Inländische Unternehmen:

Commerzbank bleibt auf Kundenfang - WM-Kampagne zahlt sich aus

Die großen Werbeanstrengungen der Commerzbank zahlen sich zunehmend aus. Das Institut habe in den ersten fünf Monaten dieses Jahres netto 136 000 Privatkunden hinzugewonnen, sagte der zuständige Bereichsvorstand Michael Mandel am Mittwoch in Frankfurt. Im Vergleichszeitraum 2013 hatte die Commerzbank 66 000 Kunden mehr angelockt als verloren. Das Wachstum bei der Kundezahl komme auch beim Ergebnis an. "Beim Profit war es ein gutes zweites Quartal", sagte Mandel. Genaue Zahlen legt die Bank Anfang August vor.

Die Commerzbank investiert seit Ende 2012 massiv in den Ausbau des lange schwächelnden Privatkundengeschäfts. Ziel ist es, bis 2016 eine Million neue Kunden zu gewinnen - 380 000 davon sind geschafft. Damit liege die Bank über den eigenen Plänen, sagte Mandel. Wichtiger Werbeträger des Konzerns sind die Fußball-Weltmeister. In die WM-Kampagne mit den Nationalspielern um Bundestrainer Joachim Löw steckte das Institut zwischen 20 und 25 Millionen Euro. Das habe zu 74 000 Eröffnungen von Girokonten geführt.

Trotz elf Millionen Kunden hatte die Sparte seit der Übernahme der Dresdner Bank 2008 nie die Erwartungen erfüllt und war zwischenzeitlich bedrohlich nah an die Verlustzone geraten. Zur neuen Strategie gehört neben den Werbeausgaben auch ein neues Filialkonzept und ein massiver Ausbau des Online-Bankings. Künftig will das Institut etwa mit einem digitalen Haushaltsbuch ihren Kunden einen besseren Überblick über deren Finanzen geben.

Insider: T-Mobile-US-Verkauf verzögert sich

Die Verhandlungen über einen milliardenschweren Verkauf der Telekom-Mobilfunktochter T-Mobile US an den amerikanischen Rivalen Sprint dauern länger als gedacht. Der Deal werde wohl nicht vor August besiegelt werden können, sagte eine mit den Planungen vertraute Person am Mittwoch. "In den nächsten zwei bis drei Wochen wird nicht viel passieren." Bisher war eine Einigung bis Ende Juli anvisiert worden.

Der drittgrößte US-Mobilfunkanbieter Sprint - hinter dem der japanische Milliardär Masayoshi Son steht - verhandelt seit Monaten mit der Telekom über einen Kauf des Markt-Vierten T-Mobile US. Nach Aussagen von Insidern vom Juni bewertet das Angebot T-Mobile US mit insgesamt 32 Milliarden Dollar. Der Bonner Konzern hält rund zwei Drittel an der in den USA börsennotierten Tochter. Ein Telekom-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern.

Der große Unsicherheitsfaktor bei der geplanten Übernahme sind die US-Kartellwächter. Sie haben bereits durchblicken lassen, dass sie ein Zusammengehen skeptisch sehen, da sie steigende Mobilfunkpreise befürchten. Nach Ansicht von Experten dürften die Behörden den Fall zwölf bis 18 Monate unter die Lupe nehmen und erst dann über Wohl oder Wehe entscheiden. Da bereits nächstes Jahr in Amerika eine der seltenen Versteigerungen von neuen Mobilfunkfrequenzen ansteht, könnten Sprint und T-Mobile bereits vor dem Kartell-Urteil über die Fusion zusammenarbeiten, sagte die Person. Möglich sei ein Joint-Venture, um an der wichtigen Spektrumsauktion teilzunehmen. "Die Telekom wird die Option prüfen", sagte der Kenner. Das "Wall Street Journal" hatte zuvor über den geplanten Schulterschluss zwischen den Mobilfunkkonzernen für die Versteigerung berichtet.

Großbritannien genehmigt Milliarden-Windkraftprojekt von E.ON

Die britische Regierung hat dem Energiekonzern E.ON grünes Licht für den Bau eines milliardenschweren Windparks vor der Küste Südenglands erteilt. Mit den Bauvorbereitungen an Land könne bereits im kommenden Jahr begonnen werden, teilte das Energieministerium am Mittwoch mit. Der Windpark mit dem Namen Rampion soll 2018/19 mit der Stromproduktion beginnen. Die Offshore-Anlage, die über eine Leistung von 650 Megawatt verfügen soll, kann rein rechnerisch 450.000 Haushalte versorgen. Die Kosten werden auf rund zwei Milliarden Pfund (umgerechnet 2,5 Milliarden Euro) beziffert.

BMW baut künftig sechs Automodelle in China

Wegen glänzender Geschäfte im weltgrößten Automarkt China stockt BMW seine Fertigung vor Ort kräftig auf. "Wir werden die Zahl unser lokal produzierten Modelle zukünftig von drei auf sechs erhöhen", sagte Finanzchef Friedrich Eichiner am Mittwoch. Neben dem 3er, 5er und X1 will der Konzern dann auch ein Einstiegsmodell unterhalb des kompakten 3ers, ein Familienfahrzeug und eine spezielle Variante des Geländewagens X3 in China fertigen. Die Kunden dort lieben Langversionen, hohe Motorisierungen und teure Sonderausstattungen.

Die Kapazität in den beiden Werken Dadong und Tiexi werde innerhalb der kommenden zwei Jahre von derzeit 300.000 auf insgesamt 400.000 Autos erhöht, führte der BMW-Finanzchef aus. Die Münchner verkauften im vergangenen Jahr fast 400.000 Fahrzeuge der Marken BMW und Mini in China, das ist fast ein Fünftel ihres gesamten weltweiten Absatzes. In der Volksrepublik arbeitet der Konzern seit 2003 mit dem lokalen Autobauer Brilliance zusammen. Der Joint-Venture-Vertrag wurde vorzeitig bis zum Jahr 2028 verlängert. In China müssen ausländische Autohersteller mit einem einheimischen Konkurrenten kooperieren. BMW und Brilliance bauen seit 2012 in China gemeinsam auch Motoren; dafür wird derzeit eine neue Fabrik hochgezogen. Die Fertigung im Motorenwerk in Tiexi soll 2016 starten. Dann werden dort Drei- und Vierzylinder-Aggregate gebaut.

Daimler stellt neuen Hoffnungsträger Smart vor

Der Autobauer Daimler stellt am Mittwoch (20.00 Uhr) in Berlin die neue Generation des Stadtautos Smart vor. Der sparsame City-Flitzer gilt in Zeiten von CO2-Obergrenzen als Hoffnungsträger der Stuttgarter, nachdem er den Autobauer lange mit roten Zahlen belastet hatte. Erstmals nach dem Aus einer Viersitzer-Variante vor mehreren Jahren wagt sich Daimler auch wieder an einen Smart mit vier Plätzen. Das Modell soll in Kooperation mit Renault in Slowenien vom Band laufen. Der Zweisitzer wird weiterhin im lothringischen Hambach gebaut.

Blatt: Personalausschuss empfiehlt neuen Vertrag für Metro-Chef

Trotz des Machtkampfes bei Media-Saturn genießt Metro-Chef Olaf Koch offenbar das Vertrauen des Großaktionärs Haniel. Der Personalausschuss des Metro-Aufsichtsrats habe dem Gremium empfohlen, den Vertrag von Koch zu verlängern, berichtete das "Handelsblatt" am Dienstag vorab. Dabei beruft sich die Zeitung auf Aufsichtsratsvize Werner Klockhaus. Der Konzernbetriebsratsvorsitzende ist auch im Personalausschuss Vize von Franz Haniel, der die Familienholding vertritt. Haniel hält knapp über 30 Prozent der stimmberechtigten Aktien der Metro. Die Entscheidung des Kontrollgremiums über eine weitere Amtszeit Kochs steht im September an. Üblicherweise folgt der Aufsichtsrat Empfehlungen seines Personalausschusses. Die Metro wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

Koch selbst hatte in einem Interview mit Reuters deutlich gemacht, dass er eine weitere Amtszeit ins Visier nehme. "Mir macht der Job unglaublich viel Spaß und ich bin gerne bei der Metro", sagte er auf die Frage, ob er auch über seine im September 2015 endende Amtsperiode hinaus bleiben wolle. Haniel machte jedoch deutlich, keinen Anlass zu schnellem Handeln zu sehen. Haniel-Chef Stephan Gemkow sagte wenig später in einem Interview mit Reuters, dass der Großaktionär von Koch eine Verbesserung der Marge erwarte. "Bei Metro erwarten wir Wachstum und Margenverbesserungen, die sich (..) in steigenden Aktienkursen spiegeln sollen." Es bleibe abzuwarten, ob Metro-Chef Koch dies erreichen könne, sagte Gemkow.

Koch steht seit Januar 2012 an der Spitze des Handelskonzerns mit seinen Großmärkten, dem Warenhauskonzern Kaufhof, der Supermarktkette Real sowie Europas größter Elektrohandelskette Media-Saturn, mit deren Minderheitsgesellschafter Erich Kellerhals. Anfang Mai hatte der Milliardär erneut eine Übernahme der Metro-Anteile ins Spiel gebracht und von Investoren gesprochen, die er an der Hand habe. Im Juni erfuhr Reuters von Branchenkennern, dass Metro und Kellerhals Möglichkeiten einer Trennung ausloten. Doch sei die Situation verfahren, es zeichne sich keine einfache Lösung ab. Wie das Handelsblatt berichtet, ließ sich Kellerhals dazu Ende 2013 von der US-Bank Morgan Stanley beraten.

In Branchenkreisen wird derzeit nicht damit gerechnet, dass der Media-Saturn-Gründer Kellerhals tatsächlich ein konkretes Kaufangebot auf den Tisch legt. Vielmehr könnte er auf einen Spin-Off setzen, sagten mehrere Insider. So könnte etwa der Metro-Anteil als Sachdividende ausgeschüttet werden. "Ich will meinen Einfluss im Unternehmen behalten", sagte Kellerhals der Zeitung lediglich. Zu konkreten Optionen habe er sich nicht äußern wollen. "Es gibt sehr gründlich ausgearbeitete Vorschläge meinerseits."

Koch sagte dazu vergangene Woche in Düsseldorf, "wenn es einen konkreten Vorschlag gäbe, dann müsste ich mir den gründlich anschauen". Die Voraussetzungen für einen Spin-Off sieht er als schwierig an. "Man kann das Unternehmen nicht einfach abspalten und ohne die entsprechenden Voraussetzungen in andere Hände abgeben. Das wäre strategisch und auch aus Haftungs- und Verantwortungsgründen falsch", sagte er. Metro sei weiter an einer Lösung mit Kellerhals interessiert. "Wir als Metro wollen die Situation befrieden und werden uns dafür mit allen sinnvollen Lösungsmöglichkeiten beschäftigen. Wir brauchen eine Lösung, die konstruktiv, tragfähig und vertretbar ist. "Wir müssen uns einigen, schnell", mahnte Kellerhals.

Software AG-Aktie fällt weiter - Abstufungen nach Prognosekappung

Einen Tag nach der massiv gekappten Jahresprognose hat es für die Aktien der Software AG (Software) negative Analystenkommentare gehagelt. Entsprechend ging es für die Titel des Herstellers von Unternehmenssoftware nach dem Absturz zur Wochenmitte am Donnerstag nochmals abwärts, wenn auch mit weniger Schubkraft. Zuletzt verloren die Anteilsscheine am TecDax-Ende knapp drei Prozent auf 19,435 Euro, nachdem sie am Mittwoch bereits um nahezu ein Fünftel eingebrochen waren. Inzwischen notieren die Papiere auf dem Niveau vom Oktober 2009. Der Index der Technologiewerte (TecDAX) legte zuletzt um 0,27 Prozent zu.

Händler begründeten die anhaltenden Kursverluste bei den Papieren der Software AG einhellig mit rund einem halben Dutzend skeptischer Analystenkommentare nach einer bösen Überraschung im zweiten Quartal. Weil die Software AG im Frühjahr insbesondere wegen Verzögerungen großer Projekte enttäuschte, hatte das Unternehmen seine Jahresziele zusammengestrichen.

Besonders hart mit den Managern ins Gericht ging die französische Societe General mit einer Verkaufsempfehlung und einem halbierten Kursziel von 16 Euro - weitere achtzehn Prozent unter dem aktuellen Kursniveau. Analyst Derric Marcon gab seinen bisherigen Bewertungsansatz auf. Die Berechenbarkeit für alle Geschäftsbereiche sowie die Wachstumsdynamik verglichen mit Wettbewerbern seien einfach zu gering. Marcon setzte nun die für 2015 angepeilte Free- Cashflow-Rendite als alleinigen Maßstab an.

Analyst Uwe Schupp von der Deutschen Bank strich ebenfalls seine Kaufempfehlung. Er empfiehlt Anlegern nun, erst einmal an der Seitenlinie zu verharren. Die Warnung bei dem zweitgrößten deutschen Softwarehersteller resultiere aus mehr Schwachstellen als erwartet. Denn die Entwicklung des designierten Wachstumsmotors Software für Prozessoptimierung (BPE) bleibe hinter den Erwartungen zurück.

Analyst Daud Khan von der Privatbank Berenberg untermauerte sein Erstaunen über die Schwäche der BPE-Sparte mit den Vergleichszahlen aus dem Vorjahr. Diese hätten niedrig gelegen und der Softwarehersteller habe sich bei der Vorlage der Erstquartalszahlen noch optimistisch geäußert.

Darüber hinaus habe das Unternehmen die langfristigen Wachstumsziele für das Geschäft mit Software zur Prozessoptimierung nicht bestätigen wollen, meinte Analystin Stacy Pollard von der US-Bank JPMorgan. Das führe zu steigender Unsicherheit über das Jahr 2015 sowie die folgenden Jahre hinaus.

Homag-Übernahme drückt Dürr erneut

Die Übernahme des Holzmaschinenbauers Homag hat Dürr am Mittwoch erneut ins Minus gedrückt. Die Aktien des Spezialisten für Auto-Lackieranlagen fielen um 5,9 Prozent auf ein Zwei-Monats-Tief von 57,88 Euro, nachdem sie am Vortag bereits 3,1 Prozent eingebüßt hatten.

Anleger seien irritiert, dass Dürr eine derart große Akquisition außerhalb des Kerngeschäftes tätige, schrieb Berenberg-Analyst Benjamin Glaeser in einem Kommentar. Seinem Kollegen Jasko Terzic von der DZ Bank zufolge sollte dieser Aspekt nicht überbewertet werden. "Dürr besitzt Erfahrung im Bereich Automatisierung außerhalb der Automobilindustrie beziehungsweise Lackierereien. Daher sind wir zuversichtlich, dass das Dürr-Management über ausreichend Erfahrung verfügt, die Homag-Gruppe reibungslos zu integrieren." Terzic zufolge ist die Übernahme direkt gewinnsteigernd, da Dürr eine profitable Firma erwerbe.

Homag notierten am Mittwoch bei 26,82 Euro. Dürr bietet den Eignern des Maschinenbauers 26,35 Euro je Aktie und will die Offerte nicht nachbessern. Der Autozulieferer hat sich über einen Aktionärspool bereits mehr als 75 Prozent der Stimmrechte gesichert und hat damit das Sagen bei Homag.

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Ausländische Unternehmen:

Apple plant mit IBM-Schützenhilfe Attacke auf BlackBerry

Dem angeschlagenen Smartphone-Pionier BlackBerry droht verschärfte Konkurrenz durch Apple. Der iPhone-Hersteller sicherte sich die Schützenhilfe des Computerriesen IBM, um in BlackBerrys Stammmarkt, dem Firmenkunden-Geschäft, zu wildern. Die am Dienstag bekanntgegebene Kooperation soll Apple-Geräte für diese Klientel attraktiver machen. Demzufolge soll IBM iPhones und iPads mit Apps bestücken, die für Beschäftigte bestimmter Branchen maßgeschneidert sind. Im Blick haben die Partner vor allem die Sektoren Einzelhandel, Gesundheit, Banken, Reise, Verkehr sowie Telekommunikation. Die Apps sollen ab Herbst erhältlich sein.

Früher war für unzählige Manager ein BlackBerry Pflicht. Doch der Siegeszug von Apple führte zu einem neuen Trend. Mittlerweile nutzen zahlreiche Beschäftigte ihr privates iPhone auch beruflich. Viele IT-Experten ihrer Arbeitgeber bevorzugen aber BlackBerry-Geräte, weil diese als besonders sicher gelten. Das Datenschutz-Problem rückte zuletzt wieder in den Vordergrund durch die bekanntgewordenen Hackerangriffe auf Unternehmen sowie die Spähattacken der US-Geheimdienste.

Diese Affären bedeuten für den unter massiven Marktanteilsverlusten leidenden BlackBerry-Konzern einen Hoffnungsschimmer. Er will sich wieder stärker als Anbieter für Geschäftskunden aufstellen, für die eine sichere Verschlüsselungstechnik besonders wichtig ist. Doch genau darauf zielt nun auch Apples Allianz mit IBM. "Wir wollten einige der Hürden für die Handy-Nutzung in Unternehmen beseitigen", erläuterte Apple-Managerin Bridget van Kralingen im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. IBM gehört seit Jahrzehnten zu den führenden IT-Ausrüstern von Unternehmen und soll dabei helfen, deren Vertrauen in Apple-Produkte zu stärken. IBM hat selbst großes Interesse an solchen Kooperationen. Der Konzern will sein Software- und Dienstleistungsgeschäft kräftig ausbauen, weil er im PC-Markt unter dem Boom von Smartphones und Tablet-Computern leidet.

BlackBerry hatte nach steilem Abstieg zuletzt Fortschritte in allen Geschäftsbereichen gemeldet. Apples Vorstoß verschreckte daher nun die Investoren an der Börse. "Der Deal ist ein sehr gezielter Versuch von Apple, sich mit Hilfe von IBM auf den Firmenkunden-Markt zu konzentrieren, der bisher das Hauptgeschäft von BlackBerry war", sagte Anlagestratege Tim Ghriskey von Solaris Group. BlackBerry-Aktien gaben am Dienstag drei Prozent nach. Dagegen zogen IBM im nachbörslichen Handel um 1,9 Prozent an und Apple um 1,3 Prozent.

Quartalsgewinn von Bank of America bricht ein

Höhere Belastungen aus Rechtsstreitigkeiten sowie geringere Einnahmen im Hypotheken-Geschäft belasten die Bank of America. Der Nettogewinn stürzte im zweiten Quartal um 43 Prozent auf 2,04 Milliarden Dollar ab, wie das zweitgrößte Geldhaus der USA am Mittwoch mitteilte. Analysten hatten der Bank deutlich mehr zugetraut. Zuletzt hatten mit JPMorgan und Goldman Sachs führende US-Institute die Markterwartungen übertroffen.

Zeitung: Medienzar Murdoch bietet 80 Milliarden für Time Warner

Der Medienzar Rupert Murdoch hat einem Zeitungsbericht zufolge 80 Milliarden Dollar für Time Warner geboten. Allerdings sei die über Twenty First Century Fox in den vergangenen Wochen abgegebene Übernahmeofferte abgelehnt worden, berichtete die "New York Times" am Mittwoch unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertrauten Personen.

Ex-Ford-Chef Mullaly geht zu Google

Google hat den früheren Ford -Chef Alan Mulally in sein Direktorium berufen. Mulally sei vergangene Woche in das Gremium aufgenommen worden, teilte das Internet-Unternehmen am Dienstag mit. Google arbeitet derzeit an einem selbstfahrenden Auto und versucht, seine Software in mehr Kraftfahrzeugen einzusetzen. Mulally galt auch als Kandidat für den Chefposten bei Microsoft.

PC-Geschäft macht Intel zunehmend Freude - Höhere Ziele

Nach jahrelanger Talfahrt im Geschäft mit traditionellen Computern verspürt der weltgrößte Chiphersteller Intel wieder Rückenwind. Der PC-Markt habe sich stabilisiert, sagte Finanzvorstand Stacy Smith der Nachrichtenagentur Reuters nach der Vorlage überraschend guter Zahlen. Die Nachfrage nach klassischen Rechnern für den Schreibtisch war weltweit eingebrochen, nachdem Apple vor vier Jahren das iPad auf den Markt gebracht hatte. Da Intel im PC-Geschäft jetzt das Schlimmste für überstanden hält und davon ausgeht, dass Desktop-Rechner und mobile Geräte wie Tablets und Smartphones parallel genutzt werden, setzt sich der US-Konzern etwas höhere Ziele.

Der Umsatz werde etwa um fünf Prozent klettern, teilte der AMD -Rivale am Dienstag nach Börsenschluss mit. Für das dritte Quartal rechnet Intel nun mit einem Umsatz von 14,4 Milliarden Dollar - plus oder minus 500 Millionen. Von Reuters befragte Analysten hatten zuletzt Erlöse von rund 14 Milliarden Dollar erwartet. Im abgelaufenen zweiten Vierteljahr steigerte Intel den Umsatz um acht Prozent auf 13,8 Milliarden Dollar und das operative Ergebnis um 41 Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar.

Das PC-Geschäft, die mit Abstand größte Sparte des Konzerns, legte um sechs Prozent zu. Vor allem Unternehmen hatten zuletzt wieder verstärkt in neue Computer investiert. Einen Hauptgrund sehen Experten darin, dass Microsoft die Unterstützung für sein altes Betriebssystem Windows XP eingestellt hat. Viele Firmen nutzten den Umstieg auf neue Software gleich zur Anschaffung neuer Desktop-Rechner.

"ES GIBT ENORMES POTENZIAL"

Dass sich die Aufhellung im PC-Geschäft als Strohfeuer entpuppen könnte, glaubt Intel nicht. "Das ist nicht nur ein XP-Effekt", sagte Deutschland-Chef Christian Lamprechter im Reuters-Interview. Denn auch das Geschäft mit Großkunden wachse robust. "Die haben schon lange kein XP mehr, sondern schon vor vielen Jahren umgestellt." Weltweit sei ein Wachstum im PC-Bereich zu verzeichnen, speziell im Mittelstand. 600 Millionen PCs weltweit seien schätzungsweise vier Jahre und älter. "Es gibt enormes Potenzial." Der Desktop-Rechner bleibe "ein essenzielles Werkzeug", sagte der Manager. "In Zukunft gibt es eine Co-Existenz von Tablet und PC."

Intel-Finanzchef Smith erwartet zudem, dass sich die zuletzt geschrumpfte PC-Nachfrage in China und anderen Schwellenländern wieder erholt. "Ehemals als gesättigt geltende Regionen wie Nordamerika und Westeuropa können die Schwächen abfedern", sagte Deutschland-Chef Lamprechter. Ohnehin sei der deutsche Markt einer der wesentlichen Treiber für die Zuwächse des Konzerns. Hier sei Intel jetzt auch im Tablet-Geschäft vorn dabei. Der Chipriese hatte in der Vergangenheit verschlafen, dass Verbraucher von großen, sperrigen Computern für den Schreibtisch umschwenkten auf kleine, tragbare Alleskönner-Handys oder Flachrechner.

Rivalen wie Qualcomm oder ARM überholten den US-Konzern, der 2013 gerade einmal auf zehn Millionen Geräte mit Intel-Chips kam. "Wir haben den Startschuss verpasst und müssen aufholen", sagte Lamprechter. "Es gibt noch viel zu tun, aber wir werden den Atem dazu haben." Im ersten Halbjahr seien 15 Millionen Tablets mit Intel Inside ausgeliefert worden. Man sei dank neuer Produkte auf dem Weg, die anvisierten 40 Millionen im Gesamtjahr zu erreichen.

Wie Intel weiter mitteilte, wird das laufende Programm zum Aktienrückkauf um 20 Milliarden Dollar ausgeweitet. Allein in diesem Quartal sollen Anteilsscheine im Wert von etwa vier Milliarden Dollar vom Markt genommen werden. Analysten werteten dies als ein Zeichen dafür, dass der Konzern mit einer Stabilisierung auf dem PC-Markt rechnet.

Yahoo vertröstet Aktionäre mit Aussicht auf Sondererlöse

Yahoo bricht das Geschäft weiter weg. Umsatz und Gewinn des Internet-Pioniers fielen auch im zweiten Quartal. Vor allem mit Werbung nimmt der US-Konzern immer weniger ein. Yahoo will nun seine Aktionäre zumindest mit der Aussicht auf hohe Sondererlöse vertrösten. Beim anstehenden Mega-Börsengang des chinesischen Internet-Händlers Alibaba solle mindestens die Hälfte der eigenen Erlöse an die Anleger ausgezahlt werden, sagte Yahoo-Finanzchef Ken Goldman am Dienstagabend. Yahoo hält etwa 24 Prozent der Alibaba-Anteile, was es für Anleger trotz der erneut schwachen Quartalszahlen interessant macht.

Die Amerikaner teilten zudem mit, Alibaba habe eingewilligt, dass man sich im Zuge des voraussichtlich größten Börsengangs in der Technologiebranche von weniger Aktien trennen müsse als bislang geplant. So müsse Yahoo nun nur noch 140 Millionen Anteilsscheine verkaufen statt bisher 208 Millionen. Damit winken nicht nur kurzfristig Sondererlöse. Yahoo kann auf mittlere Sicht auch indirekt von den guten Perspektiven der Chinesen profitieren, weil die Beteiligung dann größer bleibt als zunächst gedacht.

Alibaba hat 300 Millionen Kunden und wickelt mit 25.000 Beschäftigten 80 Prozent aller Internet-Einkäufe in der Volksrepublik ab. Die Chinesen setzen im elektronischen Handel mehr um als die US-Rivalen Amazon und eBay zusammen.

Der Börsengang wird im Sommer in New York erwartet. Die Platzierung könnte die von Facebook aus dem Mai 2012 mit einem Volumen von 16 Milliarden Dollar übertreffen. Der Firmenwert von Alibaba wird auf bis zu 160 Milliarden Dollar geschätzt, manche Experten gehen sogar von mehr als 200 Milliarden aus.

WANN SCHAFFT YAHOO DIE WENDE?

Während Alibaba rasant wächst, verfehlte Yahoo im abgelaufenen Quartal bis Ende Juni die Umsatzerwartungen der Analysten. Die Erlöse fielen im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent auf 1,04 Milliarden Dollar. Der Umsatz mit Bildschirmwerbung ging dabei um acht Prozent auf 436 Millionen Dollar zurück. Der Durchschnittspreis pro Anzeige sank um 24 Prozent. Der Quartalsüberschuss brach um 19 Prozent auf 270 Millionen Dollar ein.

"Man sieht, dass sich die Fundamentaldaten weiter verschlechtern, aber zumindest gibt es einige gute Nachrichten von Alibaba", sagte Branchenexperte Ben Schachter von der Investmentbank Macquarie. Seit rund zwei Jahren versucht die Yahoo-Chefin Marissa Mayer den Internet-Pionier wieder in die Erfolgsspur zu bringen. Sie hat dafür unter anderem zahlreiche Übernahmen getätigt. In der Bilanz lassen die Erfolge aber noch auf sich warten. Die Werbeerlöse sind noch immer schwach, während sich Google und Facebook hier deutlich besser entwickeln.

Für das laufende dritte Quartal rechnet Yahoo mit einem Umsatz zwischen 1,02 und 1,06 Milliarden Dollar. Analysten hatten dagegen zuletzt 1,1 Milliarden Dollar erwartet.

Yellen besorgt über hohen Börsenwert von Facebook & Co

US-Notenbankchefin Janet Yellen hat sich überraschend besorgt geäußert zu hohen Aktienkursen bestimmter Technologie-Firmen und damit die Börsen auf Talfahrt geschickt. Die Bewertung einiger kleinerer Firmen sowie von Social-Media- und Biotechnologie-Unternehmen erscheine im historischen Vergleich hoch, sagte Yellen am Dienstag bei einer Anhörung vor dem Bankenausschuss des US-Senats. Bei einigen Anlageklassen gebe es Anzeichen, dass die Risikobereitschaft der Anleger gestiegen sei. Weitergehend äußerte sich die Fed-Chefin indes nicht. Es war das erste Mal seit 14 Jahren, dass ein US-Notenbankgouverneur die Bewertung spezifischer Branchen kommentierte.

Die technologielastige US-Börse Nasdaq drehte nach den unerwarteten Äußerungen prompt ins Minus. Die Aktien von Facebook verloren 1,8 Prozent, die des Bewertungsportals Yelp 3,8 Prozent. Der Nasdaq Biotechnology Index rutschte um 1,8 Prozent auf ein Tagestief von 2649Punkten. Der Dax schloss 0,7 Prozent bei tiefer mit 9719 Punkten. "Ihre Bedenken mit Blick auf die Bewertung einiger Branchen stoßen vielen Investoren auf", sagte Portfoliomanager Stefan de Schutter von Alpha Wertpapierhandel.

Auch ein anderer Analyst wunderte sich über Yellens Bemerkungen. "Es ist sehr ungewöhnlich, dass ein Fed-Chef einen Mikroblick auf eine bestimmte Branche wirft. Normalerweise äußert er sich über die höchste Ebene. Ich denke aber, dass die Fed nun etwas mehr im Einklang mit den Sorgen der Märkte steht", sagte Chefmarktstratege Fred Dickson vom Finanzdienstleister D.A. Davidson & Co.

YELLEN: ERHOLUNG DER US-WIRTSCHAFT NOCH NICHT ABGESCHLOSSEN

Die Äußerungen Yellens zum allgemeinen Zustand der US-Konjunktur ließen die Anleger hingegen weitgehend kalt. Die Fed-Chefin hatte erklärt, obwohl sich die Konjunktur weiter verbessere, sei die Erholung "noch nicht komplett". Noch immer seien zu viele Amerikaner arbeitslos. Auch würden die Löhne nur leicht wachsen. Yellen verteidigte damit das Festhalten der Fed an ihrer Niedrigzinspolitik und an den Wertpapierkäufen. Der Leitzins liegt seit langem zwischen null und 0,25 Prozent. Zinserhöhungen sind erst für 2015 angepeilt. Die Fed hatte ihre monatlichen Konjunkturhilfen durch den Kauf von Wertpapieren im Juni um zehn auf 35 Milliarden Dollar pro Monat gekürzt.

In einem Kommentar der BayernLB hieß es dazu, Yellens Einschätzung zur Exit-Strategie aus der lockeren Geldpolitik sei insgesamt unverändert geblieben. Yellen habe nochmals das in den letzten Protokollen diskutierte Ende des Taperings (Reduzierung der Anleiheankäufe) auf der Oktober-Sitzung des Offenmarktausschusses bestätigt. Die Bank bleibe zudem bei ihrer Prognose der ersten Leitzinsanhebung im Juni 2015.

Zeitung: Microsoft will 1000 Stellen in Finnland streichen

Microsoft will nach der Übernahme des Nokia-Handygeschäfts einem Zeitungsbericht zufolge 1000 Jobs in Finnland abbauen. Die ehemalige Nokia-Forschungs- und Entwicklungssparte in Oulu im Norden des Landes solle geschlossen werden, wodurch allein 500 Arbeitsplätze wegfielen, berichtete die Tageszeitung "Helsingin Sanomat" am Mittwoch unter Berufung auf anonyme Quellen.

Mit der Übernahme des Handygeschäfts wechselten 25.000 Nokia-Mitarbeiter im Frühjahr zu Microsoft, davon 4700 in Finnland. Insgesamt arbeiten seitdem 127.000 Menschen für den größten Softwarehersteller der Welt, weit mehr als bei den Rivalen Apple und Google. An der Börse wird allgemein mit Streichungen gerechnet. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte am Dienstag gemeldet, Microsoft stehe womöglich vor dem größten Stellenabbau seiner Geschichte. Die Kürzungen könnten demnach noch höher ausfallen als 2009, als 5800 Jobs gestrichen wurden.

Rio Tinto fördert trotz gesunkener Preise mehr Eisenerz

Der australisch-britische Bergbaukonzern Rio Tinto hat im zweiten Quartal trotz gesunkener Preise erneut mehr Eisenerz abgebaut. Die Förderung legte verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um elf Prozent auf 57,5 Millionen Tonnen zu, wie das Unternehmen am Mittwoch in Melbourne mitteilte. Das lag im Rahmen der Erwartungen von Analysten.

Die Erhöhung der Produktion kommt für Rio zu einem schwierigen Zeitpunkt. Der Konzern hatte wie viele Konkurrenten in den vergangenen Jahren massiv in den Ausbau seiner Förderung investiert. Die Inbetriebnahme der neuen Anlagen trifft nun aber auf eine gebremste Nachfrage - Grund sind Sorgen vor einer schwächeren Wirtschaftsentwicklung in China. Die Preise sind seit Jahresbeginn um gut ein Viertel gesunken. Die großen Bergbaukonzerne reagieren mit harten Sparprogrammen und haben angekündigt, sich auf die besonders profitablen Projekte konzentrieren zu wollen.

Eisenerz - wichtigster Rohstoff für die Stahlherstellung - ist das mit Abstand bedeutendste Produkt von Rio, im vergangenen Jahr stand es für 88 Prozent des Gewinns. Derweil erhöhte der Konzern seine Produktionsprognose für Kupfer leicht und will nun 585 000 Tonnen in diesem Jahr fördern. Die Preise für diesen Rohstoff hatten sich im zweiten Quartal erholt und um 5,6 Prozent zugelegt.

Chipausrüster ASML sagt Umsatz unter Erwartungen voraus

Der weltgrößte Chipausrüster ASML rechnet für dieses Jahr mit einem Umsatz unter den Markterwartungen. Einige Kunden schieben Neuanschaffungen auf, wie der niederländische Konzern am Mittwoch erklärte. Zudem verzögere sich die Entwicklung der nächsten Generation sogenannter EUV-Systeme, die bei der Produktion kleinerer und effizienterer Halbleiter zum Einsatz kommen sollen. Das werde sich im Jahresumsatz niederschlagen. Dieser werde sich voraussichtlich auf 5,6 Milliarden Euro belaufen. Analysten rechnen bislang mit 6,1 Milliarden Euro. An der Börse tendierte die ASML-Aktie ein Prozent leichter.

Zu Auswirkungen auf den Gewinn äußerte sich ASML nicht. Im zweiten Quartal verdiente das Unternehmen mit 1,64 Milliarden Euro netto mehr als erwartet. Die Niederländer zählen einige der größten Chiphersteller zu ihren Kunden, darunter Intel, Samsung Electronics und Taiwan Semiconductor Manufacturing. ASML-Ergebnisse gelten als Indikator für deren Geschäftsverlauf. Intel schraubte seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr am Dienstag leicht nach oben.

dpa-AFX und Reuters