Mit Drohnen, Raketen und entsprechenden Antrieben bietet Kratos begehrte Waffensysteme. Das Auftragsbuch entspricht einem Vielfachen der Erlöse.

Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst am 03. Juni in der BÖRSE ONLINE-Ausgabe 24/26. Wenn Sie in Zukunft als Erstes die Einschätzung unserer Experten lesen wollen, dann werfen Sie einen Blick auf dieses Angebot.

Der Krieg in der Ukraine und Irans Angriffe mit Drohnen und Raketen auf Staaten in der Region am Persischen Golf zeigen, wie stark sich der Einsatz von Waffensystemen geändert hat.

Verteidigungs- und Angriffssysteme, weniger komplex als Hightechausrüstung von Rüstungsgiganten wie RTX Corp., früher Raytheon, oder Lockheed Martin, die bezahlbar sind und in hohen Stückzahlen gefertigt werden, werden ­bevorzugt und mit großem Erfolg eingesetzt. Kratos Defense & Security ­Solutions, mit 1,5 Milliarden Euro Umsatz ein Zwerg ­gegenüber den beiden Riesen, entwickelt Drohnen, Hyperschallantriebe und Motoren für Raketen, Software für Satelliten und Mikrowellenelektronik für Radar- und Luftverteidigungssysteme. Mit den derzeit in kriegerischen Auseinandersetzungen bevorzugten Waffensystemen sollte auch das Unternehmen aus San ­Diego vom 1,45-Billionen-Dollar-Budget des Pentagon, Amerikas Verteidigungsministerium, stark profitieren.

Nahezu die ganze Technologie der Kalifornier wird in der größten Sparte Regierungssysteme zusammengefasst. Nicht enthalten sind dort die unbemannten Systeme, der zweite Bereich mit rund einem Fünftel des Umsatzes. Das sind Kampfdrohnen, wie das Topmodell Valkyrie, im Wert von bis zu drei Millionen Dollar, mehr als 5.500 Kilometer Reichweite, Flugzeiten von über drei Stunden und Geschwindigkeiten von 1.000 Kilometer pro Stunde (85 Prozent der Schallgeschwindigkeit).

Mehrfach einsetzbare „taktische“ Drohnen werden für Luftzieltrainings, Systemtests oder in Bedrohungsszenarien eingesetzt. Im Segment Regierungssysteme, Government Solutions, liefert Kratos Systeme und Komponenten. Das können auch Raketen, Satelliten oder Drohnen sein. Größere Aufträge sind Raketentriebwerke für die US-Marine im März im Wert von 30 Millionen Dollar oder im April ein 447-Millionen-Dollar-Systemintegrator-Auftrag mit Northrop Grumman: Drohnen, die Kampfjets auch bei Aufklärungsflügen begleiten, mit Kratos’ Valkyrie als zentralem Fluggerät. Den für Kratos relevanten Markt für unbenannte Flugobjekte taxiert die UBS-Bank für 2025 auf 1,7 Milliarden, für 2030 auf 2,9 Milliarden Dollar. Mit Valkyrie habe die Firma eine starke Position im Markt. Börsianer erwarten bis 2028 jährliche Erlöszuwächse von mehr als 20 Prozent und beim Gewinn pro Aktie jeweils 40 Prozent für 2026 und 2027. Mit Aufträgen im Wert von 13,7 Milliarden Dollar, das Achtfache des Umsatzes für 2026, sind Kratos’ Per­spektiven sehr gut. Wenn die Firma in diesem Jahr einen Milliardenauftrag für taktische Drohnen mit Hyperschallantrieb und eine ebenfalls große Order für Jet-Antriebe buchen kann, über die Analysten der UBS berichten, wären das zusätzliche Kurstreiber für die Aktie.

Fazit

Das volle Auftragsbuch und hohes Wachstum bei Gewinn und Umsatz relativieren das auf den ersten Blick hohe KGV. Auf Basis der aktuellen Schätzungen sinkt es bis 2028 auf unter 45.

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