Erwartete EZB-Geldschwemme hebt Dax auf Rekordhoch - Leitindex flirtet mit 10.300er Marke
· Börse Online Redaktion
"Anleger fragen sich jetzt nicht mehr, ob QE kommt, sondern wie die Details des Programms aussehen werden", erklärte BNP-Paribas-Analyst Luigi Speranza. Der Umfrage zufolge rechnen Händler mit einem Volumen von 600 Milliarden Euro. Unklar ist unter anderem, ob die EZB oder die jeweiligen nationalen Zentralbanken die Titel erwerben.
Die Erwartungshaltung der Märkte ist extrem hoch, wozu auch die Schweizer Notenbank (SNB) beigetragen hat. "Die Märkte unterstellen der SNB, mehr zu wissen und daher den Mindestkurs aufgegeben zu haben", erklärte ein Händler. Dies setzte den Euro massiv unter Druck, der vorige Woche zum Franken vom Mindestkurs bei 1,20 Franken auf die Parität abstürzte. Anleger flohen aus Schweizer Aktien, denn sie fürchten bei einem starken Franken Wettbewerbsnachteile für die Alpenrepublik. Am Montag erholte sich der Schweizer Leitindex und zog um vier Prozent an, nachdem er vorige Woche 13 Prozent verloren hatte.
Der Euro pendelte auch zu Wochenbeginn zum Franken um die Parität. Zum Dollar verharrte er bei 1,16 Dollar, nachdem er vorige Woche zeitweise auf ein Elf-Jahres-Tief von 1,1459 Dollar abgestürzt war. Der Absturz der chinesischen Aktienmärkte ließ die Anleger in Europa unterdessen kalt. China will die Finanzbranche strenger regulieren. Das sei eine innerchinesische Angelegenheit ohne große internationale Auswirkungen, sagte ein Händler.
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FUSIONSPHANTASIE TREIBT ITALIENISCHE BANKEN AN
Größter Gewinner im Dax waren die Aktien von Adidas mit einem Plus von 3,8 Prozent. Die Titel hätten nach einem 38-prozentigen Einbruch im Vorjahr Nachholbedarf. Equinet-Analyst Ingbert Faust bekräftigte seine Kaufempfehlung, obwohl das Russland-Geschäft ein Risikofaktor bleibe.
Europaweit gefragt waren die Bankenwerte: Der EuroStoxx-Banken-Index legte 1,5 Prozent zu und damit mehr als jeder andere Sektoren-Index. Händler führten dies auch auf Spekulationen auf eine Fusionswelle in der zersplitterten italienischen Bankenlandschaft zurück. Zu den größten Gewinnern zählten Banca Popolare dell'Emilia Romagna, Banca Popolare di Milano und Banca Piccolo Credito Valtellinese mit Kursgewinnen von je rund zehn Prozent.
Im Dax gewannen die Titel der Commerzbank zwei Prozent, Deutsche Bank legten 1,4 Prozent zu. In Paris stiegen die Aktien der Socite Generale rund drei Prozent. Die Großbank ernannte das frühere EZB-Ratsmitglied Lorenzo Bini Smaghi zum Chef des Verwaltungsrates.
Auf den Kaufzetteln in Paris standen auch Renault-Aktien. Der VW-Rivale hatte im vorigen Jahr seinen Absatz erhöht.
Reuters
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