Explosiv: Acht Silvesterkracher für den schnellen Euro
· Börse Online Redaktion
Doch es gab natürlich auch Verlierer. 64 Titel in unserer Datenbank büßten seit Jahresanfang mehr als zehn Prozent ein. Zu den größten Rohrkrepierern gehörten die Papiere von Beate Uhse, Phoenix Solar, SKW Stahl und Solarworld. Alle vier Unternehmen eint die traurige Erkenntnis, dass der Gang zum Insolvenzgericht auch für Aktionäre eine schmerzhafte Erfahrung ist. In den vier deutschen Auswahlindizes gab es ebenfalls in einem guten Börsenjahr ein paar Wertvernichter. Bei 26 von insgesamt 160 Titeln aus DAX, MDAX, TecDAX und SDAX mussten Anleger 2017 Kursverluste verkraften, bei 16 Werten gab es sogar prozentual zweistellige Einbußen. Unter die Räder kam etwa die Aktie des Möbelhändlers Steinhoff, dessen Vorständen Bilanzmanipulation vorgeworfen wird. Auch der einstige TecDAX-Highflyer Dialog Semiconductor musste jüngst ordentlich Federn lassen. Anleger befürchten, dass Großkunde Apple demnächst deutlich weniger Aufträge an Dialog vergeben könnte.
Angesichts einiger Rohrkrepierer haben Fondsmanager dieser Tage durchaus noch viel Arbeit. Denn in der Regel hübschen sie gegen Jahresende ihre Depots auf. Bei dem als "Window Dressing" bekannten Phänomen stehen diejenigen Titel auf der Kaufliste, die ohnehin schon das ganze Jahr über gefragt waren. Verliererpapiere werden hingegen aus den Depots verbannt. In den ersten Handelstagen des Folgejahres kehrt sich der Effekt zumindest bei den Verliereraktien meist um: Die Titel setzen zu einer Aufholjagd an, da sie von den Profis zurückgekauft werden.
BÖRSE ONLINE hat deshalb auch in diesem Jahr den Aktienmarkt nach aussichtsreichen Silvesterwetten abgegrast und je zwei Titel aus den vier Aktienindizes herausgesucht (Tabelle rechts). Einige Loser-Aktien des 2017er-Jahrgangs, deren Kauf wir spätestens zur Jahresschlussauktion am 29. Dezember um 14 Uhr empfehlen, sind aus unserer Sicht fundamental und als längerfristiges Investment nicht geeignet. Bei den Aktien von Gerry Weber, GFT, Nordex und ProSiebenSat.1 steht bei dieser Strategie der kurzfristige Charakter im Vordergrund. Auch Ziel- und Stoppkurse weichen daher von unseren üblichen Empfehlungen ab.
Wer unsere "Verlierer mit Knalleffekt" kauft, sollte seine Bestände vor allem bei diesen Aktien bis Ende Januar 2018 auflösen und Stopps setzen. Dass die Silvesterwetten in der Regel funktionieren, zeigt erneut ein Blick zurück: Sieben von acht Aktien, die wir in Ausgabe 51-52/16 im Hinblick auf eine Rally im Januar 2017 empfohlen hatten, legten in den ersten Wochen des neuen Jahres zu (Tabelle Seite 40 unten). Spitzenreiter war K + S mit einem Plus von knapp 16 Prozent. Die Aktien von Nordex und der Commerzbank legten ebenfalls zweistellig zu. Im Durchschnitt gewannen die Silvester-Titel innerhalb von vier Wochen mehr als sieben Prozent. Der DAX schaffte im selben Zeitraum nicht mal die Hälfte.
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