Fusion am Büro-Markt: Alstria schluckt Deutsche Office - DO-Aktie neun Prozent im Plus
· Börse Online Redaktion
Der US-Finanzinvestor Oaktree, der die DO Deutsche Office erst vor gut eineinhalb Jahren aus seinen eigenen Büroimmobilien und der Münchener Prime Office gebaut hatte, will das Tauschangebot annehmen. Er hält 60,5 Prozent an DO - und wäre mit 27 Prozent größter Anteilseigner des fusionierten Unternehmens. Damit die Übernahme zustande kommt, müssen weitere 14,5 Prozent der DO-Aktionäre ihre Papiere eintauschen.
"Der wesentliche Grund (für die Übernahme) ist allerdings, dass wir ein besseres und stärkeres Unternehmen schaffen", warb Elamine. DO ist vor allem im Raum Rhein-Main stark, wo Alstria noch kaum vertreten ist. Auch an Rhein und Ruhr und in Berlin werde Alstria eine größere Rolle spielen. Immobilien außerhalb der Kernregionen mit einem Wert von 200 Millionen Euro sollen verkauft und die Verschuldunsquote damit gesenkt werden. Die Hamburger wollen zudem die Finanzierung von DO neu aushandeln. Damit ließen sich dank des besseren Ratings von Alstria 15 Millionen im Jahr einsparen.
Bisher sind die Portfolien von Alstria und DO fast gleich groß. Trotzdem wird der Hamburger Bürovermieter mit rund einer Milliarde Euro an der Börse höher bewertet als DO. Im Zuge der Fusion müssten die DO-Immobilien um rund 80 Millionen Euro abgewertet werden, erklärte Alstria. Insgesamt 14 Prozent der gemeinsamen Flächen stehen leer. "Ich denke nicht, dass mit dem Bestand irgendetwas nicht in Ordnung ist", sagte Elamine. Doch die Erwartungen an die Mieten seien bei DO womöglich zu hoch gewesen.
Der Vorstand von DO war erst am Montagabend in die Pläne eingeweiht worden. Widerstand ist aber nicht zu erwarten: "Wir sehen das positiv, müssen aber die Einzelheiten des Angebots erst prüfen", sagte ein Sprecher. Die DO-Aktie sprang um neun Prozent auf 4,25 Euro. Alstria gaben leicht nach auf 11,51 Euro. Die Eigentümer von Deutsche Office sollen für je 2,625 DO-Aktien eine neue Alstria-Aktie aus einer Kapitalerhöhung bekommen. Diese muss auf einer Hauptversammlung am 23. Juli beschlossen werden. Die zehnwöchige Umtauschfrist soll spätestens Anfang September beginnen.
Reuters
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