Wegen positiver und negativer Überraschungen bei den Firmenbilanzen haben sich Anleger am Freitag mit Aktienkäufen zurückgehalten. Außerdem sorgten schwache Konjunkturdaten aus China und der Euro-Zone für Verunsicherung, sagte Andreas Paciorek, Analyst des Online-Brokers CMC Markets. Dax und EuroStoxx50 notierten jeweils kaum verändert bei 11.514 beziehungsweise 3641 Punkten.

Für Enttäuschung sorgte unter anderem das Dax-Schwergewicht BASF. Die Aktien des weltgrößten Chemiekonzerns fielen wegen eines überraschend schwachen Gewinnanstiegs um bis zu 4,4 Prozent.

In London stiegen Vodafone dagegen in der Spitze um vier Prozent. Der britische Mobilfunker steigerte die sogenannten Service-Erlöse, bei denen Subventionen für Geräte herausgerechnet werden, um 0,8 Prozent und damit stärker als erwartet. Die Tochter Kabel Deutschland wuchs hier sogar um 6,6 Prozent.

Thales stiegen an der Pariser Börse sogar um mehr als zehn Prozent auf ein Rekordhoch von 62,77 Euro. Der französische Rüstungskonzern steigerte seinen Gewinn dank strikter Kostenkontrolle um 18 Prozent und übertraf damit die Analystenerwartungen.

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CHINAS KONJUNKTURSCHWÄCHE BELASTET ROHSTOFFPREISE



Unterdessen ist die Stimmung der chinesischen Einkaufsmanager auf dem tiefsten Punkt seit 15 Monaten angelangt. Mit 48,2 Punkten lag der Index den fünften Monat in Folge unter der Schwelle von 50 Zählern, die Wachstum signalisiert.

Dies drückte den Kupfer -Preis bis zu 1,5 Prozent ins Minus auf ein Sechs-Jahres-Tief von 5191,50 Dollar je Tonne. Das Reich der Mitte ist der weltgrößte Abnehmer für dieses Metall, dass zur Herstellung von Stromkabeln und Wasserrohren benötigt wird. Die Währung des wichtigsten chinesischen Rohstoff-Lieferanten Australien fiel daraufhin ebenfalls auf den tiefsten Stand seit 2009. Ein australischer Dollar verbilligte sich zeitweise auf 0,7267 US-Dollar.

Auch Gold warfen Anleger aus ihren Depots. Der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) rutschte um bis zu 1,2 Prozent ab und lag mit 1077 Dollar so niedrig wie zuletzt vor fünfeinhalb Jahren. Nach dem Kursrutsch vom Montag seien Edelmetall-Investoren besonders nervös, betonten Börsianer.

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SCHWACHE EUROPA-DATEN SCHÜREN QE-SPEKULATIONEN



Auch in der Euro-Zone schwächelt die Konjunktur. Das Stimmungsbarometer der hiesigen Einkaufsmanager ging auf 53,7 Punkten von 54,2 Zählern zurück. Die Europäische Zentralbank (EZB) schätze die Wachstumsaussichten wegen ihrer Wertpapierkäufe relativ optimistisch ein, sagte Commerzbank-Analyst Michael Leister. Daher schürten enttäuschende Daten die Erwartung einer Ausweitung des sogenannten Quantitative Easing (QE). Derzeit pumpt die EZB zur Ankurbelung der Konjunktur monatlich etwa 60 Milliarden Euro in die Finanzmärkte.

Die QE-Spekulationen setzten dem Euro zu. Er verbilligte sich um rund einen halben US-Cent auf 1,0932 Dollar. Gleichzeitig verhalf die Hoffnung auf zusätzliche Bond-Käufe dem Bund-Future, der auf der zehnjährigen Bundesanleihe basiert, zu einem Kursplus von 45 Ticks auf 153,58 Punkte. Anleihen anderer europäischer Staaten wie Italien oder Spanien waren ebenfalls gefragt.

Reuters