Jeder Boom hat ein Ende. Doch dass die deutsche Industrie derart heftig den Rückwärtsgang einlegt, wie es jetzt passiert, kommt dann doch überraschend. Im Juni ging die Produktion um 1,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat zurück, wie das Statistische Bundesamt am 7. August mitteilte. Im gesamten produzierenden Gewerbe, zu dem auch die Baubranche und die Energieversorger gehören, lag das Minus bei 1,5 Prozent. Das klingt moderat, ist aber dreimal so hoch, wie Analysten im Durchschnitt erwartet hatten.

Gegenüber dem Vorjahresmonat verringerte sich die Produktion um 5,2 Prozent. Ein derart starkes Minus gab es ­zuletzt im November 2009, als die Wirtschaftsleistung infolge der globalen ­Finanzkrise eingebrochen war. "Nach diesen Zahlen müssen wir akzeptieren, dass sich Deutschland wohl in einer technischen Rezession befindet", sagt Karsten Junius, Chefvolkswirt der Bank J. Safra Sarasin.

Die anhaltende Schwäche der Industrie lastet schwer auf der deutschen Konjunktur. Sie ist ein wichtiger Faktor dafür, dass das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal 2019 wohl zurückgegangen ist. Die Deka Bank etwa rechnet mit einem Minus von 0,2 Prozent.

Dass die Zeiten des wirtschaftlichen Booms vorüber sind, deutet sich bereits seit geraumer Zeit an. Bereits im dritten Quartal 2018 schrumpfte die deutsche Wirtschaft im Vergleich zum Vorquartal um 0,2 Prozent. Im vierten Quartal stagnierte sie. Der Hoffnungsschimmer aus dem ersten Quartal 2019, als das Bruttoinlandsprodukt um 0,4 Prozent zulegte, ist angesichts der jüngsten Zahlen vergessen.

Andere Konjunkturindikatoren malen ein ähnlich düsteres Bild. Der Ifo-­Geschäftsklimaindex sank Ende Juli zum vierten Mal in Folge. Vor allem der Ausblick der Firmen auf die kommenden Monate fällt mies aus. Er ist so schlecht wie seit zehn Jahren nicht mehr. Ihre aktuelle Geschäftslage sehen die befragten Unternehmen dagegen freundlicher. Auch der Einkaufsmanagerindex des Forschungsinstituts IHS Markit ist im Juli gefallen. Er liegt nur noch knapp über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern.

Deutliche Unterschiede


Auffällig ist bei beiden Konjunktur­indikatoren die Diskrepanz zwischen den zwei Segmenten Industrie und Dienstleister. Während die Lage bei Dienstleistungsunternehmen noch einigermaßen gut ist, befindet sich das verarbeitende Gewerbe auf Schrumpfkurs. "Aktuell ist das Dienstleistungsgewerbe das stabilisierende Element", sagt Hans-­Peter Rathjens, Anlagestratege bei Allianz Global Investors. "Gefährlich wird es, wenn die schlechte Stimmung aus dem verarbeitenden Gewerbe auf die Dienstleister überspringt."

Erste Ermüdungserscheinungen sind zwar erkennbar. Doch noch ist die Lage in diesem Wirtschaftszweig solide. Das liegt insbesondere an der guten Laune der Verbraucher, die aus der stabilen Situation auf dem Arbeitsmarkt resultiert. Die Arbeitslosenquote liegt bei fünf Prozent und ist damit immer noch außergewöhnlich niedrig. "Der deutsche ­Verbraucher hält die Wirtschaft über Wasser", kommentiert Florian Hense, Ökonom der Berenberg Bank.

Daran ändert sich auch nichts, wenn derzeit einzelne Unternehmen wie Bosch oder Continental über Stellen­abbau nachdenken. "Volkswirtschaftlich betrachtet sind diese Pläne noch nicht bedeutsam", sagt Chefökonom ­Junius. "Wegen der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt fühlt sich die wirtschaftliche Schwäche nicht so schlimm an, wie sie in einigen Bereichen sein mag."

Dass es einzelnen Branchen besonders schlecht geht, liegt zu einem Teil an hausgemachten Problemen. Die bedeutenderen Gründe sind jedoch in der internationalen Politik zu suchen. Der von US-Präsident Donald Trump initiierte Zollstreit mit China, der EU und anderen Ländern bremst den globalen Handel. Und in Europa schürt zusätzlich der ungewisse Ausgang beim Zerren um den Ausstieg Großbritanniens aus der EU die Verunsicherung.

"Das ständige Störfeuer durch die ­Politik sorgt für eine extrem schwierige Gemengelage", urteilt Anlagestratege Rathjens. "Der US-Präsident ist nicht ­berechenbar, und wie die Sache mit dem Brexit ausgeht, ist ebenfalls völlig offen." In diesem Umfeld warten die ­Unternehmen weltweit lieber ab, was geschieht. Investitionen werden zurückgestellt, Lagerbestände abgebaut. "Die Politik liegt wie Mehltau auf der Wirtschaft und lähmt diese", so Rathjens. Und die deutsche Wirtschaft ist durch ihren hohen Exportanteil davon besonders betroffen.

Stagnation voraus


Dass sich die Lage in den nächsten Monaten aufhellt, erwarten nur wenige. "Die Probleme in den exportorientierten Branchen könnten sich noch verschlimmern", meint Berenberg-Volkswirt Hense. Er rechnet im dritten und vierten Quartal mit einem Wachstum der deutschen Wirtschaft um jeweils 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal. "Erst 2020 erwarten wir eine Erholung", sagt er.

Entsprechend mäßig sehen die Schätzungen für den DAX aus. Die Analysten prognostizieren für die Hälfte der 30 Konzerne im laufenden Jahr einen sinkenden operativen Gewinn. Im DAX-Durchschnitt sagen sie einen Rückgang um fast neun Prozent voraus. Der Umsatz dagegen soll immerhin um knapp drei Prozent zulegen.

Automobil:


Besonders schlecht ist derzeit die Lage im Automobilsektor. Gründe gibt es viele: Die Abgasmanipulationen machen den beteiligten Unternehmen zu schaffen, die Umstellung auf alternative Antriebe erfordert Milliardeninvestitionen. Außerdem ist der Absatz in China, einer der wichtigsten Märkte deutscher Autobauer, erstmals seit zwei Jahrzehnten rückläufig. Strafzölle seitens der USA bedrohen die Hersteller zusätzlich.

In den Unternehmen ist die Krise deutlich zu spüren: Daimler hat innerhalb eines Jahres seine Prognose dreimal gesenkt. Die jüngste Quartalsbilanz wies - belastet durch Rückstellungen für den Dieselskandal, Probleme mit Airbags, Lieferschwierigkeiten und die schwache Autokonjunktur - unter dem Strich einen Verlust von 1,2 Milliarden Euro aus. Ein bisschen besser sieht es beim Erzrivalen BMW aus. Auf Jahressicht rechnen Analysten bei beiden Konzernen mit einem deutlich sinkenden Gewinn. Besser vorbereitet ist Volkswagen: Der nach Fahrzeugen weltgrößte Hersteller hat die Kosten im Griff. Zudem wächst VW deutlich im Geschäft mit margenstarken Geländewagen.

Stärker als die großen Fahrzeughersteller werden die Zulieferer vom Umbruch der Branche getroffen. Sie sind durch ihre Abhängigkeit von den Autobauern die schwächsten Glieder in der Wertschöpfungskette. Besonders unter Druck ist Leoni. Die Aktie des Bordnetzspezialisten hat über die vergangenen zwölf Monate drei Viertel an Wert verloren. Anleger sollten bei den Papieren der Zulieferer vorsichtig bleiben.

Maschinenbau:


Trübe Stimmung herrscht auch im Maschinenbau. Im ersten Halbjahr 2019 gingen die Bestellungen um neun Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. Der Verband der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer macht die schwächere Weltkonjunktur, zahlreiche meist politisch motivierte Verwerfungen und den tiefgreifenden Strukturwandel in der Autoindustrie dafür verantwortlich.

Krones etwa, der weltgrößte Hersteller von Abfüllanlagen, hat seine Jahresprognose bereits gesenkt, der operative Gewinn hat sich in den ersten sechs ­Monaten mehr als halbiert. Die "schwierigen gesamtwirtschaftlichen Bedingungen und Unwägbarkeiten wie der schwelende Handelskonflikt zwischen China und den USA" hätten die Geschäfte zunehmend belastet. Noch ist es zu früh, auf eine allgemeine Trendwende in diesem Sektor zu spekulieren.

Dennoch gibt es Nischen mit Sonderkonjunktur: Eine davon besetzt MTU Aero Engines. Der Motorenhersteller ist wichtiger Zulieferer für Flugzeughersteller wie Airbus. Die Auftragsbücher sind gefüllt, denn Fluggesellschaften bestellen neue Maschinen, um Treibstoffkosten zu senken und Umweltauf-­lagen zu erfüllen. Der Auftragsbestand bei MTU stieg zur Jahresmitte um fünf Prozent auf 18,5 Milliarden Euro. Das entspricht rechnerisch einer Auslastung von fast vier Jahren.

Finanzwesen:


Für die Banken kommt die Wirtschaftsabkühlung zu einem extrem ungünstigen Zeitpunkt. Niedrige Zinsen machen es der Branche ohnehin schwer, im klassischen Kreditgeschäft Geld zu verdienen. Gleichzeitig haben die eta­blierten Riesen mit neuen Techfirmen und stärkerer Regulierung zu kämpfen.

Besonders dramatisch sind die Umwälzungen bei der Deutschen Bank: Aus dem weltweiten Aktienhandel zieht sich das Institut komplett zurück, der Anleihehandel wird abgespeckt, ein Fünftel der Bilanzrisiken in einer Bad Bank ­geparkt. 7,4 Milliarden Euro soll der Konzernumbau kosten, Tausende Jobs werden auf der Strecke bleiben. Den Niedergang der Aktie haben die Umbaupläne nur kurz aufhalten können, der Abwärtstrend bleibt bestehen. Etliche Börsianer zweifeln offenbar daran, dass die Wende wirklich gelingt.

Deutlich besser steht die Allianz da. Sie investiert viel Geld in die Digitalisierung ihres Geschäfts. Die breite Aufstellung als Versicherer und Vermögensverwalter sollte dem Konzern in einem schwierigen Konjunkturumfeld helfen.

Informationstechnologie:


Internet, Big Data, künstliche Intelligenz werden das Leben der Menschen, aber auch die Unternehmenswelt dramatisch verändern. Die Digitalisierung schreitet voran und wird auch in den kommenden Jahrzehnten ein treibender Faktor sein. Das macht eine Expansion des Sektors wahrscheinlich. "Diese Entwicklung dürfte sich weitgehend unabhängig von der konjunkturellen Lage vollziehen", meint Ökonom Hense.

Zumindest einige deutsche Firmen gehören zur Weltklasse. Allen voran SAP als Hersteller von Software zur Unternehmensführung. Mit den Programmen aus Walldorf können Kunden nahezu alle Abläufe kontrollieren. SAP ist also eine Art Versorger des Technologiezeitalters. Während Firmen früher Lizenzen zu hohen Einmalkosten gekauft haben, wird inzwischen über das Internet vermietet. Das Abomodell bringt SAP zuverlässige und im Idealfall stetig steigende Einnahmen. Die Marge soll bis 2023 jährlich um einen Prozentpunkt zulegen, der Umsatz um rund zehn Milliarden auf 35 Milliarden Euro.

Kleinere deutsche Techfirmen haben sich in Nischen positioniert. Wirecard wächst als Spezialist für Bezahldienste mit eindrucksvollem Tempo. Die Firma wickelt für Einzelhändler wie Aldi und Unternehmen aus vielen anderen Branchen Zahlungen ab und kassiert im Gegenzug Gebühren. Weil immer mehr Menschen digital bezahlen, wächst das Geschäft rasant. Analysten trauen dem Konzern Gewinnsteigerungen um mehr als 30 Prozent in den kommenden beiden Jahren zu.

Bau/Immobilien:

Die Bau- und Immobilienbranche ist derzeit einer der Lichtblicke in der deutschen Wirtschaft. Der Sektor boomt und ein Ende ist vorerst nicht in Sicht. Gegen den Trend zog die Produktion in der Baubranche auch im Juni an, das Geschäftsklima ist laut Ifo-Index bestens. Unterstützt wird das Gewerbe durch die gute Lage der Verbraucher und die niedrigen Zinsen.

Bei Hochtief, Deutschlands größtem Baukonzern, stieg der Umsatz im ersten Halbjahr um sieben Prozent. Der Auftragsbestand spricht für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends. Das hat aber wenig mit dem bundesdeutschen Bauboom zu tun: Hochtief ist ein globaler Konzern, nur drei Prozent des Umsatzes stammen aus der Heimat. Die kleineren Firmen der Branche sind dagegen nicht an der Börse.

Der beste Weg, um in den Bauboom zu investieren, sind daher die großen Immobilienbesitzer: Durch die extrem niedrigen Zinsen ist die Finanzierung von Immobilien billig. Gleichzeitig ziehen immer mehr Menschen in die Großstädte. In Metropolen wie Berlin und München steigt die Nachfrage somit schneller als das Angebot. Das treibt die Preise: Nach Berechnung des Statistischen Bundesamtes sind Wohnimmobilien bundesweit allein seit Ende 2015 um 22 Prozent teurer geworden.

Davon profitiert Vonovia. Der DAX-­Konzern besitzt knapp 400.000 Wohnungen vor allem in Deutschland. Hinzu kommen knapp 80.000 verwaltete Einheiten. Der Portfoliowert liegt bei mehr als 47 Milliarden Euro. Vor allem wegen der Übernahmen der österreichischen Buwog und der schwedischen Immobiliengruppe Victoria Park kletterten die Mieteinnahmen des Konzerns von ­Januar bis Juni um 14 Prozent auf mehr als eine Milliarde Euro. Solange die Zinsen niedrig bleiben, sollte der Immobilienboom anhalten.

Konsum:


Wegen der erfreulichen Lage auf dem Arbeitsmarkt geht es dem deutschen Verbraucher gut. "Der Konsum ist momentan die Stütze der deutschen Wirtschaft und wird es auch im kommenden Jahr bleiben", sagt Karsten Junius. Der J.-Safra-Sarasin-Chefvolkswirt rechnet weiterhin mit einem überdurchschnittlichen Verbrauchervertrauen.

Einer der Profiteure ist der Onlinehändler Zalando, der den größten Teil seines Geschäfts in Deutschland macht. Im zweiten Quartal stieg die Zahl der Bestellungen auf ein neues Rekordniveau. Sollte die Konjunktur sich dennoch abschwächen, sind die Hersteller von Gütern des täglichen Bedarfs am besten positioniert. Haushaltsartikel oder Nahrungsmittel werden unabhängig von der Wirtschaftslage gebraucht. Das gilt beispielsweise für den Nivea-Konzern Beiersdorf. Die Hamburger sind international breit aufgestellt und können deshalb regionale Schwankungen gut auffangen.

Puma profitiert von einer Sonderkonjunktur: Immer mehr Menschen treiben Sport. Auch wenn Turnschuhe der prominenten Marken oft mehr als 100 Euro kosten, ist Laufen ein vergleichsweise günstiges Hobby. Stark wächst das Geschäft der Franken vor allem in den großen Auslandsmärkten: In den USA und China sind die Konsumenten weiterhin in Kauflaune.

Investor-Info

Allianz
Hohe Dividende


Die Aktie des Versicherungskonzerns ist einer der Top-Dividendenwerte in Deutschland. Die Hälfte des Jahresgewinns will die Allianz ausschütten. Die Dividende soll zudem mindestens auf dem Niveau des Vorjahres bleiben. Da der Konzern immer wieder mal eigene ­Aktien zurückkauft, dürfte die Dividende je Aktie auf lange Sicht stärker steigen als der Gewinn. Analysten rechnen bei der Allianz laut Konsensschätzung für das laufende Jahr mit einer Zahlung von 9,50 Euro je Aktie.

Empfehlung: Kaufen.
Kursziel: 240,00 Euro
Stoppkurs: 168,00 Euro

Beiersdorf
Starke Bilanz


Mit einer Nettoliquidität von 4,4 Milliarden Euro ist Beiersdorf finanziell exzellent aufgestellt. Zusätzlich hält das Unternehmen knapp zehn Prozent seiner Aktien. Der Konsumgüterkonzern verstärkt seine Investitionen unter anderem in die Digitalisierung, dadurch leidet die Marge etwas. Das Kerngeschäft um die Hauptmarke Nivea sollte aber auch in einer abkühlenden Weltwirtschaft weiter moderat zulegen. Defensiver Wachstumswert.

Empfehlung: Kaufen.
Kursziel: 125,00 Euro
Stoppkurs: 73,00 Euro

MTU Aero Engines
Volle Bücher


Die starke Nachfrage nach spritsparenden Flugzeugen treibt das Geschäft des Flug­motorenherstellers. MTU Aero Engines fliegt also im Windschatten von Flugzeugbauern wie Airbus. Neben dem Neugeschäft liefert das Servicegeschäft für MTU zuverlässige Einnahmen. Die Münchner sind also vergleichsweise gut geschützt vor den Schwankungen der Weltkonjunktur. Im Herbst könnte die Aktie sogar im DAX landen.

Empfehlung: Kaufen.
Kursziel: 260,00 Euro
Stoppkurs: 179,00 Euro

Puma
Unterschätzte Sprungkraft


Die Sportartikelfirma hat ihre Jahresprognose angehoben. Der Vorstand rechnet jetzt beim operativen Gewinn (Ebit) mit einem Zuwachs um bis zu 28 Prozent. Das rechtfertigt die ­hohen Bewertungskennziffern der Aktie. Die langfristigen Wachstumstrends der Sportartikelbranche sind intakt, Puma sollte als eine der starken Marken einer der Hauptprofiteure sein. Im Vergleich zum Lokalrivalen Adidas ist die Raubkatze deutlich kleiner und hat somit den größeren Hebel.

Empfehlung: Kaufen.
Kursziel: 74,00 Euro
Stoppkurs: 52,00 Euro

SAP
Holpriger Übergang


Das Geschäftsmodell des deutschen Tech-­Titans wandelt sich: vom Lizenzverkäufer zum Anbieter von Abosoftware. Auch teure Übernahmen belasten immer wieder die Bilanz. Auf lange Sicht sollte sich die Strategie aber auszahlen. Die Nachfrage sollte durch die Digitalisierung der Wirtschaft steigen, SAP Skaleneffekte nutzen können. Bis zum Jahr 2023 soll die Rendite um fünf Prozentpunkte auf 34 Prozent steigen. Rücksetzer waren bei der Aktie stets gute Kaufgelegenheiten.

Empfehlung: Kaufen.
Kursziel: 130,00 Euro
Stoppkurs: 94,00 Euro

Vonovia
Lukratives Wohngeld


Als größter Immobilienkonzern Deutschlands sind die Bochumer in einem lukrativen Markt gut positioniert. Gewachsen ist Vonovia zuletzt vor allem im Ausland, durch die Übernahmen der österreichischen Buwog und der schwedischen Immobiliengruppe Victoria Park. Weitere Übernahmen dürften folgen. Das operative Ergebnis nach Zinsen und Steuern und damit auch die Dividende sollten weiterhin moderat steigen. Analysten erwarten bei Vonovia für das laufende Jahr eine Zahlung von rund 1,60 Euro je Aktie.

Empfehlung: Kaufen.
Kursziel: 55,00 Euro
Stoppkurs: 36,00 Euro

BNP Paribas Low Vol Germany
Verringerte Schwankungen


Wenn es an den Aktienmärkten holprig zugeht, sind Fonds, die auf Aktien mit geringen Schwankungen setzen, eine gute Wahl. Für deutsche Aktien ist ein einzelner ETF verfügbar, der diese Strategie verfolgt. Der BNP ­Paribas Easy Equity Low Vol Germany bildet einen Index ab, der Aktien mit einer historisch niedrigen Volatilität enthält. Als Folge sind konjunkturunabhängige Sektoren im ETF stärker vertreten als im DAX. Manko des interessanten Produkts: Es ist sehr klein.

iShares TecDAX
Vorhersehbares Wachstum


Sich bei der Geldanlage auf einen einzelnen Wirtschaftszweig zu beschränken, ist wegen der mangelnden Diversifikation eigentlich nicht empfehlenswert. Doch die IT-Branche ist ein Sonderfall. Die fortschreitende Digitalisierung garantiert stetig gute Wachstums­aussichten. Mit dem iShares TecDAX investieren Anleger in den deutschen Technologie­leit­index. Seit September 2018 enthält das Kursbarometer auch DAX-Titel, was es etwas weniger schwankungsanfällig macht.

Meag ProInvest
Überzeugende Ausrichtung


Unter den aktiv gemanagten Fonds für deutsche Aktien, die sich 2019 gut entwickeln, fällt der MEAG ProInvest ins Auge. Die Technologiebranche, die ungeachtet der konjunkturellen Lage weiter wachsen dürfte, hat er hoch gewichtet. Größter Wert im Portfolio ist SAP. Der defensive Sektor Gesundheitswesen ist ebenfalls prominent vertreten. Der Fonds überzeugt auch langfristig und hat in den vergangenen zehn Jahren um knapp 150 Prozent zugelegt. Für ein aktiv gelenktes Produkt sind die laufenden Kosten erfreulich niedrig.