Kurzfristig werde zwar nicht erwartet, dass Matherat gehen müsse. Der Job von Patrick hingegen, der unter anderem für das schlechte Standing der Bank bei den US-Behörden verantwortlich gemacht werde, wackele bedenklich. "Es kann durchaus sein, dass da die Dynamik in diesem Jahr noch zunimmt", sagte eine der Personen, die nicht namentlich genannt werden wollten. Der Aufsichtsrat tagt Anfang Dezember das nächste Mal. Die Deutsche Bank wollte sich dazu nicht äußern.

Die Deutsche Bank hat bis vor wenigen Jahren als sogenannte Korrespondenzbank für die Danske Bank gearbeitet und in dieser Funktion Zahlungen für die Dänen abgewickelt. Im Rahmen des Geldwäscheskandals waren es rund 150 Milliarden Euro. Matherat hatte vor wenigen Tagen erklärt, das größte deutsche Geldhaus habe die Kunden der Danske Bank nicht kennen und durchleuchten müssen und stehe deshalb auch nicht in einer Mitverantwortung für die Geldwäsche-Fälle. Diese Haltung ist unter Rechtsexperten umstritten. Wie einer der Insider Reuters sagte, sind die auf einer Konferenz in Frankfurt gefallenen Aussagen Matherats auch nicht von allen in der Bank mit Wohlwollen aufgenommen worden. Fest steht, dass die Deutsche Bank 2015 die Kundenbeziehung zur Danske beendete, nachdem immer mehr Verdachtsfälle auffielen.

Das "Wall Street Journal" hatte am späten Dienstagabend unter Berufung auf Insider berichtet, die Deutsche Bank denke inzwischen über eine Ablösung von Matherat und Patrick nach. Beide hätten im Gespräch mit engen Mitarbeitern bereits erklärt, es sei gut möglich, dass sie bald nicht mehr für das Institut arbeiten würden. Am Mittwoch hieß es nun aus der Bank und ihrem Umfeld, Matherat stehe noch nicht auf der Abschussliste von Vorstandschef Christian Sewing. Patrick hingegen, dessen US-Einheit immer wieder mit Kritik der Aufseher zu kämpfen hat und beim Stresstest der US-Notenbank erneut ein schlechtes Zeugnis ausgestellt bekam, werde wahrscheinlich gehen müssen.

Sewing hat seit seinem Amtsantritt Anfang April beim Top-Personal teilweise hart durchgegriffen. Unter anderem musste IT-Vorständin Kim Hammonds gehen, ebenso Nicoals Moreau, der für die Vermögensverwaltung zuständig war. Matherat gilt spätestens seit September auch als angeschlagen, nachdem die Finanzaufsicht BaFin einen Aufpasser bei der Bank installierte, weil die Behörde unzufrieden war mit den Geldwäsche-Kontrollen. Zudem hat der für Geldwäsche-Prävention zuständige Manager Philippe Vollot das Frankfurter Institut verlassen und - ausgerechnet - bei der Danske Bank angeheuert. Matherats Vertrag läuft nach Angaben der Deutschen Bank noch bis 2023. Einem Insider zufolge hat sie interne Gerüchte, sie sei bereits selbst auf der Suche nach einem neuen Job, vehement zurückgewiesen.

rtr