Während das Geschäft in anderen Ländern in den vergangenen drei Jahren schrumpfte, wuchs es in Asien über vier Prozent. Die Strategie des gebürtigen Inders war allerdings mit hohen Kosten verbunden. Nun wird erwartet, dass der künftige Vorstandschef John Cryan aufräumt und bei den kapitalintensiven Geschäften den Rotstift ansetzt. "Dies könnte den Marktanteil der Deutschen Bank im Devisen- und Wertpapiergeschäft reduzieren und für andere Banken mehr Raum für Wachstum in Asien schaffen", meint Anshuman Jaiswal, Chefanalyst beim Beratungsunternehmen Celent.

2014 war die Deutsche Bank nach Angaben des Forschungs- und Beratungsunternehmens Greenwich Associates Marktführer im asiatischen Devisengeschäft, Japan ausgenommen, und Nummer drei im Wertpapiergeschäft. Das Handelsgeschäft machte 66 Prozent des Umsatzes der Deutschen Bank in der Region Asien-Pazifik aus, doch verschlang es auch immer mehr Geld, weil die Frankfurter mit strengen regulatorischen Vorschriften und vergleichsweise illiquiden Märkten zu kämpfen hatten.

Ihr Glück in der Region suchen auch andere große Banken wie JPMorgan, Citigroup oder Europas größtes Institut HSBC. "Das könnte das Ende der Dominanz der Bank im asiatischen Devisen- und Wertpapiergeschäft signalisieren", sagte der Handelschef einer anderen europäischen Bank in Hong Kong, der nicht namentlich genannt werden wollte. "Sie wird mit Sicherheit Marktanteile abgeben - nicht sofort, aber in den nächsten Monaten." Die Deutsche Bank teilte mit, sie wolle ihre führende Position in der Region verteidigen.

Jain hatte jahrelang die Investmentbank-Sparte der Deutschen Bank geführt, in der viele Altlasten und Rechtsstreitigkeiten ihren Ursprung haben. Nach Kritik von Investoren, Mitarbeitern und der Öffentlichkeit hatte er zusammen mit seinem Kollegen Jürgen Fitschen den Rückzug von der Vorstandsspitze der Deutschen Bank angekündigt. Jain geht bereits Ende des Monats, Fitschen soll noch bis zur Hauptversammlung im Frühjahr 2016 bleiben. Danach wird der ehemalige UBS -Finanzvorstand Cryan die Bank allein führen. Der Manager hatte schon in seinen drei Jahren bei der UBS die Bilanz zusammengestrichen und sie damit aus der Krise geführt.

Reuters