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STRATEGIE & TRADING

Erfolgsstrategie: Neuer Monat, neues Glück - Mit dieser Strategie genügt ein Kalender für Gewinne an der Börse

Erfolgsstrategie: Neuer Monat, neues Glück - Mit dieser Strategie genügt ein Kalender für Gewinne an der Börse
10.05.2021 07:00:00

Um an der Börse Geld zu verdienen, braucht es weder ein Studium noch jahrzehntelange Erfahrung. Ein ganz normaler Kalender als Hilfsmittel reicht vollkommen aus. Von Urban Jäkle

Regelmäßig zum Monatsende kaufen, die Position genau vier Tage lang halten und dann aussteigen? So leicht soll es sein, mit einer einfachen Handelsstrategie Geld zu verdienen? Kaum zu glauben, aber statistisch erwiesen.

Langfristige Backtests seit 1928, vor allem auf die US-Leitindizes Dow Jones Industrial Average und S & P 500 belegen, dass die sogenannte Monatsanfangsstrategie funktioniert. Mit am besten lief es im Nasdaq 100 Index, der noch nicht so lange existiert wie der S & P oder der Dow, weshalb die Historie deutlich kürzer ist. Da sich Technologiewerte dynamischer entwickeln als der Gesamtmarkt, war jedoch seit Beginn der Testreihen 1985 im Nasdaq noch etwas mehr Gewinn zu erzielen als mit anderen US-Indizes.

Und es kommt noch besser: Während der Nasdaq im Corona-Crash von Februar bis Mai 2020 in wenigen Wochen 30 Prozent verlor, kam die Monatsanfangsstrategie völlig unbeschadet durch die Krise (siehe nebenstehende Grafik). Auch die jüngsten Trades von Ende 2020 bis April 2021 endeten allesamt im Plus. Zahlreiche Testreihen, die BÖRSE ONLINE mithilfe der Software AmiBroker durchführte, ergaben, dass die statistische Relevanz nicht von der Hand zu weisen ist. Und das sogar weltweit.

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Im Detail funktioniert die Strategie so: Man kauft an jedem letzten Handelstag eines Monats kurz vor Börsenschluss einen Aktienindex. Es ist wichtig, schon zu Monatsbeginn im Markt zu sein. Das ist psychologisch nicht einfach, denn oft sieht der letzte Handelstag des Monats richtig schlecht aus. Die Strategie aber sagt: Kaufen Sie trotzdem. Zum Schlusskurs des vierten Handelstages eines Monats wird die Position geschlossen (Wochenenden oder Feiertage werden nicht mitgezählt, sondern nur Börsentage). Aktuell wäre der Einstiegszeitpunkt also am 30. April kurz vor Handelsschluss. Der Verkauf sollte dann am 6. Mai erfolgen, wiederum kurz vor dem Schlussgong.

Auch wenn die Strategie zuletzt gut funktioniert hat, sind die Rückschläge im Fall eines Misserfolgs schmerzhaft, wie die letzte Spalte der Tabelle belegt. Ein Stop-Loss ist deshalb das geeignete Mittel, um das Risiko zu begrenzen und auflaufende Gewinne zu sichern. Im Backtest hat sich ein Trailing-Stop von fünf Prozent im Nasdaq (intraday) als sinnvoll erwiesen. Trailing-Stop bedeutet, dass ein Stop-Loss bei jedem Kursanstieg nachgezogen wird, um den Abstand immer bei genau fünf Prozent zu halten.

Mit dem Trailing-Stop erreichte der Backtest im Nasdaq 100 eine durchschnittliche jährliche Rendite von 6,7 Prozent (unter Berücksichtigung von 0,1 Prozent Handelskosten pro Trade). Engere Stopps als fünf Prozent schmälern die Performance.

Der Hauptgrund für den Effekt ist die erhöhte Nachfrage nach Aktien zum Monatswechsel, weil Anlegern wegen Gehalts- und Rentenzahlungen mehr Geld zur Verfügung steht. Sparpläne füttern die Börsen zusätzlich mit Liquidität.

Window Dressing wirkt

Da Privatanleger den Markt nicht allein beeinflussen, sind weitere Gründe bei Großinvestoren und Fondsmanagern zu suchen. Sie räumen zum Monats-, Quartals- oder Jahresende ihre Portfolios auf und verkaufen Positionen, um zum nächsten Ersten wieder einzusteigen. Dieser Effekt wird "Window Dressing" genannt und führt dazu, dass dem Markt kurz vor Monatsschluss Geld entzogen und zum Monatsanfang wieder zugeführt wird.

Die Strategie lässt sich mit ETFs und Indexzertifikaten umsetzen. Der Wermutstropfen: Im Vergleich zu einer Long-Only-Strategie (einmal kaufen und immer im Markt bleiben) sind die jährlichen Renditen vergleichsweise mickrig, was daran liegt, dass man nur 17 Prozent der Zeit investiert ist. Ausnahmen waren in der Vergangenheit Schwellenmärkte wie China, Mexiko, Brasilien und vor allem Russland.

In westlichen Märkten bietet es sich deshalb an, die Methode mit Hebelpapieren wie Optionsscheine, Minifutures oder Faktorzertifikate umzusetzen. Was man dabei nie vergessen sollte: Die Positionen dürfen nicht größer sein, als es das Konto oder das Nervenkostüm vertragen. Sonst lässt sich die Strategie schon bei einem oder zwei schlechten Tagen kaum durchhalten.


Zu dieser Strategie gibt es auch ein Video des Autors mit etlichen Beispielen unter dem Titel: "Aktienmarkt: Monatsanfang und alles wird gut". Bitte scannen Sie dazu den nebenstehenden QR-Code oder geben Sie in Ihren Browser folgende Adresse ein: youtu.be/5xD2LmnB2co


Bildquelle: BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE
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