Der deutsche Leitindex beendete den Tag mit einem Plus von 1,82 Prozent auf 11 806,05 Punkten. Der Index der mittelgroßen Unternehmen, der MDAX, stieg um 0,59 Prozent auf 22 845,24 Punkte. Bei 22 894,54 Zählern hatte er im Handelsverlauf seinen bisher höchsten Stand erreicht. Für den Technologiewerte-Index TecDAX ging es um 0,88 Prozent auf 1847,43 Punkte nach oben.

'AUS DEM WINTERSCHLAF ERWACHT'

"Der Dax ist aus seinem Winterschlaf erwacht", resümierte Marktbeobachter Jens Klatt von JFD Brokers. Die gute Stimmung schwappte von der Wall Street herüber: Dem weltweit am meisten beachteten Index Dow Jones Industrial (Dow Jones 30 Industrial) gelang erstmals der längst erwartete Sprung über die 20 000-Punkte-Hürde. Auch der S&P-500-Index und die Nasdaq-Börsen erreichten Rekordhöhen. Die Furcht vor Protektionismus unter dem neuen US-Präsidenten sei zurzeit dem Optimismus mit Blick auf Inflation und Wachstum gewichen, sagte Marktexperte Neil Wilson von ETX Capital.

Auch europaweit war die Stimmung positiv: Der EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) beendete den Tag mit plus 1,36 Prozent auf 3326,15 Punkten und auch der französische Cac 40 schloss fest. Der britische FTSE 100 legte hingegen nur moderat zu.

DEUTSCHE-BANK-AKTIE SEIT REKORDTIEF UM FAST 100% GESTIEGEN

Auf Unternehmensseite zählten die Banken zu den Spitzenwerten im Dax. Allen voran stiegen die Aktien der Deutschen Bank (Deutsche Bank) um 5,75 Prozent auf 19,40 Euro und damit auf den höchsten Stand seit zwölf Monaten. Seit dem Rekordtief im September hat sich der Wert der Papiere inzwischen wieder nahezu verdoppelt. Das aktuelle Plus wurde mit einem Bericht im "Handelsblatt" begründet, dem zufolge das Institut einen Teilbörsengang seiner Fondstochter Deutsche Asset Management plant.

Die Aktien der Allianz profitierten mit plus 3,31 Prozent von der möglichen Megafusion in Italien zwischen der Bank Intesa Sanpaolo und dem Versicherer Generali (Assicurazioni Generali). Marktteilnehmer sehen darin auch eine Chance für den Münchner Versicherer, der nun im Falle der Fusion dort zugreifen könnte, wo die Aufseher aus Wettbewerbsgründen einen Verkauf verlangten. In den Tagen zuvor hatten die Papiere noch unter anders lautenden Spekulationen über einen Einstieg bei Generali zusammen mit Intesa gelitten.

RWE UND HHLA VON ANALYSTENKOMMENTAREN BELASTET

Zudem bewegten Analystenstimmen: RWE, mit minus 1,02 Prozent der größte Dax-Verlierer, litt unter einem HSBC -Kommentar. Analyst Adam Dickens hatte seine Erwartungen für die Tochter Innogy (innogy SE) und damit auch seine Gewinnschätzungen für RWE gesenkt.

Im SDAX verloren die Papiere von HHLA (Hamburger Hafen und Logistik) 2,85 Prozent. Analyst Roger Elliott von der Citigroup empfiehlt inzwischen, die Aktien des Hamburger Hafenbetreibers zu verkaufen. Sie habe kräftig zugelegt und inzwischen erscheine der Optimismus übertrieben, hieß es.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,14 Prozent am Vortag auf 0,19 Prozent. Der Rentenindex Rex (REX Gesamt Kursindex) fiel um 0,25 Prozent auf 141,58 Punkte. Der Bund Future sank um 0,51 Prozent auf 161,77 Punkte. Der Kurs des Euro änderte sich kaum. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,0743 (Dienstag: 1,0748) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9308 (0,9304) Euro./ck/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---