Dollar ein und hat damit inzwischen insgesamt mehr als 260 Millionen Dollar eingenommen.

rtr

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