Einmalige Chance? Japanische Aktien versprechen nachhaltige Gewinne. Die Regierung schiebt Schlüsselindustrien mit Milliardeninvestitionen an und entlastet zugleich die Konsumenten.
Der deutliche Wahlsieg von Premierministerin Sanae Takaichi und ihrer national-konservativen Liberaldemokratischen Partei (LDP) löste an der Börse in Tokio ein Kursfeuerwerk aus. Der Nikkei 225 erreichte ein neues Allzeithoch. Viel spricht dafür, dass der Takaichi-Trade anhält. Die erste Regierungschefin der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt will das Wachstum kräftig ankurbeln. Dank der Zweidrittelmehrheit der LDP kann sie ihre Agenda auch ohne Zustimmung des oppositionell dominierten Oberhauses umsetzen.
Was Takaichi für Anleger bringen könnte
Takaichis Stimulusprogramm umfasst Milliardeninvestitionen in strategische Schlüsselindustrien wie Halbleiter, künstliche Intelligenz und Schiffbau. Parallel dazu sollen Steuersenkungen den privaten Konsum ankurbeln, der durch die für Japans Verbraucher ungewohnt hohe Inflation von über zwei Prozent spürbar gebremst wird.
Die komfortable Mehrheit im Parlament erlaubt Takaichi zudem, eine Verfassungsreform anzustreben. Beobachter rechnen damit, dass sie den Pazifismus-Artikel anpasst, der Japan bislang auf eine rein defensive Sicherheitsdoktrin festlegt. Eine Änderung würde der Regierung unter anderem die Beteiligung an militärischen Auslandseinsätzen ermöglichen. Auch für den Ausbau der Streitkräfte sind erhebliche Mittel vorgesehen.
An der Börse zählen Mitsubishi Heavy Industries und Kawasaki Heavy Industries zu den Gewinnern des Takaichi-Trades. Beide Konzerne verfügen über starke Verteidigungssparten und produzieren unter anderem Kampfflugzeuge, U-Boote sowie Komponenten für Raketenabwehrsysteme.
Von der Technologieförderung dürften vor allem Tokyo Electron und die Softbank Group profitieren, während eine Stärkung des privaten Konsums Einzelhandelsriesen wie Aeon oder Seven & I Holdings zugutekommt.
So können Anleger investieren
Für Investoren, die sich in japanischen Aktien engagieren wollen, bietet sich der iShares MSCI Japan ETF an. Der Indexfonds bildet die Wertentwicklung von aktuell 181 Unternehmen ab. Seit Jahresanfang legte das Indexpapier bereits um 17 Prozent zu. 26 Prozent der Mittel entfallen auf Industriewerte, die Finanzbranche ist mit 18 Prozent gewichtet, der Konsumsektor kommt auf 16 Prozent. Im Schnitt sind die Aktien mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 19,3 bewertet.
Die Börseneuphorie in Tokio hat einen weiteren Grund: Weil Japan Investitionen in Höhe von 550 Milliarden US-Dollar in den USA versprach, senkte US-Präsident Donald Trump die Zölle auf japanische Autos von zunächst 25 auf 15 Prozent.
Es gibt aber auch Risiken: Takaichi treibt die bereits hohe Verschuldung weiter nach oben und droht, den Yen nachhaltig zu schwächen. Waren aus dem Ausland werden damit teurer, die Inflation wird so schnell nicht sinken.
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