Mitte Januar 2015 schockte Thomas Jordan Unternehmer und Anleger. Der Chef der Schweizer Nationalbank (SNB) hob damals den Mindestkurs von 1,20 Franken zum Euro auf. Die Schweizer Währung verteuerte sich in der Folge um 20 Prozent. Und an der Börse in Zürich stürzten die Kurse in die Tiefe.

Die Schweizer Wirtschaft ist stark vom Export abhängig. Wichtigster Handelspartner ist die Europäische Gemeinschaft. Fast 55 Prozent der Ausfuhren gehen in die EU. Zieht der Franken kräftig an, leiden die Gewinne der Schweizer Unternehmen.

In den vergangenen Jahren versuchte der Chef der Schweizer Nationalbank mit Interventionen am Devisenmarkt und mit Negativzinsen immer wieder, dem Franken seine Attraktivität zu nehmen. Zuletzt konnten Schweizer Unternehmen wie etwa der Uhrenhersteller Swatch, der Sanitär- und Heizungstechniker Geberit oder das auf Hörgerätesysteme fokussierte Unternehmen Sonova aufatmen. Mit fast 1,15 Franken zum Euro fiel die Währung auf den tiefsten Stand seit der Freigabe durch die SNB. Auch gegenüber dem Dollar notierte der Franken schwächer.

Die jüngste Kriegsrhetorik zwischen den USA und Nordkorea hat die Freude jedoch wieder getrübt. Der Schweizer Franken, der wie der japanische Yen oder Gold in Krisenzeiten gesucht ist, tendierte wieder stärker, erneut gab es Kursverluste. Mutige Anleger sehen darin eine gute Gelegenheit zum Einstieg.

Viele Firmenlenker haben den Frankenschock genutzt, um Kosten einzusparen beziehungsweise die Produktivität im Unternehmen zu steigern. Sollte sich die geopolitische Nervosität legen und der Franken wieder leichter notieren, können Schweizer Unternehmen vom Aufschwung in der Eurozone, aber auch von der Erholung der Weltwirtschaft profitieren. Der Internationale Währungsfonds rechnet mit einer Zunahme der globalen Wirtschaftsleistung in diesem Jahr von 3,5 und im kommenden Jahr von 3,6 Prozent.

Drei Prozent Dividendenrendite



Für Anleger, die sich günstig am Aktienmarkt der Schweiz engagieren wollen, empfiehlt sich der von Comstage aufgelegte Dow Jones Switzerland Titans 30 ETF. Der Exchange Traded Fund bietet Zugang zu den 30 größten Titeln der Schweizer Börse. Finanzwerte wie UBS, Credit Suisse oder Zurich International sind mit 32 Prozent gewichtet. Pharmawerte wie Novartis oder Roche bringen es auf 23 Prozent. Auf Industrieunternehmen wie ABB entfallen knapp 22 Prozent. Für jede Aktie besteht, anders als beim "offiziellen" Schweizer Leitindex SMI, eine Gewichtsobergrenze von zehn Prozent. In den vergangenen drei Jahren legte der ETF um 22 Prozent zu. Seit Jahresanfang ist er mit zwölf Prozent im Plus. Trotz eines KGV von aktuell 21 bieten die Titel weiter Potenzial. Auch die Dividendenrendite von über drei Prozent ist interessant.