Covid-19 hat die Welt leider weiter fest im Griff. Doch es gibt endlich Hoffnung. Denn in Länder wie Großbritannien laufen die Impfungen gegen die Pandemie bereits und in Deutschland soll es damit am 27. Dezember losgehen.

Dass das Coronavirus nur mit einem Impfstoff würde besiegt werden können, war seit Beginn der Pandemie Konsens, schreibt dazu die DZ Bank in einer aktuellen Studie. Und dass ein solcher Impfstoff schneller als in der Vergangenheit gefunden würde, sei ebenfalls stets sehr wahrscheinlich gewesen in Anbetracht der eingesetzten Forschungsmittel.

Die mittlerweile auch in westlichen Ländern vereinzelt bereits begonnenen Impfungen sind laut Studienautor Michael Bissinger ein echter "Game Changer". Zumal nun sehr konkret absehbar sei, dass es auch in Deutschland bald losgehe. Die positiven Nachrichten rund um die Corona-Impfstoffe hätten dem deutschen Aktienindex im November bereitn ein dickes Plus beschert.

Aus der Sicht von Bissinger ist die positive Kursreaktion kein Strohfeuer von Aktien, die unter Corona massiv gelitten haben, sondern ein Vorgeschmack auf eine Sektorrotation, die den Markt auf dem Weg in Richtung Normalität weiterhin begleitet dürfte.

Außerdem sei es bei genauerem Hinsehen keinesfalls so, dass alle oder auch nur die Mehrzahl der Aktien bereits wieder auf oder in der Nähe der ehemals erreichten Rekordniveaus notieren würden. Viele der Aktien, die sich unter den Corona-Beschränkungen schwach entwickelten, hätten weiteres Potenzial.

Die Unternehmen hätten ihre Hausaufgaben gemacht und würden von einem Wiederanstieg der Umsätze profitieren. Das treffe aber nicht auf alle zu, denn die Gründe seien unterschiedlich. Versicherer dürften wieder Dividende zahlen, Spirituosenhersteller sehnten die Wiedereröffnung der Gastronomie herbei und Ölfirmen, die Autoindustrie und die Luftfahrtbranche profitierten von der Rückkehr der Mobilität. Genaues Hinsehen sei vor diesem Hintergrund Pflicht.

Die DZ Bank-Analysten haben basierend auf dieser Annahme in den von ihnen beobachteten Anlageuniversum nach Unternehmen gesucht, die bisher positiv auf die Impfstoff-Nachrichten reagiert haben, aus der Sicht der Analysten interessant sind und noch deutlich unter dem Vor-Krisen-Kursniveau notieren. Am Ende des Auswahlprozesses blieben sieben Aktien aus Europa mit einer DZ Bank-Kaufempfehlung hängen, die BÖRSE ONLINE nachfolgend näher vorstellt.

Axa-Aktie



Die AXA-Aktien werden gemessen an KGV und Kurs/Buchwert mit einem deutlichen Abschlag zur Vergleichsgruppe gehandelt. Die DZ Bank sieht den fairen Wert bei 24 Euro je Aktie. Aktuell handelt der Titel bei 19,88 Euro, so dass sich die Chance auf einen Anstieg von 20,7 Prozent ergibt.

Bei Ausbruch der Covid-19-Krise haben die Versicherungsaufsichtsbehörden von EU (EIOPA) und Frankreich (ACPR) auf einen Dividendenverzicht gedrängt. ACPR hatte im April 2020 ausgeführt "insurance companies must […] refrain from proposing the distribution of dividends". AXA habe diesem Druck teilweise nachgegeben und für das Geschäftsjahr 2019 eine Dividende von nur 0,73 Euro je Aktie statt der ursprünglich geplanten 1,43 Euro gezahlt.

Gemessen an der regulatorischen Solvabilitätsquote, die Ende 2019 bei 193 Prozent und Ende des ersten Quartals 2020 bei 182 Prozent lag, gab es für die vom Regulator erzwungene Dividendenkürzung eigentlich keinen Anlass, so der zuständige Analyst Thorsten Wenzel,. Erklären lasse sich das Vorgehen in Frankreich mit der enormen Unsicherheit über die aus der Covid-19-Krise resultierenden Schadenbelastungen und die Auswirkungen auf das Kapitalanlageergebnis.

Inzwischen habe AXA die Höhe der erwarteten Schadenbelastung in Zusammenhang mit Covid-19 in Höhe von 1,5 Milliarden Euro wiederholt bestätigt. Durch die erfolgreiche Entwicklung von Impfstoffen erschienen zudem das Ende der Krise absehbar und die Unsicherheit deutlich reduziert. Es sei daher wahrscheinlich, dass der französische Regulator es AXA gestattet wieder eine "volle" Dividende zu zahlen. Für die Aktien sollte dies ein positiver Auslöser sein.

Die mittelfristigen Finanzziele sehen ein ambitioniertes Gewinnwachstum je Aktie von drei bis sieben Prozent p.a. vor (Basis 2020 adjustiert für Covid-19 und Naturkatastrophen). Treiber für das Gewinnwachstum sollen Wachstum (zwei Prozent), eine verbesserte Versicherungstechnik insbesondere bei AXA XL (zwei Prozent) sowie Kostensenkungen von insgesamt 500 Millionen Euro (drei Prozent) sein. Gegenwind komme von dem weiter gesunkenen Zinsniveau (-zwei Prozent. Die Combined Ratio des Konzerns solle bei 93 Prozent liegen.

Wenzel sieht gute Chancen für ein Re-Rating der AXA-Aktie im Geschäftsjahr 2021. Voraussetzungen hierfür seien erstens eine Wiederaufnahme der "normalen" Dividendenzahlung, zweitens eine weitere Verbesserung der Solvabilitätsquote sowie drittens eine Verbesserung der Ergebnisse aus dem neuen Geschäftsfeld AXA XL.

Die Schätzungen für das IFRS-Ergebnis je Aktie für die Jahre 2020 bis 2022 sehen wie folgt aus: 1,71, 2,72 und 2,86 Euro. Bei der Dividende rechnet man gleichzeitig für diese Geschäftsjahre mit Zahlungen von 1,43, 150 und 1,60 Euro je Anteilsschein.



BMW-Aktie



Die Aktien von BMW erscheinen der DZ Bank mit einem Preis/Buchwert-Verhältnis, bezogen auf die Konsenserwartungen für die nächsten zwölf Monate, von 0,8x im Vergleich zum langfristigen Durchschnitt von 1,2x günstig bewertet. Als Kursziel nennt man 88,00 Euro. Bei einer aktuellen Notiz von 74,19 Euro verspricht das einen Anstieg von 18,6 Prozent.

Laut dem zuständigen Analysten Michael Punzet soll eine Normalisierung der Lage durch zugelassene bzw. verfügbare Impfstoffe zu einer verbesserten Konsumneigung führen. Dies wiederum sollte dann zu einer spürbaren Belebung der weltweiten Autonachfrage führen. Auch wenn diese Entwicklung regional sehr unterschiedlich verlaufen dürfte, sollte BMW durch seine regionale Präsenz hiervon profitieren.

Zudem könnten staatliche Anreize zu einer zusätzlichen Nachfrage in einzelnen Segmenten - beispielsweise der Umwelt-Bonus in Deutschland, der zu einer stark steigenden Nachfrage nach reinen E-Autos und Hybriden führt - führen. Hiervon sollte BMW mit seinem aktuellen bzw. künftigen Angebot an elektrifizierten Fahrzeugen profitieren. Außerdem geht er davon aus, dass die weitere Entwicklung im Premium- und LuxusBereich weniger volatil entwickelt als in den Volumen-Segmenten.

Im Zuge der Drittquartals-Berichterstattung habe das Management seine, durch Corona bedingt, angepasste Gesamtjahreserwartungen bestätigt. So gehe BMW von erheblichen Belastungen durch die Corona-Pandemie aus und rechne mit einem deutlichen Rückgang (mehr als zehn Prozent) beim Vorsteuerergebnis auf Konzernebene, erwarte aber keinen Verlust im Gesamtjahr. Für den Bereich Automobile werde eine EBIT-Marge von null bis drei Prozent prognostiziert.

Von einer spürbaren Nachfragebelebung, als Folge der Zulassung bzw. der zunehmenden Verfügbarkeit von Impfstoffen, sollte BMW aufgrund seiner ausgewogenen regionalen Präsenz und Fokussierung auf das Premium-Segment profitieren. Zudem sieht Punzet Wettbewerbsvorteile bei BMW bei den Themen E-Mobilität und Nachhaltigkeit.

Beim Gewinn je Aktie kalkuliert er von für die Jahre 2020 bis 2020 mit 5,07, 7,46 und 9,38 Euro. An Dividenden sollen für diese Geschäftsjahre 1,60, 2,60 und 3,50 Euro je Anteilsschein fließen.



Continental-Aktie



Continental erscheint der DZ Bank mit einem Preis/Buchwert-Verhältnis, bezogen auf die Konsenserwartungen für die nächsten zwölf Monate, von rund 1,7x im Vergleich zum langfristigen Durchschnitt von 2,0x noch attraktiv bewertet.

Eine Normalisierung der Lage durch zugelassene bzw. verfügbare Impfstoffe sollte wie bei BMW zu einer verbesserten Konsumneigung führen. Dies wiederum sollte eine spürbare Belebung der weltweiten Autonachfrage bewirken. Auch wenn diese Entwicklung regional sehr unterschiedlich verlaufen dürfte, sollte Continental hiervon profitieren. Zudem könnten, erneut wie bei BMW, staatliche Anreize zu einer zusätzlichen Nachfrage in einzelnen Segmenten - beispielsweise der Umwelt-Bonus in Deutschland, der eine stark steigende Nachfrage nach reinen E-Autos und Hybriden nach sich zieht - führen.

Mit Blick auf Corona habe Continental seine ursprüngliche Jahresprognose Angang April 2020 zurückgenommen. Im Zuge der Berichterstattung zum dritten Quartal habe das Management nun wieder seine Erwartungen für 2020 quantifiziert. Ausgehend von einem erwarteten Rückgang der weltweiten Autoproduktion um etwas weniger als 20 Prozent werde ein Konzernumsatz von rund 37,5 Milliarden Euro sowie eine bereinigte EBIT-Marge von rund drei Prozent prognostiziert. Hierin enthalten seien Gewährleistungsrückstellungen sowie höhere F&E-Aufwendungen im vierten Quartal 2020. Zusätzlich würden weitere Restrukturierungsrückstellungen wegen dem Strukturprogramm "Transformation 2019-2029, das Nettoergebnis belasten.

Continental sollte im Zuge einer Erholung der weltweiten Autonachfrage, auch wenn diese regional unterschiedlich und in Teilen eher schleppend verlaufen dürfte, von seiner breiten globalen Aufstellung sowie der aus unserer Sicht soliden Bilanzstruktur profitieren. Zudem erwartet man positive Impulse in den kommenden Quartalen durch die eingeleiteten Strukturmaßnahmen sowie den geplanten Spin-Off der Powertrain-Sparte (Vitesco).

Die Schätzreihe für das bereinigte IFRS-Ergebnis je Aktie für die Jahre 2020 bis 2022 sieht wie folgt aus: -3,90 Euro, 8,79 Euro und 11,11 Euro je Anteilsschein. Bei der Dividenden geht man gleichzeitig von folgenden Ausschüttungen aus: 1,00, 2,50 und 3,50 Euro je Aktie.



Diageo-Aktie



Die DZ Bank hält die Aktien von Diageo auf dem aktuellen Kursniveau im Vergleich zur Konkurrenz für relativ niedrig bewertet, weil alleine schon wegen der Marktführerschaft ein Bewertungsaufschlag gerechtfertigt sei. Außerdem dürfte die Gesellschaft stärker von erfolgreichen Impfkampagnen profitieren als die meisten ihrer Wettbewerber. Das Mitte Dezember von 32,50 Pfund auf 34,00 Pfund erhöhte Kursziel birgt bei einer aktuellen Notiz von 29,49 Pfund ein Aufwärtspotenzial von Prozent.

Der britische Spirituosen- und Brauereikonzern wurde von der Viruspandemie sehr stark getroffen, so der zuständige Analyst Michael Pohn. Schankbetriebe und Restaurants seien vorübergehend geschlossen und wichtige Veranstaltungen in Sport und Unterhaltung abgesagt oder verschoben worden. Entsprechend sei die Nachfrage in wichtigen Absatzregionen massiv eingebrochen.

Die Gesellschaft habe gleich zu Beginn der Viruskrise in Europa Teile der Produktion auf die Herstellung von Desinfektionsmittel für Krankenhäuser umgestellt. Wichtige Kunden, wie die britischen Pubs, denen der Ausschank eingeschränkt worden sei, seien mit Fortbildungsangeboten unterstützt worden, außerdem habe die Gesellschaft finanzielle Beihilfen gewährt. Das habe zu einem Kostenschub geführt. Mit Anlauf der Impfaktionen, vor allem im Heimatland der Gesellschaft, sollte sich die Lage allmählich entspannen.

Für ermutigend hält man, dass sich der US-Markt zuletzt positiv entwickelt habe und in wichtigen Absatzregionen der Einzelhandel wieder Lagerbestände aufstocke. Was jedoch noch immer fehle, sei die Normalisierung der Nachfrage seitens der Gastronomie. Eine solche erwartet die DZ Bank aber für den Fall, dass bei erfolgreichen Impfungen die strengen Restriktionen wieder gelockert werden können.

Die Gesellschaft sollte nach Meinung von Pohn einer der Hauptprofiteure von erfolgreichen Impfkampagnen sein, weil diese hoffen ließen, dass die Nachfrage aus dem Gastronomiesektor wieder anziehen werde, sobald Lockerungen möglich werden. Man haben vor diesem Hintergrund die Prognosen angehoben. Das wiederum habe bewirkt, dass der faire Wert wie oben bereits erwähnt etwas gestiegen sei.

Konkret rechnet man beim Gewinn je Aktie für die Jahre 2020/21 bis 2022/23 mit 1,21, 1,38 und 1,46 Pfund je Aktie. Für diese drei Geschäftsjahre prognostiziert man zudem Ausschüttungen von 0,70, 0,7 und 0,80 Pfund je Anteilsschein.



<>MTU Aero Engines-Aktie

Mit den Ankündigungen mehrerer Zulassungen potentieller Covid-19 Impfstoffe im November sei die Bewertung bei MTU Aero Engines sprunghaft gestiegen, die Aktie scheine daher zunächst fair bewertet zu sein. Da MTU jedoch mehr als 40 Prozent höhere Margen als die Vergleichsunternehmen in naher Zukunft wieder erreichen könnte, erschienen höhere Multiplikatoren durchaus denkbar.

Eine Normalisierung der Lage durch zugelassene bzw. verfügbare Impfstoffe sollte zu einer höheren Auslastung im (inter)nationalen Flugverkehr führen und somit für MTU anziehendes Triebwerks-Wartungsgeschäft sowie höhere Nachfrage nach Ersatzteilen bedeuten. Auch das Neutriebwerksgeschäft dürfte sich schneller erholen.

Mit den Zahlen für das dritte Quartal habe das Unternehmen den Ausblick für 2020 von 4,0-4,4 Milliarden Euro Umsatz auf 4,0-4,2 Milliarden Euro Umsatz und von neun bis zehn Prozent bereinigte EBIT-Marge auf zehn Prozent konkretisiert (Mittelwert 410 Millionen Euro bereinigtes EBIT, DZ BANK-Schätzung 418 Millionen Euro), vermutlich ähnlich wie Konsens bei 4,1 Milliarden Umsatz). Qualitative Indikationen für 2021 vom Kapitalmarkttag Ende November übersetzt man in geschätzte 4,76 Milliarden Euro Umsatz und 477 Millionen Euro EBIT (zehn Prozent Marge), was etwas unter Konsens von (noch) elf Prozent liege.

Der zuständige Analyst Alexander Hauenstein erwartet aktuell für 2021/22 teils divergierende Marktentwicklungen für Turbinen-Neugeschäft, Ersatzteile und Wartung sowie Restrukturierungserfolge ab 2023. Die Geschwindigkeit weltweiter Impfungen könnte jedoch im ersten Schritt die Stimmung gegenüber der Aktie und im zweiten Schritt die fundamentale Nachfrage nach MTUs Produkten und Dienstleistungen weiter treiben.

Das hauseigene ROE/COE-Modell (inklusive fünf Prozent Corona-Risikoabschlag) ergebe aktuell einen fairen Wert von 203,00 Euro, reflektiere aber noch kaum strukturelle Erholung vor 2023/24. Der Markt scheine zumindest den ersten Teil der Impfstoff Hoffnungen bereits eingepreist zu haben (daher laut das Anlageurteil vorläufig weiter "Halten"), sollten sich die Annahmen durch beschleunigte Impfungen aber als konservativ erweisen, sieht man deutliches Potential bis Vorkrisenniveau und ein expandierende Bewertungsniveaus.



Total-Aktie



Der Risikoabschlag in den Bewertungen der Ölwerte sei zum Teil bereits entwichen. Da die Gaspreise sich bereits vor den Ölpreisen deutlich erholt haben und sich auch die Situation bei den Raffineriemargen und der Nachfrage an den Tankstellen langsam aufhellen sollte, bestitz die Total-Aktie nach Einschätzung der DZ Bank aber weiterhin signifikantes Erholungspotenzial.

Der faire Wert für den französischen Energiekonzern, dessen Geschäftsportfolio die volle Bandbreite rund um Öl und Gas umfasst, wird auf 48,00 Euro taxiert. Bei einer aktuellen Notiz von 35,99 Euro besteht somit theoretisch 33,4 Prozent Luft nach oben. Die Schätzung für das Ergebnis je Aktie bewegt sich für die Jahre 2020 bis 2022 bei 1,45, 3,36 und 4,80 Euro.

Die Meldungen über wirksame Impfstoffe und ein absehbares Ende der Corona-Pandemie haben einen deutlichen Anstieg der Ölpreise seit Ende Oktober ausgelöst, so der zuständige Analyst Werner Eisenmann. Die Nachfrage nach Rohöl sowie Raffinerie- und Chemieprodukten werde mit Öffnung der Volkswirtschaften und einer Zunahme der Reisetätigkeit deutlich steigen, so seine Annahme. In vielen Staaten werde zwar noch eine "gewisse" Lockdown-Situation bis Mitte 2021 vorherrschen. Die Sorge um eine länger anhaltende Nachfrageschwäche und dauerhafte Ölpreise von um die 40 Dollar je Barrel seien voraussichtlich aber erstmal passé.

Total habe Ende Oktober erneut bekräftigt, die Dividende in einem 40 US-Dollar Preisumfeld stabil zu halten. Die Dividendenrendite sei auch nach dem jüngsten Kursanstieg äußerst attraktiv. Bei einem höheren Ölpreisniveau sieht man zudem die Möglichkeit für höhere Ausschüttungen. Insgesamt grenze sich Total von der europäischen Konkurrenz mit seiner Dividendenkontinuität während der Corona-Pandemie positiv ab. Konkret soll es den Prognosen zufolge für die Geschäftsjahre 2020 bis 2020 eine Dividende von 2,64, 2,64 und 2,72 Euro je Anteilsschein geben.

Ferner sieht die DZ Bank die Bilanz als eine der solidesten im Sektor an. Dies ermögliche Total den Konzernumbau zu einem breit aufgestellten Energiekonzern mit den Schwerpunkten Flüssiggas, Erneuerbare Energien, Stromvertrieb, Wasserstoff, Biokraftstoffe, Recycling sowie Carbon Capture und Storage aggressiv voranzutreiben.

Der Konzern habe sich einen Vorsprung bei diesem mittelfristig extrem wichtigen Thema für den Sektor herausgearbeitet und setze im Gegensatz zu einigen Wettbewerbern auf Wachstum und nicht auf Konsolidierung. Die konventionellen Geschäftsfelder seien darüber hinaus sehr profitabel.

Die Dividendenpolitik sei äußerst attraktiv und die verbleibenden Sektorrisiken seien in der noch immer niedrigen Bewertung mehr als eingepreist. Total biete einen ausgewogenen Mix aus Ausgabendisziplin, Ausschüttungspolitik und Wahrnehmung von Wachstumschancen. Eisenmann erwartet daher, dass der Konzern gestärkt aus der Krise hervorgeht. Das leitet er aus der soliden Bilanz, dem niedrigen Break-Even und der Stärke bei Themen wie Tankstellen oder LNG ab. Ferner habe sich der Konzern beim Thema "grüner" Konzernumbau einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz erarbeitet.



Vodafone-Aktie



Bei Vodafone hat die DZ Bank Mitte Dezember eine Kaufempfehlung bekräftigt, gleichzeitig aber die Vorgabe zum fairen Wert von 1,60 Pfund auf 1,65 Pfund je Aktien erhöht. Die aktuelle Notiz beträgt 1,26 Pfund, so dass man sich einen Anstieg von rund 27 Prozent vorstellen kann.

Sowohl die regionale Diversifikation als auch der anstehende, werterhöhende Börsengang von VT rechtfertigten aus Sicht des zuständigen Analysten Matthias Volkert eine Bewertung am oberen Ende des Telekommunikationssektors. Die Schätzung für das Ergebnis je Aktie in den Geschäftsjahren 2020/21 bis 2022/23 beträgt 0,07, 0,10 und 0,12 Pfund. Bei der Dividende kalkuliert man bis auf weiteres mit einer unveränderten Zahlung von 0,09 Pfund je Anteilsschein.

Das britische Telekommunikationsunternehmen plane den Börsengang der Sendemastentochter "Vantage Tower" (VT) für das erste Quartal 2021 an der Frankfurter Wertpapierbörse. Gerade im Hinblick auf die steigenden Erfordernisse an die Infrastruktur durch den zukünftigen 5G Mobilfunkstandard rechnet die DZ Bank mit hohen Erlösen für Vodafone.

Aus Sicht von Volkert besteht nach dem Börsengang die Fantasie auf weitere Effizienz- und Kostensynergien. So verfüge VT derzeit pro Sendemast lediglich über 1,38 Mieter - mittelfristig erscheinen ihm aber pro Sendemast 1,50 bis 1,70 Mieter und damit höhere Mieteinnahmen realistisch zu sein. Verbunden mit einer "Normalisierung" der Realwirtschaft im Zuge einer breiten Covid19-Impfinitiative rechnet er mit einer breiten Nachfrage nach VT-Aktien und gleichzeitig einer hohen Aufmerksamkeit für die Konzernmutter. Vodafone wolle auch nach dem Börsengang Mehrheitsaktionär bei VT bleiben.

Das Management habe die Prognose des operativen Ergebnisses (EBITDA) für das Geschäftsjahr 2020/21 mit 14,4 bis 14,6 (Geschäftsjahr 2019/20: 14,5; Konsens: 14,3) Milliarden Euro konkretisiert. Dies bedeute einen leicht positiveren Ausblick als zuvor. Das Ziel eines freien Mittelzuflusses vor Frequenz- sowie Restrukturierungsaufwendungen werde mit mindestens 5,00 (Geschäftsjahr 2019/20: 5,20) Milliarden Euro bestätigt. Der Konzern habe trotz Covid19-Pandemie unter anderem durch Kostensenkungen die Profitabilität erhöht. Ermutigend sei auch die Bekräftigung, eine gegenüber dem Vorjahr unveränderte Zwischendividende von 0,045 Euro pro Aktie an die Aktionäre auszuschütten.