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IMMOBILIEN

EZB und Immowelt warnen vor Preiskorrektur am überhitzten Wohnungsmarkt

EZB und Immowelt warnen vor Preiskorrektur am überhitzten Wohnungsmarkt
25.05.2022 12:13:36

Geht es nach den Experten des Portals Immowelt, neigt sich der Immobilienboom dem Ende zu. "Die Zeit der großen Preissteigerungen ist voraussichtlich vorbei", heißt es in einer Mitteilung. Für zehn der 14 deutschen Großstädte mit mehr als 500.000 Einwohnern sei mit rückläufigen Kaufpreisen zu rechnen. Die EZB warnt sogar vor einer deutlichen Preiskorrektur.

Nach Ansicht der Spezialisten der Immowelt GmbH neigt sich der Immobilienboom in Deutschland dem Ende zu. "Die Zeit der großen Preissteigerungen ist voraussichtlich vorbei." Dieses Fazit zieht das Portal aus einer aktuellen Preisschätzung für die 14 deutschen Metropolen (mehr als 500.000 Einwohner). Die Analysten rechnen laut Mitteilung" bis zum Jahresende für zehn dieser Städte mit stagnierenden bis leicht rückläufigen Kaufpreisen. In vier Städten ist demnach noch im Schnitt mit einem kleinen Plus zu rechnen.

Als vermutlichen Grund für die Trendumkehr am Immobilienmarkt wird eine "Kombination aus zuletzt stark gestiegenen Zinsen für Baudarlehen, Unsicherheiten durch den anhaltenden Ukraine-Krieg und der derzeit hohen Inflation" genannt.

Die Berechnungen basieren auf den auf dem Portal Immowelt inserierten Angeboten, die im April 2022 lanciert wurden. Es handelt sich den Angaben zufolge um Angebots- und nicht um Abschlusspreise.

EZB warnt sogar vor Korrektur am Häusermarkt


Dass die Prognose nicht aus der Luft gegriffen ist, bestätigt heute die Europäische Zentralbank (EZB). Die Notenbank warnt sogar vor einer Preiskorrektur am überhitzten Häusermarkt, falls die Hypothekenzinsen abrupt steigen. In ihrem am Mittwoch veröffentlichten Finanzstabilitätsbericht heißt es, dass Häuser in der Euro-Zone jetzt im Schnitt um fast 15 Prozent überbewertet seien, in einigen Ländern sogar um bis zu 60 Prozent.

Der Boom am Immobilienmarkt ist durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank über viele Jahre befeuert worden, da damit auch die Baufinanzierungskosten niedrig gehalten wurden. Mit der rasant steigenden Inflation steht die Zentralbank jedoch vor einer Zinswende. Wahrscheinlich bereits im Juli wird eine erste Leitzinserhöhung kommen.

Laut EZB-Chefin Christine Lagarde dürften Negativzinsen bis Ende des dritten Quartals wohl Geschichte sein und weitere Anhebungen dürften folgen. Damit werden voraussichtlich auch die Hypothekenzinsen weiter anziehen.

Die EZB rechnete nun vor, dass die Häuserpreise inflationsbereinigt um 0,83 bis 1,17 Prozent für jeden Zehntel-Prozentpunkt an Hypothekenzins-Erhöhungen fallen dürften. In manchen Staaten besteht der EZB zufolge zurzeit die Gefahr, dass sich mit einer Blasenbildung am Häusermarkt Immobilienpreise und Hypothekenvergabe gegenseitig hochschaukelten.

Weitere Korrekturen an den Finanzmärkten möglich


Die EZB bekräftigte ihre Aufforderung, dass Banken entsprechend ihrem Engagement im Immobiliensektor mehr Kapital vorhalten sollten. Der Ukraine-Krieg habe die Bedingungen für die Finanzstabilität verschlechtert. Fallende Preise bei Vermögenswerten seien daher nicht auszuschließen. Falls der Konflikt in Osteuropa weiter eskalieren oder die Weltwirtschaft schwächeln sollte oder aber die Zinszügel stärker als erwartet angezogen werden müssten, könne es zu weiteren Korrekturen an den Finanzmärkten kommen.

mmr mit rtr


Bildquelle: BÖRSE ONLINE

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