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Gazprom-Aktie auf Erholungskurs: Wohin die Reise geht

Gazprom-Aktie auf Erholungskurs: Wohin die Reise geht
14.05.2021 06:58:00

Der Aktienkurs von Gazprom hat in der jüngsten Vergangenheit viel verloren. Nun aber macht der Titel auf der Long-Seite auf sich aufmerksam. Die 21-Tagelinie verläuft aufwärts und zeugt damit von einem kurzzeitigen Aufwärtstrend. Die langfristige Bodenbildung schreitet fort. Das Aufwärtspotenzial kann sich sehen lassen. Auf welche Schlüsselmarken es jetzt ankommt und welche Strategie langfristig überzeugt. Von Manfred Ries

Ausgangssituation und Signal



Was für eine Wiederbelebung! Der Aktienkurs der russischen Gazprom (WKN: 903276) geht am Donnerstag, trotz schwacher Vorgaben aus den USA und aus Asien, gut behauptet in den Handel und gewinnen kurz nach Handelsstart an der Börse in Frankfurt knapp 0,7 Prozent an Wert. Kurs am Donnerstagmorgen: 5,38 Euro. Die jüngste Kurserholung geht damit in die nächste Runde. Rückblick: Seit vergangenem November ging es mit den Anteilsscheinen des russischen Ölkonzerns von 3,22 Euro bis auf 5,45 Euro nach oben. Gerade der Monatschart spiegelt diese Kurserholung sehr eindrucksvoll wider.

Im kurzfristigen Bereich, dargestellt durch den Tageschart, zeigt die 21-Tagelinie (grüne Linie) gen Norden und visualisiert damit einen kurzzeitigen Aufwärtstrend. Dieser gleitende Durchschnitt verstärkt damit die horizontale Kurslinie bei 5,16 Euro in ihrer Eigenschaft als kurzzeitige Unterstützung. Zum Verständnis: Die 21-Tagelinie ist eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen 21 Handelstage widerspiegelt. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form dargestellt. Solange die 21-Tagelinie nach oben strebt, solange sprechen Analysten grundsätzlich von einem kurzzeitigen Aufwärtstrend. Liegen die Kurse des Basiswertes zudem oberhalb ihrer ansteigenden 21-Tagelinie - wie derzeit bei der Gazprom-Aktie der Fall -, so ist das ein Zeichen von kurzfristiger Stärke seitens der Anleger. Eine Stärke, aus der mehr erwachsen könnte!

Die Charts im Detail



Doch trotz der jüngst kräftigen Aufwärtsbewegungen gelten die Titel noch keinesfalls als überkauft. Denn der prozentuale Abstand zwischen 21-Tagelinie und Aktienkurs beträgt gerade einmal 4,1 Prozent. Von einer Übertreibung kann damit nicht gesprochen werden. Damit ruhen die aktuellen Kursbewegungen auf einem relativ gesunden Fundament.

Im Monatschart (Chart 3) zu sehen: Die 200-Tagelinie (blaue Kurve). Im Monatschart entspricht sie in etwa der 9-Monatslinie. Mit ihrem steigenden Verlauf spricht sie grundsätzlich von einem intakten, ansteigendem Trendverhalten in der mittelfristigen Zeitbetrachtung. Dieser gleitende Durchschnitt verläuft bei derzeit 4,47 Euro. Eine Gazprom-Aktie kostet derzeit also mehr als im Durchschnitt der vergangenen 200-Handelstage - ein Zeichen von Stärke. Gleichzeitig dient dieser gleitende Durchschnitt den Kursen als größere Unterstützung im Falle etwaiger Kursverwerfungen.

Tageschart





Wochenchart




Monatschart





Empfehlung der Redaktion



Gazprom: Ein interessanter russischer Einzelwert aus dem Öl- und Gassektor, der zu neuem Leben erwacht. Käme es zu einem signifikanten Ausbruch über 5,74 Euro (siehe Monatschart), so bestünden gute Chancen auf einen Wiederbesuch des 7-Euro-Kursbereichs. Andererseits lässt sich aktuell mit einem relativ engmaschigen Stop-Losskurs agieren. Dieser könnten sich etwa knapp unterhalb der ansteigenden 200-Tagelinie (4,47 Euro) platziert finden. Doch Achtung: Russland gilt als Emerging Market; die Aktienkursbewegung als volatil und damit spekulativ.



Unterstützungen und Widerstände

Chartmarken Niveau
Oberes Ziel 2 6,93
Oberes Ziel 1 5,74
Unteres Ziel 1 5,02
Unteres Ziel 2 4,51


Empfehlungen auf Basis charttechnischer Signale. In Einzelfällen sind Abweichungen zur fundamentalen Einschätzung möglich.


AUTOR Manfred Ries vom Index Radar-Magazin ist ausgebildeter Bankkaufmann. Nach seinem Studium der Volkswirtschaftslehre arbeitete er über viele Jahre hinweg in den Bereichen Vermögensanlage und Devisenhandel bei Großbanken. Seit mehr als 15 Jahren ist Manfred Ries als Wirtschaftsjournalist tätig. Für Börse Online analysierte er bereits 1999 die Märkte aus charttechnischer Sicht. www.index-radar.de

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